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Brandlasten in Flucht- und Rettungswegen

Für den Ernstfall vorbeugen
Brandlasten in Flucht- und Rettungswegen

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Foto: © Matthias Buehner - stock.adobe.com
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Wenn es bren­nt, sind Flucht- und Ret­tungswege oft­mals die einzige Möglichkeit für die Beschäftigten aus einem Gebäude zu kom­men. Wenn solche Bere­iche Män­gel aufweisen und diese nicht erkan­nt wer­den, kann das katas­trophale Fol­gen haben. Lei­der geht im Tages­geschäft die Aufmerk­samkeit für solche The­men oft­mals ver­loren. In diesem Artikel zeigt unser Fachau­tor, wie Sie als Sicher­heits­beauf­tragter dafür sor­gen kön­nen, dass Flucht- und Ret­tungswege im Ern­st­fall ihren Zweck erfüllen und nicht mit Brand­las­ten zugestellt sind.

Brand­las­ten in Flucht- und Ret­tungswe­gen bedeuten eine große Gefahr. Unter ein­er Brand­last ver­ste­ht man die Menge und Art von brennbaren Mate­ri­alien. Alle brennbaren Stoffe, die in ein Gebäude einge­baut sowie hineinge­bracht wer­den, bilden somit die Brand­last. Brand­last ist die Energie, welche beim Ver­bren­nen eines Objek­ts freige­set­zt wird. Jed­er Aktenord­ner, jede Ver­pack­ung, jed­er brennbare Gegen­stand tra­gen dazu bei, dass sich die Brand­last in einem Betrieb erhöht.

Brandlast möglichst gering halten

Damit die Brand­last möglichst ger­ing bleibt, ist es im Sinne des vor­beu­gen­den Brand­schutzes wichtig, Ord­nung und Sauberkeit im Betrieb zu hal­ten. Als Sicher­heits­beauf­tragter sor­gen Sie bei der täglichen Wahrnehmung ihrer Auf­gaben dafür, dass der Gesund­heitss­chutz der Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er in ihrem Betrieb ein höheres Lev­el erre­icht. Dazu gehört natür­lich auch die Betra­ch­tung des Ern­st­falls. Ein­fache Fra­gen wie beispiel­sweise „Was passiert eigentlich, wenn es bei uns bren­nt?“ oder „Wie kom­men die Men­schen aus unserem Gebäude?“ kön­nen dabei helfen.

Wenn Sie sich als Sicher­heits­beauf­tragter diese Frage bei Ihren Rundgän­gen immer wieder stellen, wer­den Sie schnell merken, dass man an der einen oder anderen Stelle etwas verbessern kann. Auch hier gilt „nur zu unter­weisen, dass Flucht- und Ret­tungswege freizuhal­ten sind“ reicht nicht aus. Auch das reine Anbrin­gen von Schildern an ein­er Wand, die beispiel­sweise das Abstellen von Palet­ten unter­sagen, genügt nicht. Es wäre ja dur­chaus möglich, dass Palet­ten so hoch gestapelt wer­den, dass die Schilder nicht mehr zu lesen sind. Deshalb ist es enorm wichtig, dass solche Ver­bote beziehungsweise Unter­weisungs­the­men kon­tinuier­lich über­prüft wer­den. Dies ist eine Auf­gabe, die Sie bei Ihren Rundgän­gen erledi­gen kön­nen.

Fluchtwege bis zum Ende gehen

Wenn Sie einen Fluchtweg bege­hen und kon­trol­lieren, dann tun Sie das bitte bis zum Ende. Es ist wichtig, auch mal die andere Seite der Notaus­gangstür in Augen­schein zu nehmen: Wie sieht es da aus? Sind dort auch keine Brand­las­ten? Ist die Tür vielle­icht abgeschlossen? Oder ist die Tür von außen zugestellt? Da ein Betrieb natür­lich lebt, gibt es in diesen Bere­ichen immer wieder Verän­derun­gen. Soll heißen, es macht wenig Sinn, diese Kon­trollen nur ein­mal im Jahr durchzuführen. Die Inter­valle sollte man anhand der vorge­fun­de­nen „Män­gel“ fes­tle­gen. Je mehr Män­gel oder Gefahren man fest­stellt, desto häu­figer sollte man kon­trol­lieren. All dies gehört in den Bere­ich des organ­isatorischen Brand­schutzes.

Wegschauen ist keine Lösung

Aber auch im baulichen Brand­schutz spielt die Brand­last eine Rolle. Denn wie oben beschrieben zählen alle ver­baut­en Gegen­stände (Wand­verklei­dun­gen, elek­trische Leitun­gen, etc.), wenn sie brennbar sind, zu Brand­las­ten. Hier wird es allerd­ings für den Sicher­heits­beauf­tragten schwieriger, Fehlver­hal­ten beziehungsweise Män­gel zu iden­ti­fizieren und zu melden, da ihm vielle­icht die nötige Aus­bil­dung sowie Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu einzel­nen Bauteilen fehlen. Nichts­destotrotz soll­ten Sie als Sicher­heits­beauf­tragter auch The­men im „Baulichen Brand­schutz“ ansprechen und anstoßen. Wegschauen ist auch hier keine Lösung. Die in diesem Artikel aufgezeigten Maß­nah­men und Tipps sind nicht schwierig umzuset­zen. Es macht aber dur­chaus Sinn sich alle Punk­te, die man über­prüfen möchte, in ein­er Check­liste niederzuschreiben und diese Schritt für Schritt zu kon­trol­lieren. Man wird sich nie zu hun­dert Prozent vor einem Brand schützen kön­nen, aber man kann einiges dafür tun, die Fol­gen so ger­ing wie möglich zu hal­ten.


Foto: © CI Werk GmbH

Autor: Christoph Ament

Fachkraft für Arbeitssicher­heit, Fach­plan­er Brand­schutz

Rau Arbeitss­chutz GmbH & Co. KG


Weiterführende Informationen

  • DGUV Infor­ma­tion 205–001 – Arbeitssicher­heit durch vor­beu­gen­den Brand­schutz; https://publikationen.dguv.de
  • Der ASS-Brief Flucht- und Ret­tungswege beschreibt eine Arbeit­saufteilung, die sich in der Prax­is bewährt hat; www.bghm.de (Web­code 215)

Praxis-Tipps

  • Kon­trol­lieren Sie regelmäßig Flucht- und Ret­tungswege:
    Sind sie frei bege­hbar und nicht mit Brand­las­ten zugestellt?
  • Gehen Sie sie bis zum Ende: Lässt sich die Notaus­gangstür öff­nen? Wie sieht es dahin­ter aus?
  • Leg­en Sie die Kon­trol­linter­valle anhand der vorge­fun­de­nen Män­gel fest. Je mehr Män­gel, desto häu­figer kon­trol­lieren.
  • Sprechen Sie bauliche Män­gel an, die Ihnen auf­fall­en, auch wenn Sie vielle­icht nicht über tief­eres Wis­sen darüber ver­fü­gen.
  • Machen Sie sich eine Check­liste, und kon­trol­lieren Sie das darauf Fest­ge­hal­tene Schritt für Schritt.
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