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Natur ist gut für die Seele

Warum Erholung und Entspannung in der Natur am besten gelingen
Natur ist gut für die Seele

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Dem Stress entkom­men und spür­bar entspan­nen – Mut­ter Natur macht es möglich. Kosten­los und für jed­er­mann zugänglich. Ob im kleinen Park vor der Haustür, im eige­nen Garten oder in der weit­en Land­schaft vor den Toren der Großs­tadt – die Wirkung der Natur ent­fal­tet sich in jed­er noch so kleinen Ein­heit. Ein Gang durchs Grüne belebt und entspan­nt zugle­ich.

Brit­ta Surholt

In zahlre­ichen Stu­di­en ist die pos­i­tive Wirkung unberührter Land­schaft inzwis­chen umfan­gre­ich belegt: Kinder kön­nen sich deut­lich bess­er konzen­tri­eren, wenn sie die Möglichkeit haben, immer wieder mal draußen in der Natur zu toben. Zusät­zlich wer­den kreatives Poten­zial und soziale Fähigkeit­en gefördert. Sog­ar die sprach­lichen Fähigkeit­en entwick­eln sich bei Kindern mit viel „Draußen-Erfahrung“ bess­er als bei denen, die wenig an die Luft gehen.
Was gibt es Schöneres als mit Stöck­en und Buschw­erk Hüt­ten zu bauen, in Bäu­men zu wohnen oder im hohen, ungemäht­en Gras Ver­steck­en zu spie­len? Früher gab es sie über­all – diese kleinen grü­nen Oasen, in denen man sich so wun­der­bar seine eigene Welt auf­bauen und aus­ge­lassen spie­len kon­nte. Heute tum­meln sich Kinder und Jugendliche doch häu­fig in geschlosse­nen Räu­men – zu Hause, in der Schule, bei Fre­un­den. Dort wird dann mit dem Smart­phone „gedad­delt“ oder am PC gespielt. Ein regel­recht­es Krankheits-Symp­tom – „Nature-Deficit-Dis­or­der“ – ist daraus bere­its ent­standen. Zu wenig Berührung mit der Natur hat also auch neg­a­tive Fol­gen. Denn: Wer zu wenig Regen­er­a­tionsräume hat, läuft regel­recht Gefahr, seel­isch zu verküm­mern.
„Wir brauchen Natur, um geistig, emo­tion­al und kör­per­lich gesund zu bleiben“, so Pro­fes­sor Dr. Nor­bert Jung, Ökopsy­chologe aus Eber­swalde. Während früher der gesamten Fam­i­lie klar war, dass ein aufge­brachter Ehe­mann nach einem Gang durch den Wald mit Sicher­heit „geläutert“ zurück­kommt, wird heute zunächst nach wis­senschaftlichen Stu­di­en geschaut, die diese Ver­mu­tung auch sta­tis­tisch bele­gen kön­nten. „Wir mis­sacht­en lei­der unsere eigene Erfahrung und trauen nur noch den ‚Dat­en’“ find­et Pro­fes­sor Jung. „Dabei tut uns Natur in der Tiefe der Seele gut. Allerd­ings muss der Men­sch sich dafür auch auf seine eigene Natur ein­lassen. Und daran hapert es häu­fig.“
Ein sim­ples Beispiel zur Ver­an­schaulichung: Ver­suchen Sie mal, eine halbe Stunde lang in der Natur zu sitzen und ein­fach nur die Land­schaft auf sich wirken zu lassen. Spätestens nach zehn Minuten begin­nt wahrschein­lich schon die innere Unruhe. Der „Mach­er“ in Ihnen wird nervös, möchte dies und das erledi­gen, am lieb­sten auf­sprin­gen und gehen. Danach jedoch passiert etwas – wir lassen uns ein auf die schöne Anmu­tung, die hüb­schen Far­ben, und es tauchen neue Gedanken und Gefüh­le, auch über unser Leben auf. Wir nehmen bewusst und unbe­wusst wahr, sind berührt, beseelt oder auch über­wältigt.

Naturerfahrung ist immer auch Selbsterfahrung

Kul­turen kom­men und gehen, aber die Natur bleibt. In welch­er Umge­bung sich Men­schen wohlfühlen, ist natür­lich ganz unter­schiedlich – aber einige Gemein­samkeit­en gibt es doch. Beson­ders prä­gend sind Kind­heit­serin­nerun­gen und Vor­lieben, die man bere­its in jun­gen Jahren aus­ge­bildet hat. War die Fam­i­lie eher naturver­bun­den, liebte das Wan­dern und hat­te einen eige­nen Garten, wird den Ange­höri­gen auch im Erwach­se­nenal­ter eher in grün­er Wohnumge­bung das Herz aufge­hen.
Die Adhoc-Wirkung schön­er Umge­bung – eines Berg-Panora­mas oder ein­er Meeres­bran­dung – kann aber den­noch jeden „tre­f­fen“. Egal, welch­es Naturge­fühl in Kinderta­gen erwor­ben wurde und wie wichtig dem Betrof­fe­nen (ganz bewusst) grünes Umfeld ist: „Ein Aus­flug in die Natur hat immer auch med­i­ta­tiv­en Charak­ter“, so Jung. „Unsere Aufmerk­samkeit, Gefüh­le, Gedanken – alles gerät in Bewe­gung, weil wir uns emo­tion­al ein­lassen.“ Das Meer, die Berge, das Panora­ma ein­er waldigen Land­schaft – all dies wirkt wie ein Gegengewicht zum anstren­gen­den All­t­ag, ist Nahrung für die Gefühls­bal­ance unser­er Psy­che.

Entschleunigung – hier und jetzt

Ständig sind wir im All­t­ag auf Emp­fang gepolt. Aufmerk­sam müssen wir am Arbeit­splatz viele Dinge gle­ichzeit­ig im Auge behal­ten, Stören­des aus­blenden, um Wichtiges zu erken­nen und anzuge­hen. Diese angestrengte Aufmerk­samkeit ermüdet – Phasen der Entspan­nung sind zwin­gend nötig. „Im Gegen­satz zur Stadt ermüdet die Natur nicht“, erk­lärt Pro­fes­sor Jung, „sie gibt, ohne etwas von uns zu ver­lan­gen.“
Kaum sind wir draußen in der Natur, wird uns nichts mehr abver­langt. Kein Baum fordert unsere unbe­d­ingte Aufmerk­samkeit, keine Wiese ver­langt Rück­mel­dung oder gar Bestä­ti­gung. Wir kön­nen absicht­s­los aufmerk­sam ein­fach nur wirken lassen – was für eine Wohltat für die Seele.
Den Blick ziel­los schweifen lassen, den Wellen im Meer ein­fach nur zuschauen, wie sie sich brechen – das ist Erhol­ung pur. Die wohltuende Wirkung von Natur-Schön­heit auf das All­ge­mein­befind­en ist immer wieder auch Gegen­stand von Forschun­gen. So gibt es Unter­suchun­gen, die bele­gen:
  • Schon zehn Minuten Natur-Betra­ch­tung lassen den Blut­druck nach­weis­lich sinken.
  • Nach fünf bis zehn Minuten inmit­ten der Natur wird das Stress-Empfind­en deut­lich reduziert. Das zeigen Mes­sun­gen von Blut­druck, Puls, Muskelspan­nung und Haut­leit­fähigkeit.
  • Selb­st unspek­takuläre Naturszenen wirken stim­mungsaufhel­lend, beruhi­gend und entspan­nend.
  • Allein ein fünfminütiger visueller Kon­takt mit Bäu­men kann Blut­druck und Muskelspan­nung senken.
  • Bere­its zehn bis zwanzig Minuten in der Natur haben schon pos­i­tiv­en Effekt auf die Konzen­tra­tions­fähigkeit.
  • Kinder spie­len in der Natur kreativ­er, kom­mu­nika­tiv­er und sozialer als auf Stadt­spielplätzen. Psy­chis­che Störun­gen reduzieren sich, Sprach­fähigkeit und Intel­li­genz wer­den deut­lich gefördert.
Was Auto­genes Train­ing oder Med­i­ta­tion erst nach län­ger­er Zeit des Übens erre­icht, gelingt Mut­ter Natur ger­adezu spielerisch leicht: Inner­halb weniger Minuten schafft es der plätsch­ernde Bach oder die har­monisch angelegte Parkan­lage, den Blut­druck und den Pulss­chlag zu senken, den Spiegel an Stresshormo­nen herun­terzuset­zen. Es muss nicht ein­mal die alpine Berg­land­schaft oder das Meer sein, die uns besän­fti­gen und die Seele wieder ein­fan­gen. Ein Aus­flug in die Park­land­schaft gle­ich vor der Haustür hat den gle­ichen Effekt auf Psy­che und Wohlbefind­en.
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