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Grelle Sterne statt Lichtpunkte

Blen­dungs­emp­find­lich­keit

Blendungsempfindlichkeit - Blndung durch Licht
Trifft zu viel Helligkeit auf das Auge, ist das menschliche Sehvermögen eingeschränkt. Foto: © Fotoschlick- stock.adobe.com
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Die Refle­xion einer Lampe im Compu­ter­mo­ni­tor oder das entge­gen­kom­mende Auto auf der Straße – Blen­dun­gen treten über­all auf. Manche Perso­nen reagie­ren empfind­li­cher auf Blen­dun­gen durch Licht als andere. Eine zu hohe Leucht­dichte kann das Auge schä­di­gen.

Trifft zu viel helles Licht auf das Auge, verengt sich die Pupille. Dann knei­fen wir die Augen zusam­men oder schauen weg. Im Sommer tragen wir eine Sonnen­brille, damit uns die Sonne nicht blen­det. Doch nicht immer ist es so einfach, die Augen zu schüt­zen.

Das mensch­li­che Auge kann sich auf unter­schied­li­che Leucht­dich­ten einstel­len. Das passiert auto­ma­tisch. Ist die Leucht­dichte aller­dings sehr hoch, ist eine Anpas­sung nicht mehr möglich. Dann hilft nur noch „Augen zu“ oder wegschauen. Diese reflex­ar­tige Schutz­re­ak­tion ist wich­tig, denn eine sehr starke Blen­dung kann die Netz­haut dauer­haft schä­di­gen.

Blen­dungs­emp­find­lich­keit im Alter stär­ker

Wer sicher am Stra­ßen­ver­kehr teil­neh­men will, braucht ein opti­ma­les Sehver­mö­gen bei Tag und Nacht. Neben der Sehschärfe und einem unein­ge­schränk­ten Gesichts­feld sind das Dämme­rungs­seh­ver­mö­gen sowie die Blen­dungs­emp­find­lich­keit ausschlag­ge­bend dafür. Doch gerade die beiden letzt­ge­nann­ten Krite­rien nehmen ab dem 50. Lebens­jahr ab bezie­hungs­weise zu.

Je heller zum Beispiel ein Auto­schein­wer­fer neben einem dunkel geklei­de­ten Fußgän­ger aufleuch­tet, desto schlech­ter ist die Person zu sehen. Für ältere Kraft­fah­rer verschärft sich diese Situa­tion noch einmal zusätz­lich. Denn in einem schlei­chen­den Prozess nimmt die Trübung der Augen zu und das Dämme­rungs­seh­ver­mö­gen ab. Das Auge wird empfind­li­cher für Blen­dun­gen. Kontraste können schlech­ter erkannt werden, da sich ein „Licht­schleier“, verur­sacht durch Streu­licht im Auge, über die Augen legt. Streu­strah­lun­gen können aber auch durch nasse oder verschmutzte Auto­schei­ben, Motor­rad­helm­vi­siere oder Fahr­rad­bril­len entste­hen. Die Licht­quelle erscheint dann nicht mehr punkt­för­mig, sondern wie ein riesi­ger, grel­ler „Stern“. Laut einer Studie liegt der Anteil von Verkehrs­un­fäl­len, die durch schlech­tes Sehver­mö­gen verur­sacht werden, geschätzt bei sieben Prozent.

Fahr­ten im Dunk­len vermei­den

Gerade für ältere Berufs­kraft­fah­rer ist es wich­tig, regel­mä­ßig die Augen kontrol­lie­ren zu lassen. Ab einem gewis­sen Alter und bei vermin­der­tem Dämme­rungs­se­hen sowie einer Zunahme der Blen­dungs­emp­find­lich­keit sollte auf Fahr­ten in der Dämme­rung bezie­hungs­weise bei Nacht verzich­tet werden. Denn einge­schränk­tes Dämme­rungs­se­hen erhöht das Risiko eines Nacht­un­falls um das Drei­fa­che. Bei fast 35 Prozent der 70-Jährigen reicht das Sehver­mö­gen bereits ohne Blen­dun­gen nicht mehr für nächt­li­che Auto­fahr­ten aus. Kommen Blen­dun­gen, etwa durch regen­nasse Stra­ßen und Lich­ter, hinzu, liegt der Anteil bei 54 Prozent.

Ausrei­chen­des Sehver­mö­gen bei Tag hat übri­gens nichts mit dem Sehver­mö­gen bei Nacht zu tun. Es handelt sich dabei um zwei verschie­dene Sehfunk­tio­nen, die getrennt geprüft und bewer­tet werden müssen.

Dege­ne­ra­tion der Makula

Eine erhöhte Blen­dungs­emp­find­lich­keit kann auch Zeichen einer alters­be­ding­ten Maku­la­de­ge­ne­ra­tion (AMD) sein. Diese tritt zumeist etwa ab dem 60 Lebens­jahr auf. In Deutsch­land sind rund vier Millio­nen Menschen von dieser Erkran­kung der Netz­haut betrof­fen, bei der Sehzel­len in der Netz­haut­mitte zugrunde gehen. Vor allem die Nah- und Fern­sicht werden einge­schränkt. Alltäg­li­che Hand­lun­gen wie Lesen oder Auto­fah­ren sind irgend­wann nicht mehr möglich. Außer­dem reagie­ren AMD-Betroffene oftmals sehr empfind­lich auf Blen­dun­gen. Diese Blen­dungs­emp­find­lich­keit kann auf die begin­nende Krank­heit hinwei­sen.

Bei recht­zei­ti­ger Diagnose kann die Krank­heit durch spezi­elle Medi­ka­mente verlang­samt oder gestoppt und der Sehver­lust aufge­hal­ten werden. Eine Vorbeu­gung oder Heilung gibt es aller­dings derzeit nicht.

Psycho­lo­gi­sche Blen­dung

Bisher wenig erforscht ist die psycho­lo­gi­sche Blen­dung. Meist tritt sie in Innen­räu­men auf. Diese Art der Blen­dung ist rein subjek­tiv und lässt sich nicht messen. Unter psycho­lo­gi­scher Blen­dung leiden oft Menschen, bei denen eine Erkran­kung des opti­schen Systems vorliegt. Durch den Licht­schein wird bei den Betrof­fe­nen Unbe­ha­gen hervor­ge­ru­fen. Dadurch können das allge­meine Wohl­be­fin­den, die Arbeits­leis­tung, die Arbeits­si­cher­heit und die Konzen­tra­ti­ons­fä­hig­keit beein­träch­tigt oder Ermü­dung verur­sacht werden.


Foto: privat

Autorin: Bettina Brucker

Fach­jour­na­lis­tin


Link­tipps

Weitere Infor­ma­tio­nen zu diesem Thema finden Sie …

  • beim Zentral­ver­band der Augen­op­ti­ker und Opto­me­tris­ten (ZVA) unter www.optometrist.de (Stich­worte Blen­dungs­emp­find­lich­keit und Dämme­rungs­se­hen).
  • im Forschungs­be­richt „Blen­dung durch opti­sche Strah­lungs­quel­len“, heraus­ge­ge­ben von der Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (BAuA). Der Bericht kann herun­ter­ge­la­den werden unter www.baua.de/dok/8657098

Maßnah­men für eine gute Sicht

  • Augen­ärzte empfeh­len eine regel­mä­ßige Netz­haut­un­ter­su­chung ab dem 55. Lebens­jahr.
  • Die opti­male Brille für Nacht­fahr­ten hat klare, nicht getönte und hoch­wirk­sam reflex­min­dernde Gläser. So gelangt möglichst viel Licht ans Auge. Achtung: Getönte Bril­len mindern immer den Licht­ein­fall und setzen das Dämme­rungs­se­hen herab.
  • Die Front­scheibe des Fahr­zeu­ges sollte nicht getönt sein.
  • Außer­dem ist es wich­tig, die Scheibe regel­mä­ßig von innen und außen sowie die Schein­wer­fer zu reini­gen.
  • Das Einschal­ten der Schein­wer­fer – spätes­tens bei einset­zen­der Dämme­rung – trägt zur besse­ren Sicht bei.
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