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Wartung und Instand­hal­tung im tech­ni­schen Brand­schutz

Kontrolle ist wichtig
Wartung und Instand­hal­tung im tech­ni­schen Brand­schutz

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Für Auto­fah­rer sind Inspek­tio­nen und TÜV selbst­ver­ständ­lich. Warum sind dann viele gedan­ken­los, wenn es um die Wartung und Instand­hal­tung von Anla­gen und Gerä­ten des Brand­schut­zes in Gebäu­den geht? Jeder weiß doch: Ein Brand kann nur zuver­läs­sig verhin­dert oder begrenzt werden, wenn alles dafür getan wird, dass die dafür vorge­se­he­nen Einrich­tun­gen funk­tio­nie­ren. Zwin­gende Voraus­set­zung ist eine regel­mä­ßige Kontrolle.

Wenn es brennt, wird, kaum ist das Feuer aus und der Scha­den sicht­bar, nach der Ursa­che geforscht. Konnte der Brand durch eine nicht instand gehal­tene Brand­schutz­ein­rich­tung begüns­tigt werden, hat das wirt­schaft­lich immense Folgen für das Unter­neh­men. Es geht nicht nur um eine mögli­che Betriebs­un­ter­bre­chung und den Produk­ti­ons­aus­fall. Denn die Brand­schutz­ver­si­che­rung ist berech­tigt, die Leis­tun­gen des Versi­che­rungs­schut­zes bei erkenn­bar mangeln­der Instand­hal­tung zu verwei­gern. Grund­sätz­lich gilt: Wird bei dem Feuer oder dessen Folgen ein Mitar­bei­ter verletzt, muss der Arbeit­ge­ber sogar mit einer straf­recht­li­chen Verfol­gung wegen fahr­läs­si­ger Körper­ver­let­zung rech­nen. Was muss man tun, um das zu verhin­dern?
Regel­mä­ßig kontrol­lie­ren
Die Landes­bau­ord­nun­gen, die Arbeitsstätten- und auch die Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nun­gen fordern vom Betrei­ber von Gewerbe- und Indus­trie­be­trie­ben, für funk­ti­ons­fä­hige Brand­schutz­maß­nah­men zu sorgen. Hierzu gehö­ren einsatz­be­reite Feuer­lösch­ge­räte genauso wie die fach­ge­rechte Montage von geeig­ne­ten Lösch­an­la­gen wie Wasser- oder CO2-Löschanlagen sowie deren regel­mä­ßige Instand­hal­tung. Bei Wand­hy­dran­ten besteht bei unsach­ge­mä­ßer oder fehlen­der Wartung die Gefahr der Verkei­mung, wenn diese Anla­gen mit der Trink­was­ser­ver­sor­gung des Gebäu­des gekop­pelt sind.
Konti­nu­ier­li­che Kontrol­len z.B. der Lösch­an­la­gen stel­len sicher, dass die Betriebs­be­reit­schaft der Anla­gen erhal­ten bleibt und diese im Notfall zuver­läs­sig funk­tio­nie­ren. So kommt es beispiels­weise häufig bei Schaum­lösch­an­la­gen zu teuren Schä­den am Lösch­mit­tel, insbe­son­dere durch defekte Arma­tu­ren, die bei Druck­prü­fun­gen nicht voll­stän­dig schlie­ßen, so dass der Lösch­mit­tel­vor­rat zum Beispiel durch Lösch­was­ser verdünnt oder verun­rei­nigt wird. Außer­dem können bei der Verwen­dung unter­schied­li­cher Schaum­lösch­mit­tel in einem Betrieb Vermi­schungs­schä­den auftre­ten. Auch das Alter des Lösch­mit­tels ist für den Lösch­erfolg entschei­dend. Regel­mä­ßige Kontrol­len der Lösch­an­lage und eine jähr­li­che Quali­täts­über­prü­fung des Lösch­mit­tels decken Schä­den recht­zei­tig auf und geben Aufschluss über die Lösch­leis­tung des Lösch­mit­tel­vor­rats.
Keine Keime ins Trink­was­ser
Heute wird bei Lösch­was­ser­ein­rich­tun­gen für Wand­hy­dran­ten durch voraus­schau­ende Planung und fach­ge­rechte Instal­la­tion darauf geach­tet, dass der Ansied­lung und Vermeh­rung von Mikro­or­ga­nis­men im Trink­was­ser vorge­beugt wird. Dage­gen besteht in älte­ren oder schlecht ausge­führ­ten bzw. mangel­haft gewar­te­ten Leitungs­net­zen die Gefahr, dass sich Legio­nel­len und andere Keime ausbrei­ten und die Gesund­heit der Menschen gefähr­den. Die neue Trink­was­ser­ver­ord­nung legt den Betrei­bern von gemein­sa­men Trink- und Lösch­was­ser­in­stal­la­tio­nen beson­dere Pflich­ten auf. Obers­tes Gebot sind die regel­mä­ßige Über­prü­fung, die sach­kun­dige Wartung – und wenn nötig – Instand­set­zung von Lösch­was­ser­tech­nik, die mit der Trink­was­ser­in­stal­la­tion verbun­den ist.
Der Betrei­ber ist in der Pflicht
Wer ein Gebäude mit Brand­schutz­an­la­gen oder ‑gerä­ten betreibt, ist verpflich­tet, diese in einem funk­ti­ons­fä­hi­gen Zustand zu halten. Der Betrei­ber hat z.B. für Lösch­an­la­gen einen verant­wort­li­chen Betriebs­an­ge­hö­ri­gen (den „Sprink­ler­wart“) und einen Stell­ver­tre­ter zu benen­nen. Diese führen die notwen­di­gen Inspek­tio­nen an den Lösch­an­la­gen durch: Tägli­che Sicht­kon­trol­len, ein Test der Alar­mie­rungs­ein­rich­tung sowie eine Prüfung der Pumpen­star­tein­rich­tun­gen sind nur einige der notwen­di­gen und wich­ti­gen Maßnah­men. Außer­dem veran­las­sen sie die Durch­füh­rung der anfal­len­den Wartun­gen und gege­be­nen­falls die notwen­di­gen Repa­ra­tu­ren. Alle Vorgänge und Ereig­nisse müssen im Betriebs­buch fest­ge­hal­ten werden (siehe VdS 2212), das im Scha­dens­fall als Nach­weis gegen­über der Versi­che­rung dient. Damit die Mitar­bei­ter ihre Aufga­ben korrekt erle­di­gen können, sind Quali­fi­zie­run­gen durch den Errich­ter oder VdS nach­zu­wei­sen (VdS CEA 4001). Hier werden ihnen Grund­la­gen über verschie­dene Lösch­an­la­gen sowie theo­re­ti­sche und prak­ti­sche Kennt­nisse zur Instand­hal­tung vermit­telt. Grund­sätz­lich muss der Sprink­ler­wart vom Errich­ter eine Einwei­sung in die Lösch­an­lage erhal­ten.
Geht es um die Einhal­tung der Anfor­de­run­gen der Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung, ist z.B. im Falle der Funk­ti­ons­fä­hig­keit von Feuer­lö­schern der Arbeit­ge­ber verant­wort­lich. Er muss Perso­nen beauf­tra­gen, die die Vorga­ben über­wa­chen (soge­nannte befä­higte Perso­nen).
Wartung nur mit Fach­kennt­nis­sen
Bei allen Wartungs‑, Reparatur- und Ände­rungs­ar­bei­ten gilt: Ohne Fach­kennt­nisse der zu betreu­en­den Anla­gen kann eine sach­ge­mäße Wartung nicht erfol­gen. Bei Lösch­an­la­gen empfiehlt der VdS daher drin­gend, die Errich­ter­firma der Anlage mit der Wartung zu beauf­tra­gen. Wer mit dem Anla­gen­typ nicht umfas­send vertraut ist, dem fehlen mögli­cher­weise wich­tige Infor­ma­tio­nen. Zudem hat er unter Umstän­den auch keinen direk­ten Zugang zu den Ersatz­tei­len. Und mehr noch: Der Betrei­ber selbst über­nimmt die Verant­wor­tung und Haftung, wenn er unge­eig­nete Instand­hal­tungs­fir­men beauf­tragt und eine Anlage im Brand­fall versagt.
Mit dem Kontroll­buch für die Abnahme und Instand­hal­tung von Lösch­was­ser­an­la­gen liegt ein Kompen­dium vor, welches Check­lis­ten, Beschrei­bun­gen und Merk­blät­ter enthält. Instal­la­teure erhal­ten hier­mit einen praxis­er­prob­ten Leit­fa­den über den aktu­el­len Kennt­nis­stand bei Lösch­was­ser­tech­nik mit Trink­was­ser­ein­spei­sung. Bei Feuer­lö­schern wird ein Feuer­lösch­kun­den­dienst empfoh­len, der die erfor­der­li­che Sach­kunde mit Quali­tät vereint.
Sach­kun­di­gen­lehr­gänge führt seit Jahren die GRIF e.V. (Güte­ge­mein­schaft Hand­be­tä­tigte Geräte zur Brand­be­kämp­fung, www.grif-ev.info) durch.
Die Anbie­ter dieser Lehr­gänge garan­tie­ren eine quali­ta­tiv hoch­wer­tige Schu­lung. Der Sach­kun­dige kann nach erfolg­rei­chem Abschluss ein Zeug­nis über die Teil­nahme vorle­gen. Es lohnt sich, auf die Quali­tät der Wartungs­fir­men zu achten.
Geschäfts­füh­rer bvfa – Bundes­ver­band Tech­ni­scher Brand­schutz e.V.

Dr. Wolf­ram Krause

Wartung und Instand­hal­tung im Detail
In folgen­den bvfa-Publikationen finden Sie ausführ­li­che Infor­ma­tio­nen zur Wartung und Instand­hal­tung im tech­ni­schen Brand­schutz:
  • Wartung und Instand­hal­tung von Lösch­an­la­gen (Brand­schutz Kompakt 44–8/12)
  • Wartung und Instand­hal­tung von Lösch­was­ser­ein­rich­tun­gen für Wandhydranten‑, Überflurhydranten- und Unter­flur­hy­dran­ten­an­la­gen sowie trocke­nen Stei­glei­tun­gen (Brand­schutz Kompakt 46–2/12)
  • Mobi­ler Brand­schutz im Betrieb (Brand­schutz Kompakt 38–1/10)
Alle Publi­ka­tio­nen stehen zum kosten­lo­sen Down­load zur Verfü­gung unter www.bvfa.de/Publikationen

Die Vorschrif­ten muss man kennen!
Jede statio­näre Lösch­an­lage muss genauso wie ein Feuer­lö­scher oder ein Wand­hy­drant nach verschie­de­nen Vorga­ben kontrol­liert und gewar­tet werden. Bei Lösch­an­la­gen sind zu beach­ten:
  • die Wartungs­vor­schrif­ten des Herstel­lers der Lösch­an­la­gen unter Berück­sich­ti­gung der Vorga­ben der Bauteil­her­stel­ler, die je nach Anla­gen­typ vari­ie­ren,
  • die Richt­li­nien der Fach­welt, meist der Sach­ver­si­che­run­gen (z.B. VdS-Richtlinien),
  • das Bauord­nungs­recht des jewei­li­gen Bundes­lan­des sowie
  • die jewei­li­gen versi­che­rungs­recht­li­chen Vorschrif­ten, nach welchen die Anla­gen errich­tet werden.
Gibt es wider­sprüch­li­che Anga­ben in den Vorschrif­ten, sind vorran­gig die Wartungs­an­wei­sun­gen des Herstel­lers zu befol­gen.
Für Lösch­was­ser­lei­tun­gen und Wand­hy­dran­ten gilt: Die Instand­hal­tung (Inspek­tion, Wartung, Instand­set­zung und Verbes­se­rung) ist nach den Vorga­ben von DIN 14462 und den aner­kann­ten Regeln der Tech­nik unter Beach­tung der Herstel­ler­an­ga­ben durch­zu­füh­ren.
Instand­hal­tungs­ar­bei­ten an trag­ba­ren Feuer­lö­schern dürfen nur durch Sach­kun­dige nach DIN 14 406 – 4, die zusätz­li­che Prüfung nach Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung durch befä­higte Perso­nen (TRBS 1203 – 2) erfol­gen. Für diese Arbei­ten gelten vorran­gig die Instand­hal­tungs­vor­schrif­ten der Herstel­ler.
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