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Tipps zum Staplerkauf - Auswahl, Ausstattung, Anbauteile, Kosten

Auswahl, Ausstattung, Anbauteile, Kosten
Tipps zum Staplerkauf

Sta­pler­fahrer haben vielfältige Auf­gaben mit den unter­schiedlich­sten Gütern zu erledi­gen. Hierzu zählen unter anderem der War­en­trans­port, das Be- und Ent­laden von Fahrzeu­gen sowie das Ein- und Aus­lagern von Waren in Regalan­la­gen. Damit der Sta­pler­fahrer seine Auf­gaben fachgerecht und sich­er durch­führen kann, benötigt er für seinen Auf­gaben­bere­ich jew­eils einen geeigneten Sta­pler mit der entsprechen­den Ausstattung.

Dipl.-Ing. Dieter Bachmann

Der Kauf eines Sta­plers gehört nicht zum täglichen Geschäft, daher sollte zunächst ein Anforderungskat­a­log erstellt wer­den: Welche Arten von Las­ten sollen bewegt wer­den? Wo sollen sie ein- und aus­ge­lagert wer­den? Wird der Sta­pler über­wiegend in geschlosse­nen Räu­men oder auf dem Betrieb­s­gelände im Freien einge­set­zt? Sind Anbaugeräte oder spezielles Zube­hör erforderlich?

Auswahlkriterien

1. Tragfähigkeit – Hubhöhe

Die Tragfähigkeit ist ein wesentlich­es Auswahlkri­teri­um für einen Sta­pler. Frühzeit­ig soll­ten daher die Last­gewichte definiert wer­den. Entschei­dend für den späteren Betrieb ist auch die Hub­höhe eines Sta­plers. Bis zu welch­er Höhe müssen die Sta­p­ler­ga­beln reichen, um später auch die ober­sten Regal­rei­hen bedi­enen zu können?

2. Richtiger Antrieb

Diesel­be­triebene Sta­pler bieten die höch­ste Tragfähigkeit und sind am stärk­sten belast­bar. Allerd­ings dür­fen sie auf­grund der Diesel­mo­tore­mis­sio­nen in aller Regel nicht in geschlosse­nen Gebäu­den einge­set­zt wer­den. Sta­pler mit gas­be­trieben­em Ver­bren­nungsmo­tor bieten eben­falls eine hohe Tragfähigkeit und haben den Vorteil, dass die Gas­flasche schnell getauscht wer­den kann. Elek­trosta­pler sind für die Nutzung im Innen­bere­ich geeignet und zeich­nen sich durch ein geringes Betrieb­s­geräusch aus. Regelmäßig muss die Sta­pler­bat­terie an der Ladesta­tion aufge­laden wer­den, was eine län­gere Arbeit­sun­ter­brechung bed­ingt. Kurzes und schnelles Zwis­chen­laden der Bat­terie ermöglichen derzeit nur Elek­trosta­pler mit mod­er­nen Lithium-Ionen-Akkus.

3. Reifen­wahl

Wie bei anderen Fahrzeu­gen gibt es auch für Sta­pler unter­schiedliche Berei­fun­gen. Für den Innenein­satz eignen sich Voll­gum­mireifen, weil diese eine hohe Tragfähigkeit und Laufruhe gewährleis­ten. Allerd­ings besitzen Voll­gum­mireifen so gut wie keine Dämp­fung­seigen­schaften, weshalb sie nur für glat­te Hal­len­bö­den emp­fohlen wer­den. Soll der Sta­pler auch außer­halb der Halle einge­set­zt wer­den, sind Super-Elastik-Reifen ein guter Kom­pro­miss, da sie zumin­d­est kleinere Bode­nuneben­heit­en abfed­ern. Die besten Dämp­fung­seigen­schaften bieten Luftreifen. Sie sind jedoch deut­lich anfäl­liger für Reifen­schä­den, zudem muss der Reifen­luft­druck regelmäßig kon­trol­liert werden.

4. Arbeit­splatz

In der Fahrerk­abine ver­bringt der Sta­pler­fahrer einen Großteil sein­er täglichen Arbeit­szeit. Sie ist mit ihrem starken Rah­men und dem Fahrerschutz­dach auch ein Sicher­heit­se­le­ment. Ins­ge­samt ist die Kabi­nenkon­struk­tion so sta­bil aus­ge­führt, dass der Fahrer in Kom­bi­na­tion mit einem Fahrerrück­hal­tesys­tem beim Umkip­pen des Sta­plers weit­ge­hend vor Ver­let­zun­gen geschützt ist.

Kommt der Sta­pler über­wiegend in geschlosse­nen Hallen zum Ein­satz, wird meist eine offene Fahrerk­abine bevorzugt. Für den Betrieb im Außen­bere­ich sollte eine geschlossene Kabine gewählt wer­den, um den Fahrer vor Wit­terung­se­in­flüssen zu schützen. Sin­nvoll ist auch eine Kabi­nen­heizung oder Kli­maan­lage, denn bei inten­siv­er Sonnene­in­strahlung wird sich die Fahrerk­abine enorm aufheizen.

Bei Fahrern beson­ders beliebt sind geräu­mige Fahrerk­abi­nen mit viel Fußraum und zahlre­ichen Ablagemöglichkeit­en. Großflächige und grif­fige Trittstufen sowie Hal­te­griffe erle­ichtern das Ein- und Aussteigen. Hat der Sta­pler­fahrer noch Liefer­scheine zu kon­trol­lieren oder Inven­turen durchzuführen, dann benötigt er Hil­f­s­mit­tel wie Scan­ner oder Klemm­brett. Bei deren Anord­nung ist darauf zu acht­en, dass sie gut erre­ich­bar sind und die Sicht und Bewe­gungs­frei­heit des Fahrers nicht einschränken.

5. Fahrersitz

Nur ein Sitz, der ergonomisch gestal­tet und indi­vidu­ell auf den Fahrer ein­stell­bar ist, kann die kör­per­lichen Belas­tun­gen während des stun­den­lan­gen Sitzens min­dern. Als Son­der­ausstat­tung gibt es Kom­fort­sitze mit Luftfederung, bei denen die Höhen- und Gewicht­se­in­stel­lung per Tas­ten­druck erfol­gt und weit­ere Ein­stel­lun­gen für die Lehnen­höhe, Sitzkissennei­gung und Sitzkissentiefe möglich sind. Je nach Kun­den­wun­sch lassen sich Kom­fort­sitze mit ein­er automa­tis­chen Gewicht­se­in­stel­lung sowie Sitzheizun­gen und Sitzk­li­ma­tisierun­gen ausstat­ten, die im Som­mer das Schwitzen an den Sitzkon­tak­t­flächen reduzieren und im Win­ter wärmen.

Für ergonomis­ches Arbeit­en bieten Her­steller eine Drehein­rich­tung für den Fahrersitz an, die ein Schwenken um Winkel von cir­ca 17 Grad nach rechts und links ermöglicht. Darüber hin­aus sind auch drehbare Fahrerar­beit­splätze erhältlich, die mit Lenksäule, Bedi­enele­menten und Ped­alen bis zu 90 Grad gedreht wer­den können.

5. Ausstat­tung nach StVZO

Wird der Gabel­sta­pler im öffentlichen Straßen­verkehr einge­set­zt, gilt nicht nur die Unfal­lver­hü­tungsvorschrift DGUV Vorschrift 68 „Flur­förderzeuge“, son­dern auch die Straßen­verkehrszu­las­sung­sor­d­nung StV­ZO. Das bedeutet, dass zusät­zliche Anforderun­gen an die Aus­rüs­tung des Gabel­sta­plers gestellt wer­den. Die Her­steller bieten eine entsprechende Aus­rüs­tung nach StV­ZO an.

Sicherheitsausstattungen

1. Rück­hal­tesys­tem

Beispiel eines tödlichen Arbeit­sun­falls: „Sta­pler­fahrer Klaus F. entlud von einem Lkw schwere Drahtrollen. Der Lkw-Fahrer stand unter Zeit­druck und forderte Klaus F. zu ein­er zügi­gen Ent­ladung auf. Klaus F. beeilte sich und fuhr mit ange­hoben­er Last in die Kurve. Der Sta­pler kippte, Klaus F. sprang reflexar­tig vom Sitz, um der gefährlichen Sit­u­a­tion zu ent­fliehen. Die Ermit­tlun­gen ergaben, dass sein Kopf zwis­chen Fahrerschutz­dach und Boden gequetscht wurde. Der Sicher­heits­gurt war nicht angelegt.“ Damit solche Unfälle ver­hin­dert wer­den, schreibt der Geset­zge­ber ein Rück­hal­tesys­tem für den Fahrer vor. Dieses soll ihn daran hin­dern, beim Kip­pen von dem Fahrzeug herun­terzus­prin­gen. Die Prax­is zeigt, dass als Rück­hal­tesys­tem meist ein Sicher­heits­gurt einge­set­zt wird. Müssen die Fahrer jedoch häu­fig vom Sta­pler auf- und absteigen, wird der Gurt sel­ten angelegt. Im Zube­hör­pro­gramm bieten die Sta­pler­her­steller alter­na­tive Rück­hal­tesys­teme, zum Beispiel Sicher­heits­bügel an. Sie öff­nen automa­tisch oder per Hand – schneller als der Sicher­heits­gurt angelegt ist.

2. Langsamer geht auch

Fahren mit Höch­st­geschwindigkeit ist zwar auf dem Betrieb­s­gelände im Freien meist gefahr­los möglich, birgt aber in Hallen ein hohes Risiko für Anfahrun­fälle mit anderen Fahrzeu­gen oder Per­so­n­en. Der Betrieb­sall­t­ag zeigt aber auch, dass bei Sta­plertätigkeit­en in Hallen wenige Stun­denkilo­me­ter mehr oder weniger keinen großen Unter­schied machen, weshalb viele Unternehmen ihre Sta­pler gedrosselt haben. Diese Unternehmen bericht­en, dass der Warenum­schlag trotz ver­ringert­er Geschwindigkeit in der gle­ichen Zeit bewältigt wird bei erhe­blich weniger Per­so­n­en- und Sachschäden.

3. Sehen und gese­hen werden

Als optis­che Warnein­rich­tung hat sich der LED-Spot-Schein­wer­fer durchge­set­zt. Durch die Bün­delung der LED-Strahlen wer­den Warn­punk­te auf den Boden pro­jiziert, die dem Sta­pler vorau­seilen. Andere Verkehrsteil­nehmer kön­nen sich darauf ein­stellen, dass der Sta­pler naht, selb­st wenn er noch nicht sicht­bar ist. Seit Kurzem ist ein Sys­tem auf dem Markt, das zwei Leucht­streifen links und rechts vom Sta­pler auf den Hal­len­bo­den pro­jiziert und eben­falls als Son­derzube­hör bestellt wer­den kann.

4. Unter­stützung für den Fahrer

Viele Sta­pler­her­steller bieten Zube­hör an, das den Fahrer bei sein­er Arbeit unter­stützt und gefährliche Sit­u­a­tio­nen ver­hin­dern kann. Etwa ein Antikol­li­sion­ssys­tem auf Transpon­dertech­nik, um Anfahrun­fälle von Per­so­n­en zu ver­mei­den. Hierzu wird der Sta­pler mit einem Lesegerät aus­gerüstet, das einen Schutzbere­ich um den Sta­pler aussendet. Betritt nun die Per­son mit ihrem Transpon­der den Schutzbere­ich, wird der Fahrer durch ein Sig­nal gewarnt. Eine sin­nvolle Investi­tion sind auch Rück­fahrkam­eras, die sich beim Rück­wärts­fahren automa­tisch zuschal­ten. Ein weit­er­en­twick­eltes Sys­tem beste­ht aus mehreren Kam­eras, die das nahe Umfeld rund um den Sta­pler erfassen. Die Bilder der Einzelka­m­eras wer­den als Split Screen angezeigt – der Fahrer hat das gesamte Umfeld im Blick.

Anbaugeräte

Für viele Arbeit­en, die ein Sta­pler auszuführen hat, reichen die serien­mäßi­gen Gabeln aus. Bes­timmte Trans­portauf­gaben erfordern jedoch Son­der­lö­sun­gen. Beispiel­sweise braucht es für den Trans­port von Papier­rollen spezielle Rol­len­klam­mern. Mit Fass­greifern kön­nen Fäss­er oder Ton­nen trans­portiert, gedreht und entleert wer­den. Für den gle­ichzeit­i­gen Trans­port mehrerer nebeneinan­der­liegen­der Palet­ten wer­den Mehrpalet­tenga­beln einge­set­zt. Schub­ga­beln beste­hen aus teleskopför­mig ineinan­der geschobe­nen Gabel­pro­filen. Dieses Anbaugerät wird einge­set­zt, wenn ein Lkw nur von
ein­er Seite über die gesamte Bre­it­seite der Lade­fläche beladen wer­den soll. Bei dem Ein­satz von Anbaugeräten ist zu beacht­en, dass sie die Tragfähigkeit des Sta­plers ver­ringern können.

Preise und Kosten

Ein Preisver­gle­ich lohnt sich immer. Lassen Sie sich ein Kom­plet­tange­bot erstellen, das nicht nur den Anschaf­fung­spreis des Sta­plers, son­dern auch die Kosten für die Über­führung, einen Wartungsver­trag oder einen Full-Ser­vice-Ver­trag beinhaltet.

Energieef­fizienz spielt bei Gabel­sta­plern eine wichtige Rolle. Im Ver­gle­ich zu Blei-Säure-Bat­te­rien sind die Energiekosten bei der neuen wartungs­freien Lithi­um-Ionen-Tech­nolo­gie gün­stiger, sodass sich die zunächst höheren Anschaf­fungskosten während der Nutzungs­dauer kom­pen­sieren kön­nen. Sta­pler mit Ver­bren­nungsmo­tor sind im Ver­gle­ich zu Elek­trosta­plern in der Anschaf­fung meist gün­stiger, jedoch muss mit höheren Kosten für Gas oder Dieselkraft­stoff sowie für Ver­schleißteile und Repara­turen gerech­net werden.

Neben den Energiekosten soll­ten auch die Kosten für die notwendi­ge Infra­struk­tur berück­sichtigt wer­den: Ladesta­tio­nen für Elek­trosta­pler, Lager für Gas­flaschen oder eine Tankstelle für Dieselkraftstoff.


Checkliste: Top Ten zum Staplerkauf

  1. Anforderun­gen an Tragfähigkeit und Hub­höhe definieren.
  2. Antrieb­sart unter Berück­sich­ti­gung der kün­fti­gen Ein­satzbere­iche festlegen.
  3. Geeignete Berei­fung auswählen.
  4. Ausstat­tun­gen von Fahrerk­abine und Fahrersitz festlegen.
  5. Welch­es Rück­hal­tesys­tem ist am geeignetsten?
  6. Prüfen Sie, ob eine Geschwindigkeits­drosselung sin­nvoll ist.
  7. Lassen Sie sich über optis­che Warnein­rich­tun­gen und Fahreras­sis­ten­zsys­teme beraten.
  8. Wird eine Aus­rüs­tung nach StV­ZO benötigt?
  9. Prüfen Sie, ob für bes­timmte Sta­pler­ar­beit­en spezielle Anbaugeräte erforder­lich sind.
  10. Lassen Sie sich von den Her­stellern und Anbi­etern Kom­plet­tange­bote erstellen.
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