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Organisation von Gesundheitstagen

Mit Sicher­heits­be­auf­trag­ten den Erfolg stei­gern

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Auf der Schwingleiter wird das Thema Absturz und Sicherungsgeschirr erfahrbar. Foto: © Institut Input
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Orga­ni­sa­tion, Durch­füh­rung, Nach­be­rei­tung: Das sind die Eckpfei­ler eines jeden Gesund­heits­ta­ges. Doch wie entsteht aus der Planung ein erfolg­rei­cher, möglichst nach­hal­ti­ger Tag? Wie kann die Aktion durch den Einsatz von Sicher­heits­be­auf­trag­ten an Wert gewin­nen? Gesund­heits­tage sind eine Heraus­for­de­rung: Viele Vorstel­lun­gen, Erwar­tun­gen und Pflich­ten sollen mitein­an­der verbun­den werden.

Orga­ni­sa­to­ri­sche Grund­pfei­ler

Nicht selten stellt sich die Situa­tion zum Planungs­auf­takt so dar: Es gibt viele unter­schied­li­che Ideen oder Ratlo­sig­keit, dazu Zeit­druck sowie ein begrenz­tes Budget. Wie kann die Vorbe­rei­tung also möglichst effi­zi­ent orga­ni­siert werden? Dazu soll­ten schon im ersten Planungs­tref­fen die folgen­den fünf Punkte klar defi­niert werden:

  • Ausgangs­lage und Problem­stel­lung: Welches Thema ist von beson­de­rer Rele­vanz? Die Fokus­sie­rung auf ein Thema, dem die Ange­bote unter­ge­ord­net werden, erleich­tert es den Teil­neh­mern die Kern­aus­sa­gen zu erfas­sen. Dies dient dem besse­ren Verständ­nis.
  • Ziel­set­zung: Was ist das Ziel des Akti­ons­ta­ges? Hier können zum Beispiel die Wissens­ver­mitt­lung zu Rege­lun­gen oder die Sensi­bi­li­sie­rung der Mitar­bei­ter für Gefah­ren­si­tua­tio­nen im Zentrum stehen.
  • Ziel­gruppe: Wer soll erreicht werden? Mitar­bei­ter aus der Produk­tion haben andere Bedürf­nisse als Mitar­bei­ter der Verwal­tungs­be­rei­che.
  • Inhalte und Metho­den: Diese erge­ben sich in Abhän­gig­keit von der jewei­li­gen Ziel­gruppe. Es empfeh­len sich expe­ri­men­telle Metho­den mit akti­vie­ren­den Momen­ten, bei denen die Teil­neh­men­den Erfah­run­gen unter kontrol­lier­ten Bedin­gun­gen machen können: Sie werden zu einem Perspek­tiv­wech­sel ange­regt und können sich Inhal­ten leich­ter öffnen als bei reinen Fakten­prä­sen­ta­tio­nen.
  • Konzepte und Rahmen­be­din­gun­gen: Geht es um eine Groß­grup­pen­ver­an­stal­tung oder um einen Tag, an dem in Klein­grup­pen Themen inten­si­ver bear­bei­tet werden? Vor der weite­ren Konzep­tio­nie­rung soll­ten die ersten Rahmen­be­din­gun­gen abge­steckt werden: Welcher Termin ist möglich und welches Zeit­fens­ter steht zur Verfü­gung? Welche Räum­lich­kei­ten kommen in Frage? Soll es eine frei­wil­lige oder eine Pflicht­ver­an­stal­tung sein? Darüber hinaus fallen unter Rahmen­be­din­gun­gen auch die Verpfle­gung der Mitar­bei­ter sowie gege­be­nen­falls die Zusam­men­stel­lung geeig­ne­ter Grup­pen.

Sicher­heits­be­auf­tragte haben das rich­tig wich­tige Wissen

Sicher­heits­be­auf­tragte kennen ihre Kolle­gen. Sie arbei­ten Tag für Tag mit ihnen zusam­men und haben einen Blick für die Heraus­for­de­run­gen und Probleme der Beschäf­tig­ten im Arbeits­all­tag. Dieses Wissen sollte von vorn­her­ein in die Planung von Gesund­heits­ta­gen einbe­zo­gen werden, um den Bedürf­nis­sen der Mitar­bei­ter gerecht werden zu können. Für Sicher­heits­be­auf­tragte bedeu­tet dies, dass sie den Blick für ihre Kolle­gen und deren Bedürf­nisse im Bereich der Arbeits­si­cher­heit schär­fen und es als ihre Aufgabe betrach­ten, dieses Wissen in das Unter­neh­men einzu­brin­gen.

Durch­füh­rung von Gesund­heits­ta­gen

Ob Groß­grup­pen­ver­an­stal­tung oder mehrere Veran­stal­tun­gen für klei­nere Grup­pen – bei allen Konzep­ten lohnt es sich, Mitar­bei­ter aktiv einzu­be­zie­hen. Dies kann durch das Einfan­gen von Stim­mungs­bil­dern, so etwa durch eine „Abstim­mung mit den Füßen“ oder den Einsatz verschie­de­ner Instal­la­tio­nen, bei denen Mitar­bei­ter Expe­ri­mente auspro­bie­ren können, gesche­hen. Denn durch selbst gemachte Erfah­run­gen bekom­men auch bekannte Themen Neuheits­cha­rak­ter. Ein Perspek­tiv­wech­sel ermög­licht ange­regte Diskus­sio­nen und moti­viert zu einer Ausein­an­der­set­zung mit den Inhal­ten.

Eine Ideal­vor­stel­lung ist, dass nicht der Sicher­heits­be­auf­tragte den Kolle­gen auf die Finger schaut, sondern dass die Kolle­gen zu ihrem Sicher­heits­be­auf­trag­ten kommen und ihn um Rat fragen. Eine weitere Vision besteht darin, dass nicht der Sicher­heits­be­auf­tragte zu seiner Führungs­kraft gehen muss, um ihn an seine Verant­wor­tung zu erin­nern, sondern dass die Führungs­kraft zum Sicher­heits­be­auf­trag­ten kommt und diesen um Rat und Tat bittet. Ein Akti­ons­tag kann die Verwirk­li­chung dieser Vision fördern: Wenn Sicher­heits­be­auf­tragte als Sprach­rohr der Kolle­gen in Bezug auf sicher­heits­re­le­vante Themen dienen und ihnen bei solchen Veran­stal­tun­gen Gehör geschenkt wird, werden sie sowohl von ihren Führungs­kräf­ten als auch von ihren Kolle­gen in dieser Funk­tion wahr­ge­nom­men. Bei der Eröff­nung eines Gesund­heits­ta­ges könn­ten Sicher­heits­be­auf­tragte zudem die Chance nutzen, ihre Haltung zum zentra­len Sicher­heits­thema in einem Inter­view durch den Mode­ra­tor zu vertre­ten und sich als kompe­ten­ter Ansprech­part­ner für die Kolle­gen anzu­bie­ten.

Sinn­voll ist zudem, dass Sicher­heits­be­auf­tragte die akti­ven Aktio­nen beglei­ten und dabei in Kontakt mit möglichst vielen Kolle­gen treten. Weil Sicher­heits­be­auf­tragte aus dem Herzen des Gesche­hens kommen, kennen sie die Spra­che der Kolle­gen und wissen diese abzu­ho­len. Der aktive Austausch mit Kolle­gen zum Thema Sicher­heit ist sehr wert­voll, weil sich daraus Ansatz­punkte für sinn­volle Verän­de­run­gen zur Verbes­se­rung der Arbeits­si­cher­heit erge­ben
können.

Die Nach­be­rei­tung

Der Akti­ons­tag kann als Teil eines Prozes­ses verstan­den werden, bei dem Vorbe­rei­tung, Durch­füh­rung und Nach­be­rei­tung gleich­wer­tig sind.

Sicher­heits­be­auf­tragte als Schlüs­sel der Nach­be­rei­tung

Wenn Sicher­heits­be­auf­tragte von Anfang an in den Prozess einbe­zo­gen sind, ist klar, dass ihr Verhal­ten einen großen Einfluss auf den Erfolg der Veran­stal­tung hat. Im Vorfeld des Akti­ons­ta­ges soll­ten sie deshalb eine fach­li­che und gege­be­nen­falls rheto­ri­sche Stär­kung erfah­ren.

Hier­bei lässt sich auch das weitere Vorge­hen im Anschluss des Akti­ons­ta­ges thema­ti­sie­ren. Der Einsatz unter­schied­li­cher Instru­mente zum erneu­ten Aufgrei­fen der Inhalte, aber auch die Aufnahme und Doku­men­ta­tion von Verän­de­rungs­wün­schen der Mitar­bei­ter helfen dem Betrieb bezie­hungs­weise der Führungs­kraft, über riskante Situa­tio­nen und Verhal­tens­wei­sen, aber auch über Verbes­se­rungs­vor­schläge von Mitar­bei­ter­seite aus im Bilde zu sein.

Ein mögli­ches Instru­ment hier­für sind „Kroko­dil­kar­ten“ (siehe Abbil­dung oben): Mitar­bei­ter können auf diesen Karten Situa­tio­nen melden, bei denen sie denken „Wenn das so bleibt, geht es irgend­wann schief!“. Die Karten werden dann an den kommu­ni­zier­ten Sammel­stel­len abge­ge­ben.

Sicher­heits­be­auf­tragte können mit Unter­stüt­zung der jewei­li­gen Führungs­kraft Feed­backs zu ange­spro­che­nen Proble­men in die Beleg­schaft tragen. Denn niemand aus dem Kreis der Arbeits­schüt­zer im Unter­neh­men ist so nah dran am Gesche­hen wie die Sicher­heits­be­auf­trag­ten. Ausge­stat­tet mit Kompe­tenz und Befug­nis­sen sowie einem guten Draht zur ASI-Abteilung und/oder der Führungs­kraft können sie die Kolle­gen schnell und direkt in Sicher­heits­be­lan­gen unter­stüt­zen.


Fließ­text std


Autoren: Nele Plitt, M.Sc. Psycho­lo­gie,

Johan­nes Kronen,
Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit

Insti­tut Input GmbH


Praxis-Tipps

  • Liste
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Als Sicher­heits­be­auf­trag­ter an Gesund­heits­ta­gen sicht­bar werden

Auf diese Weise können Sicher­heits­be­auf­tragte an Gesund­heits­ta­gen in den Vorder­grund treten, sich als kompe­tente Ansprech­part­ner erwei­sen und den Akti­ons­tag aktiv mitge­stal­ten:

  • Bereits vor der Veran­stal­tung vor Ort sein, die Teil­neh­mer aktiv begrü­ßen und für Fragen zum Tag zur Verfü­gung stehen.
  • Bei der Eröff­nung des Tages neben Geschäfts­füh­rung, Betriebs­rat und/oder FASI in einer Inter­viewrunde präsent sein, um aktu­elle Sicher­heits­the­men darzu­stel­len und die eigene Rolle im Betrieb zu stär­ken.
  • Die Teil­neh­mer weiter­hin durch den Tag beglei­ten – entwe­der durch das Lotsen einer festen Gruppe durch verschie­dene Expe­ri­mente oder durch die Über­nahme von eige­nen Mode­ra­tio­nen oder Assistenz-Moderationen.
  • Das Gespräch mit Mitar­bei­tern suchen und deren Eindrü­cke sowie mögli­cher­weise vorhan­dene Sicher­heits­pro­bleme erfas­sen.
  • Teil­neh­mer am Ende der Veran­stal­tung verab­schie­den und darauf hinwei­sen, dass sie sich bei Fragen zu Sicher­heits­be­lan­gen gerne an ihren
    Sicher­heits­be­auf­trag­ten wenden können.

Fließ­text std

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