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Zahlreiche Neuaufnahmen

Ände­run­gen in der MAK-Werte-Liste

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Im Jahr 2013 enthielt die MAK-Werte-Liste der Senats­kom­mis­sion zur Prüfung gesund­heits­schäd­li­cher Arbeits­stoffe der Deut­schen Forschungs­ge­mein­schaft (DFG-Arbeitsstoffkommission) zahl­rei­che Neuauf­nah­men von Stof­fen. Dadurch ist die Anzahl der MAK-Werte erneut um 15 Werte gestie­gen, nach­dem schon in den vergan­ge­nen Jahren zahl­rei­che neue MAK-Werte in die Liste aufge­nom­men worden waren.

Neben der Aufnahme von insge­samt 30 neuen Posi­tio­nen – davon allein sechs für Methyl­zinn­ver­bin­dun­gen – enthält die Liste 15 geän­derte Einträge, zehn Einträge bei den Luft­grenz­wer­ten (MAK-Werte) und fünf Einträge bei den biolo­gi­schen Beur­tei­lungs­wer­ten. Insge­samt sind das aller­dings weni­ger Ände­run­gen als in den Vorjah­ren.
Darüber hinaus wurde die Bewer­tung der beiden Einträge
  • tert-Butanol [75–65–0] und
  • Selen [7782–49–2] und seine anor­ga­ni­schen Verbin­dun­gen (als Se berech­net)
über­prüft, ohne dass Ände­run­gen erfor­der­lich wurden.
Neue Luft­grenz­werte 2013
Die Liste der MAK-Werte wurde um 29 Posi­tio­nen erwei­tert – noch mehr als schon die üppi­gen 25 Neuauf­nah­men im Jahr 2012; dabei entfal­len aller­dings allein sechs Einträge auf Methyl­zinn­ver­bin­dun­gen:
Methyl­zinn­ver­bin­dun­gen (als Sn [7440–31–5]):
Mono­me­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen außer
Methylzinntris(isooctylmercaptoacetat) [MMT(IOMA)3] [54849–38–6], Bis[methylzinndi(isooctylmercaptoacetat)]sulfid und Bis[methylzinndi(2‑mercaptoethyloleat)]sulfid [59118–99–9];
Dime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen außer
Dimethylzinnbis(isooctylmercaptoacetat) [DMT(IOMA)2] [26636–01–1], Dimethylzinnbis(2‑ethylhexylmercaptoacetat) [DMT(2‑EHMA)2] [57583–35–4], Bis[dimethylzinn(isooctylmercaptoacetat)]sulfid und Bis[dimethylzinn(2‑mercaptoethyloleat)]sulfid;
Trime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen;
Tetra­me­thyl­zinn [594–27–4].
Dabei bewe­gen sich die neuen MAK-Werte zwischen 0,001 ml/m³ (0,005 mg/m³) für Trime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen und Tetra­me­thyl­zinn [594–27–4] über 0,004 ml/m³ (0,02 mg/m³) für die meis­ten Mono- und Dime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen bis zu 0,2 ml/m³ (1 mg/m³) für die genann­ten Ausnah­men.
Weiter­hin gibt es neue MAK-Werte für
  • 1-(2‑Allyloxy)-2-(2,4‑dichlorphenyl)ethyl)-1H-imidazol (Imaza­lil) [35554–44–0],
  • 2‑Aminobutanol [96–20–8],
  • N‑Cyclohexylhydroxydiazen-1-oxid, Kupfer­salz (Cu-HDO) [15627–09–5] (der MAK entspricht dem neuen abge­senk­ten Wert für elemen­ta­res Kupfer [7440–50–8] von 0,01 mg/m³),
  • 2‑Ethylhexylacetat [103–09–3],
  • N‑Ethylpyrrolidon [2687–91–4],
  • Lithi­um­ver­bin­dun­gen, anor­ga­ni­sche (als Li [7439–93–2]) mit Ausnahme von Lithium und stär­ker reizen­den Lithi­um­ver­bin­dun­gen (wie Lithi­um­amid, ‑hydrid, ‑hydro­xid, ‑nitrid, ‑oxid, ‑tetra­hy­dro­alu­mi­nat, ‑tetra­hy­dro­b­orat).
Für die bereits vorhan­de­nen Einträge
  • 2-(2‑Aminoethoxy)ethanol (Digly­ko­lamin) [929–06–6] (bisher Abschnitt IIb),
  • Calci­um­oxid [1305–78–8] (bisher Abschnitt IIb) und
  • N‑Vinyl-2-pyrrolidon [88–12–0] (Umstu­fung von bisher krebs­er­zeu­gend Kate­go­rie 2 nach Kate­go­rie 4);
wurden erst­mals MAK-Werte fest­ge­legt.
Im vergan­ge­nen Jahr wurden keine MAK zurück­ge­zo­gen; damit hat sich deren Anzahl um 15 Werte erhöht.
Anhe­bung und Absen­kung von MAK-Werten
Der bishe­rige MAK für tert-Butylacetat [540–88–5] wurde – entge­gen dem übli­chen Trend – um den Faktor 2,5 ange­ho­ben.
Die bishe­ri­gen MAK für
  • Kupfer [7440–50–8] und seine anor­ga­ni­schen Verbin­dun­gen und
  • Meth­oxychlor (DMDT) [72–43–5]
wurden um den Faktor 10 bzw. 15 abge­senkt.
Sechs Neuein­träge – davon drei Kühl­schmier­stoff­kom­po­nen­ten (Hinweis auf Abschnitt Xc) – konn­ten ledig­lich dem Abschnitt IIb zuge­ord­net werden, in dem Stoffe aufge­führt sind, für die derzeit keine MAK-Werte aufge­stellt werden können. Drei Neuauf­nah­men mit MAK-Werten wurden eben­falls als Kühl­schmier­stoff­kom­po­nen­ten gekenn­zeich­net, desgl. der „Altein­trag“ Digly­ko­lamin) [929–06–6], so dass diese Liste um vier Posi­tio­nen ange­wach­sen ist.
Kurz­zeit­werte
Es gibt zwei Kate­go­rien für die zuläs­sige kurz­zei­tige Über­schrei­tung von Schicht­mit­tel­wer­ten:
  • Kate­go­rie I: Stoffe, bei denen die lokale Reizwir­kung grenz­wert­be­stim­mend ist oder atem­wegs­sen­si­bi­li­sie­rende Stoffe
  • Kate­go­rie II: resorp­tiv wirk­same Stoffe.
Die Zahl in Klam­mern hinter der Kate­go­rie bezeich­net den zuläs­si­gen Über­schrei­tungs­fak­tor; dabei ist eine solche Über­schrei­tung höchs­tens vier­mal pro Arbeits­schicht als Mittel­wert für jeweils 15 Minu­ten zuläs­sig. Der zeit­li­che Abstand der einzel­nen Über­schrei­tungs­pe­ri­oden soll dabei mindes­tens eine Stunde betra­gen.
Bei den neuen MAK hat die Kommis­sion
4 x die Kurz­zeit­wert­ka­te­go­rie I(1) für
  • 2-(2‑Aminoethoxy)ethanol (Digly­ko­lamin) [929–06–6],
  • 2‑Ethylhexylacetat [103–09–3],
Lithi­um­ver­bin­dun­gen, anor­ga­ni­sche (als Li [7439–93–2]) mit Ausnahme von Lithium und stär­ker reizen­den Lithi­um­ver­bin­dun­gen (wie Lithi­um­amid, ‑hydrid, ‑hydro­xid, ‑nitrid, ‑oxid, ‑tetra­hy­dro­alu­mi­nat, ‑tetra­hy­dro­b­orat) sowie für,
Mono- und Dime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen,
  • 2 x die Kurz­zeit­wert­ka­te­go­rie I(2) für N‑Ethylpyrrolidon [2687–91–4] und Calci­um­oxid [1305–78–8],
  • 6 x die Kate­go­rie II(2) für
  • 1-(2‑Allyloxy)-2-(2,4‑dichlorphenyl)ethyl)-1H-imidazol (Imaza­lil) [35554–44–0],
  • 2‑Aminobutanol [96–20–8],
N‑Cyclohexylhydroxydiazen-1-oxid, Kupfer­salz (Cu-HDO) [15627–09–5],
Methylzinntris(isooctylmercaptoacetat) [MMT(IOMA)3] [54849–38–6], Bis[methylzinndi(isooctyl-mercaptoacetat)]sulfid und Bis[methylzinndi(2‑mercaptoethyloleat)]sulfid [59118–99–9] (ausge­nom­mene Mono­me­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen) und
Dimethylzinnbis(isooctylmercaptoacetat) [DMT(IOMA)2] [26636–01–1], Dimethylzinnbis(2‑ethylhexylmercaptoacetat) [DMT(2‑EHMA)2] [57583–35–4], Bis[dimethylzinn(isooctylmercaptoacetat)]sulfid und Bis[dimethylzinn(2‑mercaptoethyloleat)]sulfid (ausge­nom­mene Dime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen) und
N‑Vinyl-2-pyrrolidon [88–12–0];
2 x die Kurz­zeit­wert­ka­te­go­rie II(4) für Trime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen und Tetra­me­thyl­zinn [594–27–4]
verge­ben.
2013 gab es nur eine Ände­rung bei bestehen­den Kurz­zeit­wert­ka­te­go­rien, und zwar wurde für tert-Butylacetat [540–88–5] (Kate­go­rie II) der Über­schrei­tungs­fak­tor von 4 auf 2 gesenkt.
Bei den übri­gen MAK-Wert-Änderungen blie­ben die Kurz­zeit­wert­ka­te­go­rien unver­än­dert.
Sensi­bi­li­sie­rende Stoffe und Aufnahme durch die Haut
Bei den Neuauf­nah­men wurden in diesem Jahr acht Stoffe ledig­lich mit dem Verweis auf Abschnitt IV und der Anmer­kung Sh für Sensi­bi­li­sie­rung bei Haut­kon­takt verse­hen:
  • Bisphenol-A-diethoxymethacrylat (BIS-EMA) [24448–20–2],
  • Bisphenol-A-diglycidylacrylat (BIS-GA) [4687–94–9],
  • N,N’-Dimethylaminoethylmethacrylat [2867–47–2],
  • 3,4‑Epoxycyclohexylcarbonsäure‑3,4‑epoxycyclohexylmethylester [2386–87–0],
  • Hexa­hy­dro­ph­thal­säu­re­di­gly­c­idyl­es­ter [5493–45–8],
  • Kresyl­gly­c­idyl­ether o‑Isomer [2210–79–9], Isome­ren­ge­misch [26447–14–3]
  • Tetraglycidyl‑4,4′-methylendianilin [28768–32–3] sowie
  • Triglycidyl-p-aminophenol [5026–74–4].
Trigly­c­idyl­iso­cyanu­rat (Isome­ren­ge­misch) [2451–62–9] (a‑Isomer [59653–73–5] und ß‑Isomer [59653–74–6]) erhielt die Anmer­kung Sah für Sensi­bi­li­sie­rung beim Einat­men und bei Haut­kon­takt.
Darüber hinaus erhielt 2-(2‑Amino- ethoxy)ethanol (Digly­ko­lamin) [929–06–6] neben ande­ren Einstu­fun­gen und dem neuen Grenz­wert in der dies­jäh­ri­gen Liste die Anmer­kung Sh in Kombi­na­tion mit der Anmer­kung „H“ für Gefähr­dung durch Haut­kon­takt.
Die Anmer­kung „H“ für Gefähr­dung durch Haut­kon­takt (ohne gleich­zei­ti­ges Sh) wurde In diesem Jahr für die beiden bestehen­den Posi­tio­nen Iod [7553–56–2] und anor­ga­ni­sche Iodide und Meth­oxychlor (DMDT) [72–43–5] sowie für die acht Neuauf­nah­men
  • 1-(2‑Allyloxy)-2-(2,4‑dichlorphenyl) ethyl)-1H-imidazol (Imaza­lil) [35554–44–0],
  • 2‑Aminobutanol [96–20–8],
  • N‑Cyclohexylhydroxydiazen-1-oxid, Kupfer­salz (Cu-HDO) [15627–09–5],
  • N‑Ethylpyrrolidon [2687–91–4],
  • Ethyl­zinn­ver­bin­dun­gen [7440–31–5],
  • Methyl­ar­sen­ver­bin­dun­gen,
  • Trime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen und
  • Tetra­me­thyl­zinn [594–27–4]
verge­ben; bei diesen Stof­fen trägt die Aufnahme durch die Haut wesent­lich zum toxi­schen Gefähr­dungs­po­ten­zial bei.
Krebs­er­zeu­gende Stoffe
Beson­dere Aufmerk­sam­keit in der Fach­öf­fent­lich­keit „genie­ßen“ in jedem Jahr die Neube­wer­tun­gen und Umstu­fun­gen bei den krebs­er­zeu­gen­den Stof­fen und Keim­zell­mu­ta­ge­nen:
Ledig­lich drei Stoffe wurden in diesem Jahr hinsicht­lich ihrer krebs­er­zeu­gen­den Eigen­schaf­ten erst­mals einge­stuft bzw. neu bewer­tet. Dabei wurde
2 x die Kategorie1 (nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen krebs­er­zeu­gend beim Menschen) für
Methyl­ar­sen­ver­bin­dun­gen (Neuauf­nahme) und
  • 1,3‑Propansulton [1120–71–4] (bisher krebs­er­zeu­gend Kate­go­rie 2 – krebs­er­zeu­gend im Tier­ver­such) sowie
  • 1 x Kate­go­rie 4 – keine geno­to­xi­schen Wirkun­gen mit der Möglich­keit zur Fest­le­gung eines MAK-Wertes – für N‑Vinyl-2-pyrrolidon [88–12–0] (bisher krebs­er­zeu­gend Kate­go­rie 2; daher jetzt auch Fest­set­zung eines MAK-Wertes)
verge­ben.
Keim­zell­mu­ta­gene
Bei den Keim­zell­mu­ta­ge­nen gab es in 2013 nur einen neuen Eintrag, und zwar Kate­go­rie 3A für Methyl­ar­sen­ver­bin­dun­gen (zusam­men mit der Einstu­fung als krebs­er­zeu­gend Kate­go­rie 1 (s.o.). Diese Kate­go­rie bezeich­net Stoffe, für die die Schä­di­gung des gene­ti­schen Mate­ri­als der Keim­zel­len beim Menschen oder im Tier­ver­such nach­ge­wie­sen wurde oder für die gezeigt wurde, dass sie muta­gene Effekte in soma­ti­schen Zellen von Säuge­tie­ren in vivo hervor­ru­fen und dass sie in akti­ver Form Keim­zel­len errei­chen.
Im Anhang der Liste wird auf Seite II der „blauen Seiten“ auch Galli­um­ar­se­nid als „Neuauf­nahme“ aufge­führt; in der Liste selbst erscheint Galli­um­ar­se­nid aber nur als Verweis auf Arsen und seine Anor­ga­ni­schen Verbin­dun­gen (krebs­er­zeu­gend Kate­go­rie 1, Keim­zell­mu­ta­gen Kate­go­rie 3A).
Schwan­ger­schafts­grup­pen
16 Stoffe wurden hinsicht­lich ihrer Zuord­nung zu Schwan­ger­schafts­grup­pen (neu) bewer­tet, dabei erfolgte
4 x eine Zuord­nung zur Schwan­ger­schafts­gruppe B (siehe unten):
1-(2‑Allyloxy)-2-(2,4‑dichlorphenyl)ethyl)-1H-imidazol (Imaza­lil) [35554–44–0] (Neuauf­nahme),
tert-Butylacetat [540–88–5] (bisher Gruppe C),
Meth­oxychlor (DMDT) [72–43–5] (bisher Gruppe D) und
Methylzinntris(isooctylmercaptoacetat) [MMT(IOMA)3] [54849–38–6], Bis[methylzinndi(isooctylmercaptoacetat)]sulfid und Bis[methylzinndi(2‑mercaptoethyloleat)]sulfid [59118–99–9] (Neuauf­nahme ausge­nom­mene Mono­me­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen);
  • 9 x eine Zuord­nung zur Schwan­ger­schafts­gruppe C (Stoffe, bei denen eine frucht­schä­di­gende Wirkung bei Einhal­tung des MAK- und BAT-Wertes nicht befürch­tet zu werden braucht):
  • 2-(2‑Aminoethoxy)ethanol (Digly­ko­lamin) [929–06–6] (bisher Abschnitt IIb und daher ohne MAK-Wert),
Calci­um­oxid [1305–78–8] (bisher Abschnitt IIb und daher ohne MAK-Wert),
N‑Cyclohexylhydroxydiazen-1-oxid, Kupfer­salz (Cu-HDO) [15627–09–5] (Neuauf­nahme),
2‑Ethylhexylacetat [103–09–3] Neuauf­nahme),
N‑Ethylpyrrolidon [2687–91–4] (Neuauf­nahme),
Lithi­um­ver­bin­dun­gen, anor­ga­ni­sche (als Li [7439–93–2]) mit Ausnahme von Lithium und stär­ker reizen­den Lithi­um­ver­bin­dun­gen (wie Lithi­um­amid, ‑hydrid, ‑hydro­xid, ‑nitrid, ‑oxid, ‑tetra­hy­dro­alu­mi­nat, ‑tetra­hy­dro­b­orat) (Neuauf­nahme),
Methyl­zinn­ver­bin­dun­gen (als Sn [7440–31–5])
Mono­me­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen (außer den ausge­nom­me­nen Mono­me­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen; Neuauf­nahme),
Dime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen (einschließ­lich der ausge­nom­me­nen Dime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen; Neuauf­nahme),
N‑Vinyl-2-pyrrolidon [88–12–0] (bisher krebs­er­zeu­gend Kate­go­rie 2 und daher ohne MAK-Wert);
  • 3 x eine Zuord­nung zur Schwan­ger­schafts­gruppe D (Stoffe, bei denen die vorlie­gen­den Daten für eine Einstu­fung in eine der Grup­pen A, B oder C nicht ausrei­chen):
  • 2‑Aminobutanol [96–20–8] (Neuauf­nahme),
Trime­thyl­zinn­ver­bin­dun­gen (Neuauf­nahme),
Tetra­me­thyl­zinn [594–27–4] (Neuauf­nahme).
Am auffäl­ligs­ten ist sicher die Zuord­nung der Schwan­ger­schafts­gruppe B (eine frucht­schä­di­gende Wirkung ist nach den vorlie­gen­den Infor­ma­tio­nen bei Expo­si­tion in Höhe des MAK- und BAT-Wertes nicht auszu­schlie­ßen) für tert-Butylacetat [540–88–5] (bisher Gruppe C) und drei weitere Stoffe bzw. Stoff­grup­pen. In einer Fußnote zu tert-Butylacetat wird darauf hinge­wie­sen, dass die Voraus­set­zun­gen für die Anwen­dung der Schwan­ger­schafts­gruppe C (demnächst) in der Begrün­dung für die Einstu­fung nach­ge­le­sen werden können.
Diese Anmer­kung unter­streicht, dass die Zuord­nung zu Schwan­ger­schafts­grup­pen eng mit dem jewei­li­gen MAK-Wert verbun­den ist; in solchen Fällen schützt der jewei­lige MAK-Wert ledig­lich vor den sons­ti­gen schäd­li­chen Wirkun­gen des betref­fen­den Stof­fes.
Für alle Ände­run­gen in der Liste erar­bei­tet die Kommis­sion eine ausführ­li­che wissen­schaft­li­che Begrün­dung, die einige Monate nach der MAK-Liste in einer Ergän­zungs­lie­fe­rung zu der Lose­blatt­samm­lung „Toxikologisch-arbeitsmedizinische Begrün­dun­gen von MAK-Werten und Einstu­fun­gen“ [1] veröf­fent­licht wird und die seit Anfang 2012 auch im Inter­net kosten­los zur Verfü­gung steht.
Biolo­gi­sche Beur­tei­lungs­werte
Bei den biolo­gi­schen Werten gibt es in diesem Jahr Einträge für insge­samt sechs Stoffe oder Stoff­grup­pen, davon eine Neuauf­nahme für Chlo­ro­pren [126–99–8] (BAR = Biolo­gi­scher Arbeitsstoff-Referenzwert). Für die folgen­den Stoffe wurden die bereits bestehen­den Werte abge­senkt:
  • Für Blei [7439–92–1] und seine Verbin­dun­gen (außer Blei­ar­se­nat, Bleichro­mat und Alkyl­b­lei­ver­bin­dun­gen) wurde der bestehende Biolo­gi­sche Leit­wert (BLW) für Männer und für Frauen >45 J. von 400 auf 300 µg/L abge­senkt. Der BAR = Biolo­gi­scher Arbeitsstoff-Referenzwert von 70 µg/L bleibt unver­än­dert;
  • der BAT-Wert für
2‑Butanon (Methyl­ethyl­ke­ton) [78–93–3] wird von 5 auf 2 mg/L abge­senkt;
Fluor­was­ser­stoff [7664–39–3] und anor­ga­ni­sche Fluor­ver­bin­dun­gen (Fluo­ride) für den Probenah­me­zeit­punkt „Vor nach­fol­gen­der Schicht“ (bisher 4 mg Fluor/L) wird ausge­setzt, der Wert für „Expo­si­ti­ons­ende bzw. Schich­tende“ wird von 7 auf 4 mg Fluor/L abge­senkt;
4‑Methylpentan-2-on (Methyl­iso­bu­tyl­ke­ton) [108–10–1] wird von 3,5 auf 1 mg/L abge­senkt;
iso-Propylbenzol (Cumol) [98–82–8] wird von 50 auf 10 mg/g Krea­ti­nin abge­senkt.
Als Unter­su­chungs­ma­te­rial wird meist der für die Proban­den weni­ger belas­tende Urin ange­ge­ben; ledig­lich der BLW für Blei wird – wie auch die ande­ren Blei-Werte – im Voll­blut bestimmt.
Die in den „Blauen Seiten“ (Seite III) im Anhang der Liste vermerkte Neuauf­nahme von BAT-Werten für 2-(2‑Methoxyeth- oxy)ethanol und Platin ist in der Liste nicht auffind­bar.
Bedeu­tung der DFG-Liste
Die Deut­sche Forschungs­ge­mein­schaft über­gibt ihre MAK-Werte-Liste alljähr­lich im Juli dem Bundes­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozia­les (BMAS) als Bestand­teil ihrer Poli­tik­be­ra­tung.
Danach haben alle betrof­fe­nen und inter­es­sier­ten Kreise bis zum Ende des Jahres Gele­gen­heit, zu den Neue­run­gen Stel­lung zu nehmen und Kommen­tare hierzu einzu­rei­chen. Dabei geht es aller­dings ausschließ­lich um wissen­schaft­li­che Stel­lung­nah­men. Fragen der prak­ti­schen Umset­zung von neuen oder abge­senk­ten Grenz­wer­ten oder schär­fe­ren Einstu­fun­gen werden hier­bei nicht berück­sich­tigt.
Die Kommis­sion wird die einge­reich­ten Stel­lung­nah­men disku­tie­ren und ihre Vorschläge ggf. ändern oder ergän­zen, bevor diese endgül­tig verab­schie­det werden, erfor­der­li­chen­falls auch zurück­zie­hen. Dies ist in den zurück­lie­gen­den Jahren auch bereits mehr­fach gesche­hen.
Die Aufgabe der prak­ti­schen Umset­zung obliegt dem Ausschuss für Gefahr­stoffe (AGS), wenn er im Jahr 2014 über die Aufnahme neuer oder geän­der­ter Grenz­werte in die TRGS 900 „Luft­grenz­werte“ oder geän­der­ter Stoff­be­wer­tun­gen in die TRGS 905 „Verzeich­nis krebs­er­zeu­gen­der, erbgut­ver­än­dern­der oder fort­pflan­zungs­ge­fähr­den­der Stoffe“ beschließt.
Wenn die Über­nahme neuer oder geän­der­ter Grenz­werte in die TRGS 900 in der Praxis Probleme berei­tet, wird der AGS auch hier­über bera­ten und ggf. passende Präven­ti­ons­maß­nah­men vorschla­gen, erfor­der­li­chen­falls auch spezi­elle Präven­ti­ons­pro­gramme aufle­gen.
Daraus ergibt sich, dass es auch für die betrieb­li­chen Prak­ti­ker von Bedeu­tung ist, sich schon beizei­ten mit den neuen Vorschlä­gen der DFG ausein­an­der zu setzen und falls erfor­der­lich im eige­nen Betrieb zu über­prü­fen, ob die neuen Werte einge­hal­ten werden können. Sollte dies offen­sicht­lich nicht möglich sein, soll­ten Sie früh­zei­tig mit den Tech­ni­schen Aufsichts­diens­ten, z.B. der Unfall­ver­si­che­rung Kontakt aufneh­men, um nach geeig­ne­ten Lösun­gen zu suchen. Dort wird man erfor­der­li­chen­falls dann auch den AGS einschal­ten.
„Gelbe Seiten“ der MAK- und BAT-Werte-Liste
Auf den „Gelben Seiten“ der MAK- und BAT-Werte-Liste weist die DFG-Kommission alljähr­lich auf geplante Ände­run­gen bzw. Ergän­zun­gen für die jewei­lige Folgemitteilung(en) hin.
Weitere Infor­ma­tio­nen:
Seit August 2012 stellt die Kommis­sion die jeweils aktu­elle Liste als Faksi­mile (pdf-Dokumente der gesam­ten Liste und einzel­ner Teile) ins Inter­net (http://onlinelibrary.wiley.com/book/10.1002/ 9783527675135), die durch­sucht und ausge­druckt werden kann.
Die gedruckte Fassung der Liste kann beim Wiley-VCH-Verlag – Kunden­ser­vice Bücher –, Post­fach 10 11 61, D‑69451 Wein­heim, Tele­fon 06201/606–0, Fax 06201/606–328, E‑Mail: info@wiley-vch.de oder im Buch­han­del käuf­lich erwor­ben werden (60,– Euro).
Unter der Adresse http://onlinelibrary.wiley.com/book/10.1002/9783527666034 besteht auch Zugang zu einer englisch­spra­chi­gen Version. Die jeweils aktu­elle Version erscheint alljähr­lich im Herbst.
Bereits seit Beginn 2011 können die Begrün­dun­gen im Inter­net unter der Adresse http://onlinelibrary.wiley.com/book/10.1002/3527600418/topics eben­falls kosten­los einge­se­hen werden.
Die Kommis­sion setzt damit ihre Poli­tik der Offen­heit konse­quent fort. Vor eini­gen Jahren hatte es noch Streit mit dem Arbeits­mi­nis­te­rium gege­ben, weil die DFG die Über­nahme ihrer MAK-Werte in die TRGS 900 verhin­dern wollte. Erst nach­dem das Minis­te­rium der DFG die Strei­chung staat­li­cher Zuschüsse ange­droht hatte, lenkte die DFG damals ein.
Heute sind alle Veröf­fent­li­chun­gen der Senats­kom­mis­sion für gesund­heits­schäd­li­che Arbeits­stoffe der allge­mei­nen Öffent­lich­keit online kosten­los zugäng­lich. Ob das viel­leicht daran liegt, dass die Vorsit­zende der Kommis­sion jetzt eine Frau ist?
Lite­ra­tur­hin­weise:
1. Hart­wig, Andrea (Hrsg.): „Gesund­heits­schäd­li­che Arbeits­stoffe – Toxikologisch-arbeitsmedizinische Begrün­dun­gen von MAK-Werten und Einstu­fun­gen“, Begrün­dun­gen MAK-Werte (DFG); derzeit letzte Aktua­li­sie­rung: 55. Liefe­rung Okto­ber 2013, Handbuch/Nachschlagewerk, 456 Seiten, ISBN 978–3–527–33359–2; Wiley-VCH, Wein­heim, 209,– Euro inkl. Mehr­wert­steuer zzgl. Versand­kos­ten
Autor
Ulrich Welz­ba­cher Autor@Gefahrstoffinformation.de
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