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Sicher­heit für den Ernst­fall

Regelmäßige Wartung von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
Sicher­heit für den Ernst­fall

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Die Gefahr eines Bran­des lässt sich in keinem Gebäude voll­stän­dig ausschlie­ßen. Im Nicht­wohn­bau gibt es daher strenge gesetz­li­che Bestim­mun­gen bezüg­lich des Brand­schut­zes. Der Einbau der entspre­chen­den Systeme ist dabei nur ein wich­ti­ger Punkt. Damit die Anla­gen auch zuver­läs­sig funk­tio­nie­ren, müssen sie regel­mä­ßig gewar­tet werden. Denn der Ernst­fall kann jeder­zeit und über­ra­schend eintre­ten. Der Fach­ver­band Tages­licht und Rauch­schutz e.V. (FVLR) hat in seiner Richt­li­nie 08 die wich­tigs­ten Aspekte dieses Themas zusam­men­ge­fasst.

Werden Rauch- und Wärme­ab­zugs­an­la­gen konti­nu­ier­lich und fach­ge­recht über­prüft, sind sie in über 99 Prozent der Fälle einsatz­be­reit. Das hat eine Lang­zeit­er­he­bung des Fach­ver­bands Tages­licht und Rauch­schutz (FVLR) erge­ben. In verschie­de­nen Geset­zen und Verord­nun­gen ist die regel­mä­ßige Wartung veran­kert. Dies zeigt die enorme Bedeu­tung dieses Themas. So gelten hier beispiels­weise die jewei­lige Landes­bau­ord­nung, die DIN 18232 Teil 2 sowie die VdS/CEA-Richtlinie 4020. Der FVLR empfiehlt den Betrei­bern entspre­chen­der Anla­gen, die Wartung über einen Wartungs­ver­trag mit einem quali­fi­zier­ten Fach­be­trieb zu regeln, um so auch ihre Sorg­falts­pflicht Drit­ten gegen­über leicht nach­wei­sen zu können. Ein Fach­be­trieb zeich­net sich laut FVLR dadurch aus, dass er gegen­über der Aufsichts­be­hörde seine Eignung bele­gen kann, nach VdS und DIN EN ISO 9000 zerti­fi­ziert und vom jewei­li­gen System­her­stel­ler bezie­hungs­weise ‑errich­ter geschult und auto­ri­siert ist. Darüber hinaus muss er über die erfor­der­li­chen Werk­zeuge verfü­gen und die in den Prüf­zeug­nis­sen gelis­te­ten Originalaustausch- und Zube­hör­teile verwen­den.

Weitere Krite­rien sind eine ausrei­chende
Haft­pflicht­ver­si­che­rungs­summe und ein ausrei­chend hohes Stamm­ka­pi­tal für einen even­tu­ell mögli­chen Regress.
Die Mitglie­der des FVLR erfül­len diese Krite­rien.
Die Grund­re­geln für eine fach­ge­rechte Wartung
Eine ordnungs­ge­rechte Instand­hal­tung folgt gemäß FVLR verschie­de­nen Grund­sät­zen, die in der Richt­li­nie 08 aufge­führt sind. Die natür­lich wirken­den Rauch­ab­zugs­an­la­gen (NRA), die im Brand­fall Hitze und Rauch allein durch ther­mi­schen Auftrieb ins Freie leiten, müssen von einer einge­wie­se­nen Person oder einer Fach­kraft für NRA mindes­tens alle sechs Monate einer Sicht­kon­trolle unter­zo­gen werden. Diese beinhal­tet die Sich­tung der zur NRA gehö­ren­den Aggre­gate auf Zugäng­lich­keit, offen­sicht­li­che Beschä­di­gun­gen oder Defekte. Des Weite­ren schließt sie die Begut­ach­tung der opti­schen und akus­ti­schen Betriebs- und Störungs­an­zei­gen sowie die Prüfung des Wartungs­in­ter­valls der letzt­ma­lig durch­ge­führ­ten Wartung ein. Der Umfang, die Ergeb­nisse und der Zeit­punkt der Sicht­kon­trolle sind in einem Prüf­buch zu doku­men­tie­ren.
Neben der Sicht­kon­trolle müssen die NRA mit ihren Betätigungs- und Steue­rungs­ele­men­ten, Öffnungs­ag­gre­ga­ten, Ener­gie­zu­lei­tun­gen und ihrem Zube­hör in regel­mä­ßi­gen Zeit­ab­stän­den auf Funk­ti­ons­fä­hig­keit und Betriebs­be­reit­schaft geprüft, gewar­tet und gege­be­nen­falls instand gesetzt werden. Hier­bei sind die Anga­ben des Herstel­lers oder Errich­ters zu beach­ten. In der Regel ist das einmal im Jahr erfor­der­lich.
Vor Beginn dieser Wartungs­ar­bei­ten ist die Anlage auf zwischen­zeit­li­che Ände­run­gen zu über­prü­fen. Dies können beispiels­weise bauli­che Verän­de­run­gen an den NRA-Eintritts- oder Zuluft­öff­nun­gen oder Anpas­sun­gen der Rauch­ab­schnitts­größe durch den Einbau neuer Trenn­wände sein.
Dabei wird die Rele­vanz einer ordnungs­ge­mä­ßen Doku­men­ta­tion mit den Prüf­ergeb­nis­sen und Wartungs­maß­nah­men in einem Prüf- und Kontroll­buch deut­lich. Alle Arbei­ten sind darin sorg­fäl­tig aufzu­zeich­nen.
Im Vorfeld der Prüfung muss die komplette Anlage vom Notaus­lö­se­kas­ten (Alarm­kas­ten, Notaus­lö­se­sta­tion) aus grup­pen­weise akti­viert werden. Dies ermög­licht dem Prüfer eine Kontrolle der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der komplet­ten NRA und des reibungs­lo­sen Inein­an­der­grei­fens aller System­kom­po­nen­ten. Im Zuge der Prüfung verbrauchte Mate­ria­lien, wie Druck­gas­pa­tro­nen (i.d.R. CO2-Patronen oder ‑Flaschen), sind gegen Origi­nal­er­satz­teile auszu­tau­schen. Anschlie­ßend wird jedes Gerät der Anlage einer Sicht­kon­trolle auf even­tu­elle Beschä­di­gun­gen und Funk­ti­ons­be­ein­träch­ti­gun­gen unter­zo­gen.
Während der Wartung prüft der Fach­mann zum einen die Funk­ti­ons­tüch­tig­keit der Über­tra­gungs­wege und Verbin­dun­gen für Energie‑, Überwachungs- und Steu­er­funk­tio­nen. Zum ande­ren unter­sucht er die Ener­gie­ver­sor­gung der NRA. Unter Umstän­den fallen weitere Arbei­ten, wie das Abdrü­cken der CO2-Leitungen, die Füll­grad­be­stim­mung von CO2-Patronen oder das Durch­mes­sen von Akku­mu­la­to­ren und elek­tri­schen Leitun­gen, an. Darüber hinaus inspi­ziert der Fach­prü­fer die Schraub­ver­bin­dun­gen auf festen Sitz. Zusätz­lich säubert er beweg­li­che Teile (wie Kolben­stan­gen von Pneu­ma­tik­zy­lin­dern) und justiert sie neu.
Schließ­lich ist darauf zu achten, dass beim Austausch von Verbrauchs- oder Ersatz­tei­len das ordnungs­ge­mäße und störungs­freie Zusam­men­wir­ken der Anla­gen­teile (System­kom­pa­ti­bi­li­tät) sicher­ge­stellt ist. Nur Origi­nal­er­satz­teile oder Verbrauchs- oder Ersatz­teile mit entspre­chen­der Zerti­fi­zie­rung dürfen dabei Verwen­dung finden.
Unter www.fvlr.de/pub_richtlinien.htm steht die Richt­li­nie zum Down­load bereit.
Zuver­läs­si­ger Schutz im Brand­fall
Ist die Anlage gut gewar­tet, führt sie im Falle eines Bran­des Rauch und Wärme sicher und zuver­läs­sig ab. Bei Produk­ti­ons­hal­len wird durch eine Absen­kung der Brand­raum­tem­pe­ra­tur beispiels­weise die Stand­fes­tig­keit aller tragen­den Bauteile verlän­gert, sodass ein Total­ver­lust des Gebäu­des oft vermie­den werden kann. Strömt ausrei­chend Frisch­luft durch boden­nahe Öffnun­gen nach, entsteht zudem eine raucharme Schicht. Sie ermög­licht den Perso­nen, die sich even­tu­ell im Gebäude befin­den, die Selbst­ret­tung und erleich­tert der Feuer­wehr den geziel­ten Lösch­ein­satz.
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