Adalbert Hejla. Nachgefragt -
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Nachgefragt

Adal­bert Hejla

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Adal­bert Hejla kommt in seinem Beruf hoch hinaus: Bei Wartungs­ar­bei­ten an den Wind­an­la­gen von juwi, einem Spezia­lis­ten für erneu­er­bare Ener­gien, bewegt er sich regel­mä­ßig in lufti­ger Höhe.

Herr Hejla, bei Ihren Einsät­zen an Wind­kraft­an­la­gen kann einem schon beim bloßen Zuse­hen schwind­lig werden. Haben Sie beim Klet­tern in dieser Höhe kein mulmi­ges Gefühl?

Das ist alles eine Frage der Gewohn­heit. Seekrank darf man als Wartungs­in­ge­nieur aber defi­ni­tiv nicht sein. Schließ­lich schwankt der Turm ganz ordent­lich. Bei meinem ersten Aufstieg hatte ich schon ein mulmi­ges Gefühl. Es hat sich ein wenig ange­fühlt wie auf einem Segel­boot. Aber bis auf das Schwan­ken der Gondel merkt man beim Arbei­ten so gut wie gar nicht, dass man in mehr als 140 Metern Höhe unter­wegs ist. Dem Auge fehlen ja die Refe­renz­punkte, da es in der Gondel keine Fens­ter gibt.

Mitt­ler­weile bin ich seit sieben Jahren auf Wind­rä­dern unter­wegs. Höhen­angst hat man da keine mehr. Selbst beim Aufstieg über die Leiter. Da ist man viel zu sehr mit Klet­tern beschäf­tigt, sodass man die Höhe eigent­lich gar nicht wahr­nimmt. Was bleibt, ist die körper­li­che Anstren­gung – gerade wenn man längere Zeit nicht mehr geklet­tert ist. Dann kommt einem die Leiter unend­lich lang vor.

Was ist die größte Gefahr bei solchen Arbei­ten?

Aufgrund der großen Höhe verschär­fen sich natür­lich die Gefah­ren. Ein am Boden eher harm­lo­ser Unfall kann in der Gondel ganz andere Auswir­kun­gen haben, schließ­lich ist das Maschi­nen­haus für den norma­len Rettungs­dienst nicht zu errei­chen. Bei schwe­ren Unfäl­len muss daher die Höhen­ret­tungs­staf­fel der Feuer­wehr alar­miert werden. Bis diese aller­dings am Unfall­ort einge­trof­fen ist, vergeht natür­lich wert­volle Zeit. Aus diesem Grund arbei­ten wir grund­sätz­lich nur zu zweit.

Beide Perso­nen sind in Erster Hilfe ausge­bil­det und so geschult, dass sie sich gegen­sei­tig mit dem Höhen­ret­tungs­ge­rät absei­len können. Die Selbst­hilfe steht hier an erster Stelle. Die Unfall­ge­fahr muss man stets im Hinter­kopf behal­ten und entspre­chend acht­sam arbei­ten. Wie in ande­ren Beru­fen auch, passie­ren Unfälle meist dann, wenn sich Routine einschleicht und weni­ger fokus­siert gear­bei­tet wird.

Haben Sie selbst schon einen brenz­li­gen Moment erlebt?

Wirk­lich brenz­lige Situa­tio­nen habe ich noch nicht erlebt. Inten­si­ves Trai­ning, Fort‐ und Weiter­bil­dun­gen und natür­lich die Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung verhin­dern schwere Unfälle.

Wie wich­tig ist Ihnen Ihre Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung?

Gene­rell besteht in der Anlage kaum die Möglich­keit abzu­stür­zen. In gefähr­de­ten Berei­chen, wie auf der Leiter und auf dem Gondel­dach, muss die Persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung (PSA) zwin­gend getra­gen und sich beim Auf‐ und Abstieg fest an den Siche­rungs­punk­ten ange­schla­gen werden. Hält man sich an diese Sicher­heits­richt­li­nien, sind Unfälle so gut wie ausge­schlos­sen. Natür­lich muss man lernen, seiner Persön­li­chen Schutz­aus­rüs­tung zu vertrauen. Das geht aber sehr schnell. Schließ­lich trägt man sie bei jedem Einsatz. Dadurch wird sie zu einer Art zwei­ter Haut, die man immer mit sich führt.


Steck­brief

  • gebo­ren 1985 in Tichau (Polen)
  • Beruf: Elek­tro­in­ge­nieur mit der Vertie­fungs­rich­tung Mecha­tro­nik
  • Höchs­ter Einsatz­ort: 145 Meter Naben­höhe
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