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Wenn Nachbarn Kräfte für die Gesundheit bündeln

BGM‐Projekt „GeMit – Gesun­der Mittel­stand Deutsch­land“

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In fünf regio­na­len Betriebs­nach­bar­schaf­ten setzt das Insti­tut für Betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung der AOK Rheinland/Hamburg ein viel­fäl­ti­ges und effek­ti­ves Betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment für Klein‐ und Kleinst­be­triebe um. So in Wald­bröl und im Gewer­be­ge­biet Windhagen‐West im ober­ber­gi­schen Land, wo die teil­neh­men­den Unter­neh­mer vom Erfolg des Projekts über­zeugt sind.

Dr. Joerg Hensiek

Die Auftakt­ver­an­stal­tung des im Gewer­be­ge­biet Windhagen‐West, in der Nähe des ober­ber­gi­schen Gummers­bach, ist sehr gut besucht. Über 300 Beschäf­tigte aus den insge­samt zwölf teil­neh­men­den Unter­neh­men der „Betriebs­nach­bar­schaft Windhagen‐West“ sind zur Auftakt­ver­an­stal­tung, dem Markt der Gesund­heits­mög­lich­kei­ten gekom­men. An einer Station wird deut­lich, wie Atmung bewusst zur Entspan­nung beitra­gen kann, an der Food‐Bar kosten die Besu­cher gesunde Ernäh­rung und mit einem „Alters­si­mu­la­ti­ons­an­zug“ können sie schon einmal auspro­bie­ren, wie sich denn Arbeit und Bewe­gung für die über 60‐Jährigen anfüh­len.

Der Markt der Gesund­heits­mög­lich­kei­ten wurde vom Kölner „Insti­tut für Betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung“ (BGF) der AOK Rheinland/Hamburg gestal­tet, um die Betriebs­nach­bar­schaft in Windhagen‐West für alle dort täti­gen Beschäf­tig­ten erleb­bar zu machen. Dr. Birgit Schau­erte vom BGF erklärt den Sinn der Veran­stal­tung: „Mit diesem Gesund­heits­markt und der Nach­bar­schafts­be­treu­ung bieten wir den teil­neh­men­den Unter­neh­men und deren Beschäf­tig­ten in Windhagen‐West einen syste­ma­ti­schen Einstieg, um das Poten­zial des Themas Gesund­heit zu erken­nen und die Hand­lungs­fel­der im Unter­neh­men zu iden­ti­fi­zie­ren.“ Was ist so wich­tig und neu am Konzept der Betriebs­nach­bar­schaf­ten? Warum wurde dieses im Rahmen des geför­der­ten Forschungs­pro­jek­tes GeMit entwi­ckelt? Schau­erte meint: „Betrieb­li­che Gesund­heits­ma­nage­ment (BGM) wird in vielen größe­ren Unter­neh­men syste­ma­tisch umge­setzt und deren Beschäf­tig­ten können ein brei­tes Spek­trum an gesund­heits­för­dern­den Maßnah­men nutzen.

Kleine Betriebe brau­chen Unter­stüt­zung
beim BGM

Ganz anders bei den klei­nen und kleins­ten Unter­neh­men (KKU). 80 Prozent der Betriebe mit weni­ger als 50 Mitar­bei­tern setz­ten derzeit noch keine Maßnah­men zur Betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung um. Für diese ist es schwie­rig, ein brei­tes BGM‐Angebot zu reali­sie­ren. Der Zusam­men­schluss mehre­rer KKU in einer Betriebs­nach­bar­schaft erleich­tert das Vorha­ben ganz erheb­lich. So gewin­nen die Beschäf­tig­ten und gleich­zei­tig profi­tie­ren die Unter­neh­men – sie machen sich für die Gesund­heit ihrer Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter stark und posi­tio­nie­ren sich als attrak­ti­ver Arbeit­ge­ber.“

Betreut werden die Unter­neh­men der Betriebs­nach­bar­schaf­ten im ober­ber­gi­schen Kreis durch einen Gesund­heits­ex­per­ten des BFG‐Instituts der AOK Rheinland/Hamburg. „Aus den Ergeb­nis­sen der betrieb­li­chen Analy­sen entwi­ckeln wir gemein­sam ein attrak­ti­ves Gesund­heits­kon­zept für die Nach­bar­schaft. Hier­bei werden die teil­neh­men­den Unter­neh­men beim Aufbau eines Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments unter­stützt und die Beschäf­tig­ten profi­tie­ren von einem viel­fäl­ti­gen Gesund­heits­an­ge­bot, zum Beispiel zu den Themen Bewe­gung, Ernäh­rung, Entspan­nung, und Raucher­ent­wöh­nung“, erläu­tert Schau­erte.

Andreas Schö­cke, Geschäfts­füh­rer von „Die Trocken­pro­fis“, kann das nur unter­schrei­ben. BGM schei­tert ihm zufolge in klei­nen Unter­neh­men allein schon an den gerin­gen Teil­neh­mer­zah­len für einzelne Gesund­heits­maß­nah­men: „Die Betriebs­nach­bar­schaft macht schon deshalb Sinn, weil man mit drei oder vier Leuten keinen Gesund­heits­kurs orga­ni­sie­ren kann. Durch die Part­ner­schaft mit ande­ren Unter­neh­men kommen aber aus den ande­ren Betrie­ben eben­falls Beschäf­tigte, die sich für eine spezi­elle Maßnahme inter­es­sie­ren, und schon kann der Kurs aufgrund der genü­gend großen Teil­neh­mer­zahl zustande kommen.“

Beispiel Baucen­trum Cron­rath GmbH

Auch der Geschäfts­füh­rer des Baucen­trums Cron­rath GmbH, Stefan Sandor, sieht die Vorteile der Wald­brö­ler Betriebs­nach­bar­schaft. In seinem Unter­neh­men seien die Beschäf­tig­ten mit einer Viel­zahl von Anfor­de­run­gen und auch Belas­tun­gen konfron­tiert. So laufen einige der Mitar­bei­ter in den Lager‐ und Ausstel­lungs­hal­len zehn bis zwölf Kilo­me­ter pro Tag, andere Mitar­bei­ter wiederum gehen sehr mono­to­nen und bewe­gungs­ar­men Tätig­kei­ten nach. Sein Unter­neh­men wisse, so Sandor, dass die Gesund­heit der Beschäf­tig­ten als auch betrieb­li­che Gesund­heits­maß­nah­men für Betriebe immer wich­ti­ger werde. Sandor meint: „Einer­seits erhöht ein viel­sei­ti­ges Gesund­heits­an­ge­bot die Attrak­ti­vi­tät des Unter­neh­mens als Arbeit­ge­ber. Ande­rer­seits bewe­gen sich Arbeit­neh­mer heute weni­ger als noch vor 20 Jahren, gleich­zei­tig müssen sie aber länger arbei­ten. Es liegt also auch in unse­rem Inter­esse, unsere Mitar­bei­ter durch Gesund­heits­maß­nah­men so lange fit zu halten wie möglich.“

Das Baucen­trum Cron­rath GmbH habe zwar 145 Beschäf­tigte, aber aufgrund der viel­fäl­ti­gen Tätig­keits­fel­dern im Betrieb sei es auch für ein Unter­neh­men dieser Größen­ord­nung unmög­lich, für alle rele­van­ten Krank­heits­bil­der und Belas­tun­gen analoge Gesund­heits­maß­nah­men anzu­bie­ten. „Daher begrü­ßen wir diese Verbund­be­treu­ung im Rahmen der Betriebs­nach­bar­schaft ausdrück­lich. In Zusam­men­ar­beit mit den ande­ren Unter­neh­men können wir in Zukunft Dinge stem­men, die für jedes Unter­neh­men auf sich selbst gestellt unmög­lich wären: von der Sucht­prä­ven­tion, über Bewe­gungs­an­ge­bote und gesun­der Ernäh­rung bis hin zu ergo­no­mi­sche Maßnah­men an den Arbeits­plät­zen oder Verhal­tens­schu­lun­gen am Arbeits­platz. Unser Enga­ge­ment in der Betriebs­nach­bar­schaft in Wald­bröl ist für uns also eine ganz wich­tige Etappe, um unsere Beleg­schaft auf Dauer gesund zu halten“, sagt der Geschäfts­füh­rer des Baucen­trums Cron­rath GmbH.

Rolle der Sifa

Dr. Birgit Schau­erte sieht in den Betriebs­nach­bar­schaf­ten auch ein wich­ti­ges zukünf­ti­ges Betä­ti­gungs­feld für die Fach­kräfte für Sicher­heit, vor allem rund um das Thema Arbeits­schutz. Viele der klei­ne­ren Unter­neh­men erfüll­ten nicht die gesetz­li­chen Aufla­gen, insbe­son­dere im Hinblick auf Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen und Betrieb­li­ches Einglie­de­rungs­ma­nage­ment. Weiter­hin seien die Sifa neben Geschäfts­füh­rung und Betriebs­ärz­ten wich­tige Akteure beim Aufbau einer Arbeits­schutz­or­ga­ni­sa­tion in den teil­neh­men­den Unter­neh­men. Das gelte nicht nur für die Unter­neh­men, die eigene Sifa beschäf­ti­gen. Schau­erte erläu­tert: „Viele kleine Firmen grei­fen auf Arbeits­me­di­zi­ni­sche Zentren und deren arbeits­me­di­zi­ni­sche und sicher­heits­tech­ni­sche Betreu­ung zurück. Hier wären im Kontext der Betriebs­nach­bar­schaf­ten auch externe Pool­be­treu­un­gen möglich.“


Auftakt­ver­an­stal­tung des Betriebs­nach­bar­schafts­pro­jekts in Wald­bröl

Foto: © BGF
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