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Weiter­ent­wick­lung in den Start­lö­chern

Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit
Weiter­ent­wick­lung in den Start­lö­chern

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Mit der weiterentwickelten Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit wird der Dozent zum Lernbegleiter auf Augenhöhe. Foto: © Voyagerix – stock.adobe.com
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Die Idee einer Weiter­ent­wick­lung und Harmo­ni­sie­rung der Sifa-Qualifizierung entstand 2009. Zwei Jahre später lag das Ausbil­dungs­mo­dell für die weiter­ent­wi­ckelte Ausbil­dung vor. Jetzt biegt das Projekt auf die Ziel­ge­rade: Im ersten Quar­tal 2018 beginnt am Insti­tut für Arbeit und Gesund­heit der DGUV (IAG) in Dres­den der erste Pilot-Lehrgang nach neuem Muster.

Es gab mehrere Gründe für eine Verän­de­rung des Ausbil­dungs­sys­tems zur sicher­heits­tech­ni­schen Fach­kunde:

  • eine einheit­li­che Sifa-Ausbildung anstelle der beiden bishe­ri­gen Systeme für den gewerb­li­chen Bereich einer­seits und den öffent­li­chen Bereich ande­rer­seits
  • eine Anpas­sung an die Erfor­der­nisse einer moder­nen Erwach­se­nen­bil­dung anstelle des schon etwas ange­staub­ten didak­ti­schen Ansat­zes bei den bishe­ri­gen Ausbil­dungs­sys­te­men.

Neuer Bildungs­an­satz

Die didak­ti­schen Leit­li­nien des Ausbil­dungs­mo­dells und das im Jahr 2013 verab­schie­dete, gemein­same Bildungs­ver­ständ­nis der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger sind das wirk­lich „Neue“ in der Weiter­ent­wick­lung. Das gemein­same Bildungs­ver­ständ­nis zeigt in seinem Titel bereits die Rich­tung auf: „Kompe­tenz­bil­dung für Sicher­heit und Gesund­heits­schutz (KoSiG)“. Es geht nicht mehr nur darum, was Akteure im Bereich Sicher­heit und Gesund­heit wissen, sondern darum, was sie tatsäch­lich umzu­set­zen in der Lage sind. Und in letz­ter Konse­quenz eben darum, inwie­weit sie den Unter­neh­mer wirk­sam bera­ten.

Kompe­tenz­ori­en­tie­rung

Die Leit­frage lautet also: „Was muss die Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit können, um den Arbeit­ge­ber wirk­sam zu bera­ten?“. Und hier­aus abge­lei­tet die Frage: „Wie können Lernende tatsäch­lich Hand­lungs­kom­pe­ten­zen entwi­ckeln?“ Eine grund­sätz­li­che Neuaus­rich­tung der Didak­tik und die Entwick­lung einer Art „Arbeits­schutz­di­dak­tik“ waren nötig, um dieser „Kompe­tenz­ori­en­tie­rung“ Rech­nung zu tragen. Sie bildet den Mittel­punkt der Weiter­ent­wick­lung der Sifa-Ausbildung. Metho­disch steht dabei die aktive Ausein­an­der­set­zung der Lernen­den mit dem jewei­li­gen Thema im Vorder­grund. Das selb­stän­dige, krea­tive Lösen von komple­xen Problem­stel­lun­gen ist eine Art und Weise, das Thema tiefer zu durch­drin­gen, nach­hal­ti­ger zu verin­ner­li­chen und dann in die Praxis zu trans­fe­rie­ren.

SPASS und Fall­bei­spiele

Künf­tig wird vor allem mit „SPASS“ gelernt: Selbst­ge­steu­ert, Problem lösend, Aktiv, in Situa­tio­nen und in Sozia­lem Austausch. Das gemein­same Lösen von konkre­ten Proble­men aus der Praxis für die Praxis wird sehr schnell den Bezug zur Arbeits­welt herstel­len. Anhand konkre­ter Arbeits­si­tua­tio­nen in einem medial entspre­chend aufbe­rei­te­ten Beispiel­un­ter­neh­men werden Problem­stel­lun­gen und Heraus­for­de­run­gen gemein­sam, fach­lich fundiert und mit unter­schied­li­chen Metho­den gelöst. Früh­zei­tig sollen die Teil­neh­men­den zudem Frage­stel­lun­gen im eige­nen Unter­neh­men bear­bei­ten. So wird die Anwen­dung von Metho­den (zum Beispiel der Gefähr­dungs­ana­lyse und der Recher­che im Regel­werk) inten­siv geübt um letzt­lich den Trans­fer in die betrieb­li­che Praxis der Lerne­rin­nen und Lerner sicher­zu­stel­len.

Fundier­tes Arbeitsschutz-Fachwissen

In den letz­ten Jahren wurde manch­mal der Vorwurf laut, dass durch die didak­ti­sche Neuaus­rich­tung der Sifa-Qualifizierung die Fach­in­halte in den Hinter­grund treten. Das Gegen­teil ist der Fall. Ohne ein fundier­tes Arbeitsschutz-Fachwissen können Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer Probleme nicht oder nur unzu­rei­chend lösen. Das behan­delte Fach­wis­sen wird aktua­li­siert und wo sinn­voll und erfor­der­lich neu geord­net, also weiter­ent­wi­ckelt.

Aller­dings verän­dert sich die Art und Weise, wie die künf­ti­gen Sifa sich das Fach­wis­sen aneig­nen. Es ist wissen­schaft­lich bewie­sen, dass fron­tale Lehr­me­tho­den eben nicht zu einem nach­hal­ti­gen Wissens- oder gar Kompe­tenz­er­werb führen. Das aktive Ausein­an­der­set­zen mit den Themen und das frei­wil­lige, selbst­or­ga­ni­sierte Lernen führen sehr viel besser zum Erfolg.

Sifa-Wissensbausteine für das selbst­or­ga­ni­sierte Lernen

In einer Biblio­thek mit circa 100 Sifa-Wissensbausteinen steht den Lernen­den das grund­le­gende Fach­wis­sen bereit. Sifa-Wissensbausteine sind thema­tisch sortierte, mitein­an­der vernetzte und didak­tisch gut aufbe­rei­tete, mal mehr und mal weni­ger kurze Lektio­nen. Die Wissens­bau­steine finden die Lernen­den auf einer Lern­platt­form, der Sifa-Lernwelt. Egal ob auf einem großen Bild­schirm, auf dem Smart­phone oder dem Tablet: Die Wissens­bau­steine lassen sich unab­hän­gig vom Endge­rät gut durch­ar­bei­ten.

Es ist geplant, die Sifa-Wissensbausteine auch allen ande­ren Inter­es­sier­ten zur Infor­ma­tion und Auffri­schung zur Verfü­gung zu stel­len. Somit wird der Ansatz des lebens­lan­gen Lernens seitens der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger an dieser Stelle mit Leben gefüllt und den Akteu­ren im Bereich Sicher­heit und Gesund­heit eine stets aktu­elle Über­sicht über das gesamte Fach­ge­biet ange­bo­ten.

Neben den Wissens­bau­stei­nen wird die Biblio­thek noch eine ganze Reihe ande­rer Medien enthal­ten, die SOL inter­es­sant und abwechs­lungs­reich machen, beispiels­weise Erklär­filme und Trai­nings­ein­hei­ten, um das Verständ­nis des Gelern­ten zu über­prü­fen und zu reflek­tie­ren.

Lern­orte

Die Ausbil­dung findet an drei verschie­de­nen Lern­or­ten statt:

  • im Semi­nar
  • im selbst­or­ga­ni­sier­ten Lernen (SOL)
    Diese Selbst­lern­pha­sen bestehen im Wesent­li­chen aus persön­li­chem Lernen zum Wissens­er­werb mit einer indi­vi­du­el­len Lern­zeit. Das Lernen in den selbst­or­ga­ni­sier­ten Lern­zei­ten wird mit konkre­ten Lern- und Arbeits­vor­ga­ben struk­tu­riert und unter­stützt. Die Lernen­den können über die Sifa-Lernwelt (Lern­platt­form) sich austau­schen und zusam­men­ar­bei­ten. Anhand von Fall­bei­spie­len werden die erwor­be­nen Kompe­ten­zen einge­übt.
  • im Prak­ti­kum: Hier werden im eige­nen Betrieb die bis dahin erwor­be­nen Kompe­ten­zen über problem­ori­en­tierte Aufga­ben­stel­lun­gen in der Praxis ange­wen­det und gefes­tigt.

Alle drei Berei­che sind durch Lernort-übergreifende Aufga­ben und Themen eng mitein­an­der verzahnt. Akti­vie­rende Metho­den und Situa­tio­nen, die den Lerner den Stoff oder das Problem erle­ben und durch­drin­gen lassen, unter­stüt­zen den Kompe­tenz­er­werb. Die Lern­si­tua­tio­nen bieten den Lernen­den die Möglich­keit, ihre jewei­li­gen Erfah­run­gen und Perspek­ti­ven einzu­brin­gen und im sozia­len Mitein­an­der zu krea­ti­ven und prag­ma­ti­schen Lösun­gen zu kommen. Fall­stu­dien, Exper­ten­be­fra­gun­gen, Diskus­si­ons­run­den und viele andere Metho­den kommen hier­bei in Frage. Der gezielte und passende Einsatz der Metho­den und die Ausrich­tung auf die jewei­lige Lern­gruppe wird Bestand­teil der Lernbegleiter-Qualifizierung sein.

Ablauf der Ausbil­dung

Abbil­dung 1 stellt den zeit­li­chen Ablauf der Ausbil­dung sowie die fünf aufein­an­der aufbau­en­den Lern­fel­der dar. Der Stan­dard­ab­lauf wird in Kurs­ver­bün­den erfol­gen Dies ermög­licht den Lernen­den einen inten­si­ven Austausch und ein gemein­sa­mes Lernen auch im SOL. Im Vergleich zum bishe­ri­gen Ausbil­dungs­sys­tem für den gewerb­li­chen Bereich erhöht sich die Anzahl der Semi­nar­tage nicht (20 Tage zu je neun Lern­ein­hei­ten). Die normale Kurs­dauer wird circa 77 Wochen betra­gen. Hier wird ange­nom­men, dass den Teil­neh­mern in der selbst­or­ga­ni­sier­ten Lern­zeit jeweils ein Tag pro Woche für die Sifa-Ausbildung zur Verfü­gung steht. Die fünf Lern­er­folgs­kon­trol­len (LEK) vertei­len sich auf alle Lern­orte.

Kompe­tenz­pro­fil der Sifa

Gut ein Drit­tel aller Fach­kräfte ist nur wenig wirk­sam im Betrieb“1, mit dieser Hiobs­bot­schaft erschüt­terte 2013 die „Forschungs­ge­mein­schaft Sifa-Langzeitstudie“ die Arbeits­schutz­welt. Die Einfluss­fak­to­ren auf die Tätig­keit und Wirk­sam­keit sind komplex. Betrieb­li­che Bedin­gun­gen, Unter­neh­mens­kul­tur, Einstel­lung der obers­ten Leitung und die Posi­tio­nie­rung der Sifa im Betrieb sind nur einige davon. Neben der Viel­zahl der Einfluss­fak­to­ren aus dem Arbeits­um­feld und dem betrieb­li­chen Kontext sind es aber auch perso­nen­be­zo­gene Merk­male, die sich in der Wirk­sam­keit der Fach­kräfte nieder­schla­gen. „Sifas benö­ti­gen ein umfas­sen­des Kompe­tenz­pro­fil, um entspre­chend ihrer Rolle die ihnen zuge­wie­se­nen komple­xen Aufga­ben in den spezi­fi­schen betrieb­li­chen Hand­lungs­si­tua­tio­nen zu bewäl­ti­gen.“2

Vor diesem Hinter­grund wurden bei der Erar­bei­tung des Ausbil­dungs­mo­dells alle Tätig­kei­ten und Aufga­ben einer Sifa nach Arbeits­si­cher­heits­ge­setz (ASiG) und DGUV Vorschrift 2 genau betrach­tet und die hier­für erfor­der­li­chen Kompe­ten­zen fest­ge­hal­ten. Im weite­ren Verlauf des Projekts wurden diese Kompe­ten­zen verdich­tet und geschärft; das so entstan­dene Kompe­tenz­pro­fil bildet die Basis der weiter­ent­wi­ckel­ten Ausbil­dung.

Die Kompe­ten­zen zeigen sich in unter­schied­li­chen Kombi­na­tio­nen der Fach‑, Methoden‑, Sozial- und perso­na­len Kompe­ten­zen

  • als Know-how,
  • im Umgang mit ande­ren,
  • im Umgang mit sich selbst, und
  • in ihrer Haltung.

Diese hand­lungs­prä­gen­den Fakto­ren bilden die Grund­lage für die Wahr­neh­mung der Beratungs- und Unter­stüt­zungs­funk­tion von Sifas.

Hand­lungs­kom­pe­ten­zen

Die Entwick­lung von echten Hand­lungs­kom­pe­ten­zen steht bei der weiter­ent­wi­ckel­ten Sifa-Ausbildung im Vorder­grund. Dabei tritt die Fach­kom­pe­tenz keines­falls in den Hinter­grund. Das Know-how umfasst dabei nicht nur das Fach­wis­sen, sondern auch das systematisch-methodische Vorge­hen.

Darüber hinaus rücken die übri­gen Kompe­tenz­be­rei­che wie der „Umgang mit ande­ren“, der „Umgang mit sich selbst“ und nicht zuletzt auch die Haltung zur eige­nen Rolle und Aufgabe verstärkt in den Blick­punkt. In diesen Kompe­tenz­be­rei­chen finden sich die Elemente der Sozi­al­kom­pe­tenz, der Metho­den­kom­pe­tenz und der perso­na­len Kompe­tenz oder Selbst­kom­pe­tenz wieder. Sie wurden aber fokus­siert auf die künf­tige Rolle und Aufgabe der Sifa, wie sie im ASiG und der DGUV Vorschrift 2 umfas­send beschrie­ben sind:

Sowohl die Sifas selbst als auch ihre betrieb­li­chen Koope­ra­ti­ons­part­ner sehen alle vier Kompe­tenz­be­rei­che (Fach‑, Methoden‑, Sozial- oder Persön­lich­keits­kom­pe­ten­zen) als bedeut­sam für ihr Handeln im betrieb­li­chen Alltag an.“3

Im Alltag kommt es auf ein gutes Zusam­men­wir­ken aller Kompe­tenz­be­rei­che an. Wich­tige Erfolgs­fak­to­ren sind die Koope­ra­tion mit Part­nern, die ziel­ge­rich­tete Orga­ni­sa­tion der eige­nen Aufgabe und Arbeit sowie die Fähig­keit zu begeis­tern und zu über­zeu­gen. Dabei spielt eine gesunde Selbst­re­fle­xion eine wesent­li­che Rolle, um die eigene Tätig­keit perma­nent zu hinter­fra­gen, die eigene Wirk­sam­keit und den eige­nen Erfolg zu messen, zu erle­ben und gege­be­nen­falls zu opti­mie­ren.

Lebens­lan­ges Lernen

Kompe­ten­zen entwi­ckeln sich nicht von heute auf morgen und auch nicht nur im Umfeld eines forma­len Quali­fi­zie­rungs­an­ge­bots. Infor­mel­les Lernen, der Austausch mit Exper­ten, die eigene Recher­che und Lektüre und nicht zuletzt das „Trai­ning on the job“ sind im Prozess des lebens­lan­gen Lernens wesent­li­che Einfluss­grö­ßen. Letzt­lich führt ein hohes Maß an Erfah­rungs­wis­sen zu einem Profes­sio­na­li­sie­rungs­zu­wachs. Auf Themen­ge­bie­ten, die aktiv und regel­mä­ßig bear­bei­tet werden, erfolgt der Kompe­tenz­zu­wachs quasi von alleine. Im Arbeits­all­tag nicht genutz­tes Wissen hat auch eine entspre­chend kurze „Halb­werts­zeit“.

Stufe III der Ausbil­dung

Die Weiter­ent­wick­lung der Sifa-Ausbildung bezieht sich auf die Stufen I und II (bran­chen­über­grei­fen­der Teil). Paral­lel findet aller­dings auch eine Weiter­ent­wick­lung der bran­chen­spe­zi­fi­schen Stufen III statt, die einige Verbes­se­run­gen brin­gen wird.

Fazit

Die Moder­ni­sie­rung der Sifa-Qualifizierung ist umfas­send erfolgt und war oftmals eine größere Heraus­for­de­rung als zunächst ange­nom­men. Am Ende steht eine Quali­fi­zie­rung, die von der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung, der BAuA und dem VDSI gemein­sam erar­bei­tet wurde und für die Lernen­den ein gutes Lernen ermög­li­chen wird. Auch wenn die Praxis­er­fah­run­gen mit der Umset­zung derzeit noch fehlen: Die Betei­lig­ten sind sich sicher, einen guten Schritt hin zu einer besse­ren und wirk­sa­me­ren Sifa-Ausbildung getan zu haben.

 

1 DGUV-Report 3/2013: Präven­tion wirk­sam gestal­ten – Erkennt­nisse aus der Sifa-Langzeitstudie; S. 18

2 ebd. S. 38

3 DGUV-Report 3/2013: Präven­tion wirk­sam gestal­ten – Erkennt­nisse aus der Sifa-Langzeitstudie; S. 38

 

Abb. 1: Zeit­li­cher Ablauf der Ausbil­dung sowie die fünf aufein­an­der aufbau­en­den Lern­fel­der.
Abb. 1: Zeit­li­cher Ablauf der Ausbil­dung sowie die fünf aufein­an­der aufbau­en­den Lern­fel­der.

 

 

 

 

 

 

Martin Schrö­der M.A.

Koor­di­na­tor der Sifa-Ausbildung bei der BG ETEM

schroeder.martin@bgetem.de

Foto: privat

 

 

 

 

Dipl.-Volkswirt
Rüdi­ger Reitz

Projekt­lei­ter

Insti­tut für Arbeit und Gesund­heit der DGUV (IAG)

ruediger.reitz@dguv.de

Foto: © Floss, DGUV

Weiter­bil­dung von berufs­er­fah­re­nen Sifas

Zum Thema „Weiter­bil­dung der Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit“ kommt die Sifa-Langzeitstudie zu inter­es­san­ten Ergeb­nis­sen. Während zu Beginn der beruf­li­chen Tätig­keit noch der Wunsch der Sifa nach fach­li­cher Fort­bil­dung am stärks­ten ist, gelan­gen mit wach­sen­der Berufs­er­fah­rung eher die weichen Themen auf die Wunsch­liste. Es stellt sich zuneh­mend die Frage, „wie die Ziele betrieb­lich noch besser vermit­telt, kommu­ni­ziert und präsen­tiert werden können“1.

Für berufs­er­fah­rene Sifa könn­ten Vertie­fun­gen im Kompe­tenz­be­reich der persön­li­chen, der sozia­len und der Metho­den­kom­pe­tenz ziel­füh­rend für die Verbes­se­rung der eige­nen Wirk­sam­keit sein. Hier bietet das weiter­ent­wi­ckelte Ausbil­dungs­mo­dell durch­aus Ansätze für die Entwick­lung entspre­chen­der Ange­bote. Mit der geplan­ten Veröf­fent­li­chung der über 100 Sifa-Wissensbausteine der weiter­ent­wi­ckel­ten Ausbil­dung im Inter­net geht die DGUV mit ihren Mitglie­dern einen großen Schritt in Rich­tung des lebens­lan­gen Lernens für die Akteure im Bereich Sicher­heit und Gesund­heit. So können sich auch bereits tätige Sifa das Voka­bu­lar und die Inhalte aneig­nen, mit dem künf­tige Sifa in die Betriebe gehen.
Verbes­se­run­gen im Bereich der grund­le­gen­den Modelle können konkret bei Problem­lö­sun­gen helfen. Als Nach­schla­ge­werk dienen die Sifa-Wissensbausteine der Erhal­tung und gege­be­nen­falls Vertie­fung von Kompe­ten­zen.

Auch hier gilt: Eine indi­vi­du­elle Bedarfs­ana­lyse sollte die Grund­lage für die Auswahl von Weiter­bil­dungs­maß­nah­men sein. Die Arbeit­ge­ber sind in der Pflicht, gezielte Fort- und Weiter­bil­dun­gen zu ermög­li­chen.

1 Trim­pop, R. et al: Sifa-Langzeitstudie. Tätig­kei­ten und Wirk­sam­keit der Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit; S.121


Lern­be­glei­tung statt Lehren

Der didak­ti­sche Ansatz der weiter­ent­wi­ckel­ten Sifa-Ausbildung beinhal­tet eine verän­derte Rolle der Lernen­den. Die Verant­wor­tung für den eige­nen Lern­pro­zess und die Kompe­tenz­ent­wick­lung liegt bei ihnen. Inhalte werden von ihnen aktiv erschlos­sen und nicht mehr doziert.

Diese verän­derte Rolle der Lernen­den zieht Ände­run­gen in der Rolle der Lehren­den mit sich. Sie müssen sich zu Lern­be­glei­tern weiter­ent­wi­ckeln. Kern ist dabei, die Kompe­tenz­ent­wick­lung zu beob­ach­ten und zu unter­stüt­zen und entspre­chen­des Feed­back zu geben, und zwar unab­hän­gig vom jewei­li­gen Lern­ort.

Die unter­schied­li­chen Lern­orte stel­len ganz unter­schied­li­che Anfor­de­run­gen an die Lernbegleiter/-innen. Während sie im Semi­nar persön­li­chen Kontakt mit der Lern­gruppe haben, läuft die Kommu­ni­ka­tion im SOL auf der Sifa-Lernwelt insbe­son­dere über Foren­ein­träge, Chats und andere Kanäle.

Das fach­li­che Wissen im Arbeits­schutz ist die Basis für die Tätig­keit der Lernbegleiter/-innen. Ausschlag­ge­bend für den Erfolg ist die Haltung, die sie gegen­über den Lernen­den einneh­men, und damit das Rollen­be­wusst­sein. Eine zentrale Kompe­tenz der Lern­be­glei­tung wird das Feedback-Geben sein, das für eine gezielte Selbst­re­fle­xion der Lernen­den uner­läss­lich ist.

Für die Lern­be­glei­te­rin­nen und Lern­be­glei­ter in der weiter­ent­wi­ckel­ten Sifa-Ausbildung wurde ein eige­nes Kompe­tenz­pro­fil entwi­ckelt. Hier­auf aufbau­end entsteht derzeit ein modu­lar aufge­bau­tes Konzept zur Quali­fi­zie­rung von Lern­be­glei­tern, das auch den Einsatz im SOL berück­sich­tigt. Mit einem Start der Quali­fi­zie­rung ist im zwei­ten Halb­jahr 2018 zu rech­nen.

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