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Hüpf­bur­gen sicher betrei­ben

Beliebtes Gerät für Veranstaltungen
Hüpf­bur­gen sicher betrei­ben

Beim Aufstellen und dem Betrieb von Hüpfburgen müssen einige Dinge beachtet werden. Sie ergeben sich aus der DIN EN 14960 „Aufblasbare Spielgeräte – Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren“ Foto: © st-fotograf - Fotolia.com
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Hüpf­bur­gen sind eine beliebte Berei­che­rung bei Veran­stal­tun­gen der Feuer­wehr, wie zum Beispiel bei Jugend­feu­er­wehr­ta­gen, Tagen der offe­nen Tür, Zelt­la­gern usw. Aber wie so oft, ist der Spaß auch mit Gefah­ren verbun­den, insbe­son­dere dann, wenn Sicher­heits­be­stim­mun­gen unbe­ach­tet blei­ben. Die Hansea­ti­sche Feuerwehr-Unfallkasse Nord (HFUK Nord) und die Feuerwehr-Unfallkasse Mitte (FUK Mitte) geben an, worauf zu achten ist.

Quelle: HFUK Nord, FUK Mitte

Bei einem Kinder- und Jugend­feu­er­wehr­tag im Geschäfts­ge­biet der Feuerwehr-Unfallkasse Mitte (Sachsen-Anhalt und Thürin­gen) kippte eine aufge­stellte Hüpf­burg plötz­lich zur Seite um. Die zu dem Zeit­punkt auf der Hüpf­burg spie­len­den Kinder fielen dabei teil­weise mehrere Meter hinun­ter und gerie­ten unter die Hüpf­burg. Erst mit Hilfe mehre­rer Erwach­se­ner konn­ten die Kinder befreit werden. Neun Kinder erlit­ten in Folge dieses Unfalls Verlet­zun­gen.
Damit bei Veran­stal­tun­gen der Spaß unge­trübt bleibt, möch­ten die HFUK Nord und die FUK Mitte dieses Ereig­nis zum Anlass nehmen, um auf einige Punkte bei dem Aufstel­len und dem Betrieb von Hüpf­bur­gen hinzu­wei­sen, die sich aus der DIN EN 14960 „Aufblas­bare Spiel­ge­räte – Sicher­heits­tech­ni­sche Anfor­de­run­gen und Prüf­ver­fah­ren“ erge­ben:
Hüpf­bur­gen müssen geprüft sein
  • Hüpf­bur­gen, die gewerb­lich betrie­ben werden (hierzu zählt auch eine ggf. unent­gelt­li­che Ausleihe), müssen durch eine Prüf­stelle abge­nom­men sein (z.B. TÜV bzw. bei im Ausland herge­stell­ten Hüpf­bur­gen durch die jewei­lige natio­nale TÜV-ähnliche Orga­ni­sa­tion).
  • Hüpf­bur­gen müssen einer jähr­li­chen Inspek­tion durch eine Prüf­stelle unter­zo­gen werden.
  • Hüpf­bur­gen müssen jedes Mal, wenn das Gerät für die Benut­zung vorbe­rei­tet wird, vor der tatsäch­li­chen Benut­zung einer Routine-Inspektion unter­zo­gen werden. Hierzu gehört unter ande­rem die Prüfung, ob: der Aufstel­lungs­ort geeig­net ist alle Veran­ke­run­gen sicher befes­tigt und an der rich­ti­gen Stelle sind Zube­hör­teile an der rich­ti­gen Stelle sind (z.B. stoß­dämp­fende Matten) Gewebe oder Nähte keine wesent­li­chen Löcher oder Risse aufwei­sen das rich­tige Gebläse verwen­det wird der Luft­druck für einen festen und zuver­läs­si­gen Stand ausreicht keine elek­tri­schen Teile frei liegen und die Kabel keine Abnut­zungs­er­schei­nun­gen aufwei­sen Stecker, Fassun­gen, Schal­ter usw. nicht beschä­digt sind Anschluss­rohr und Gebläse fest mitein­an­der verbun­den sind das Gebläse sicher in der rich­ti­gen Lage ange­bracht ist und die Schutz­git­ter intakt sind.
Prüfun­gen, Inspek­tio­nen und Wartun­gen müssen doku­men­tiert sein. Gege­be­nen­falls sollte die Feuer­wehr, die eine Hüpf­burg ausleiht, nach dem Prüf­nach­weis fragen und sich diesen zeigen bzw. aushän­di­gen lassen.
Aufstel­len einer Hüpf­burg
  • Die Hüpf­burg muss in ange­mes­se­nem Abstand von mögli­chen Gefähr­dun­gen, z.B. Ober­lei­tun­gen oder ande­ren Hinder­nis­sen (z.B. Zäune und/oder Bäume), aufge­stellt werden.
  • Sie darf nicht auf einen Aufstel­lungs­be­reich mit einer Schräge von fünf Prozent in jeder Rich­tung aufge­stellt werden.
  • Der Aufstel­lungs­be­reich muss von Geröll und/oder spit­zen Gegen­stän­den auf oder im Boden frei­ge­räumt werden.
  • Um die Hüpf­burg muss ein Bereich frei gehal­ten werden, in dem sich kein Hinder­nis befin­det, das Verlet­zun­gen verur­sa­chen kann (halbe Höhe, mindes­tens 1,8 m).
  • Betrieb einer Hüpf­burg
  • Die Hüpf­burg muss sicher am Boden veran­kert sein.
  • Unter Berück­sich­ti­gung der Anzahl und des Alters der Benut­zer, der Umge­bung, in der die Hüpf­burg benutzt wird, und den vom Hersteller/Lieferer zur Verfü­gung gestell­ten Infor­ma­tio­nen ist von dem bzw. der Verant­wort­li­chen für die Über­wa­chung, Inspek­tion und Wartung des Gerä­tes, die Anzahl der für den siche­ren Betrieb erfor­der­li­chen Aufsichts­per­so­nen zu bestim­men. Die Aufsichts­per­so­nen müssen geeig­net sein.
  • Das Aufsichts­per­so­nal muss zu erken­nen sein.
  • Das Gebläse, einschließ­lich Verka­be­lung und Regel­ein­rich­tun­gen, darf für die Öffent­lich­keit, d.h. auch für die Kinder, nicht leicht zugäng­lich sein.
  • Die Hüpf­burg darf der Öffent­lich­keit zur Benut­zung erst dann frei­ge­ge­ben werden, wenn alle fest­ge­stell­ten Mängel beho­ben sind.
  • Die Hüpf­burg darf nicht ohne Beauf­sich­ti­gung benutzt werden.
  • Die Hüpf­burg muss, wenn sie nicht in Benut­zung ist, entleert (Luft ablas­sen) und strom­los geschal­tet werden.
  • Was müssen die Anga­ben zum Betrieb einer Hüpf­burg beinhal­ten?
  • Die Anga­ben zum Betrieb einer Hüpf­burg (Betriebs­an­lei­tung) müssen unter ande­rem Hinweise enthal­ten über:
  • die stän­dige Beauf­sich­ti­gung
  • einen gere­gel­ten und siche­ren Zugang der Benut­zer
  • Einschrän­kun­gen auf Benut­zer mit einer maxi­ma­len Körper­größe und der maxi­ma­len Anzahl gleich­zei­ti­ger Benut­zer
  • die Mindest­an­zahl des notwen­di­gen Bedien­per­so­nals
  • das Tragen von Schu­hen, Bril­len und andere am Körper getra­gene harte, spitze oder gefähr­li­che Gegen­stände
  • den Verzehr von Lebens­mit­teln, Geträn­ken und Kaugummi
  • das Frei­hal­ten des Eingangs von Hinder­nis­sen
  • das Beob­ach­ten aller Akti­vi­tä­ten auf der Hüpf­burg durch Betrei­ber und/oder Aufsichts­per­so­nal
  • dass sich Betrei­ber und/oder Aufsichts­per­so­nal mit einer Pfeife oder einem ande­ren Signal bei den Benut­zern bemerk­bar machen können müssen
  • dass die Hüpf­burg während des Auftan­kens eines mit einem Verbren­nungs­mo­tor ange­trie­be­nen Geblä­ses evaku­iert werden muss.
Es müssen außer­dem Infor­ma­tio­nen über die in einem Notfall oder bei einem Unfall zu tref­fen­den Maßnah­men zur Verfü­gung stehen.
Die hier aufge­lis­te­ten Anfor­de­run­gen und Hinweise sind nicht voll­stän­dig und erset­zen nicht die vom Lieferer/Hersteller bzw. Verlei­her zu erbrin­gen­den Doku­men­ta­tio­nen und Hinweise.
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