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Blei am Arbeitsplatz

Lücken im Arbeitsschutz aufdecken
Blei am Arbeitsplatz

Blei und Bleiverbindungen sind giftig, deshalb sollten Arbeitnehmer, die mit Blei in Kontakt kommen, arbeitsmedizinisch überwacht werden.
Beim Bleisatz waren Schriftsetzer einst auch dem giftigen Schwermetall ausgesetzt. Foto: © Martin_P – stock.adobe.com

Beruf­skrankheit­en durch eine Vergif­tung mit Blei oder Bleiverbindun­gen wer­den nur noch sel­ten gemeldet beziehungsweise anerkan­nt. Arbeit­splätze, an denen Mitar­beit­er Blei aus­ge­set­zt sind, gibt es aber dur­chaus noch. Eine arbeitsmedi­zinis­che Vor­sorge inklu­sive Bio­mon­i­tor­ing kann dazu beitra­gen, frühzeit­ig Lück­en im Arbeitss­chutz aufzudeck­en und Erkrankun­gen durch eine chro­nis­che Bleibelas­tung vorzubeu­gen. Darauf weist die DGAUM hin.

Tritt Blei in Form von Stäuben, Dämpfen oder Rauchen auf, kann dies für die Gesund­heit gefährlich wer­den. Die Auf­nahme erfol­gt in erster Lin­ie über das Einat­men. Wird die Arbeit­shy­giene nicht peni­bel einge­hal­ten, kann der Gefahrstoff auch über den Magen-Darm-Trakt in den Kör­p­er gelan­gen. Bei langfristiger Belas­tung kann dies zu Abgeschla­gen­heit, Appetit­man­gel, chro­nis­chen Darmbeschw­er­den, Bauch­schmerzen, Anämie (Blu­tar­mut) oder ein­er Schädi­gung des Ner­ven­sys­tems führen. Die Bun­de­sanstalt für Arbeitss­chutz und Arbeitsmedi­zin stuft in den „Tech­nis­chen Regeln für Gefahrstoffe“ met­allis­ches Blei als repro­duk­tion­stox­isch ein, also schädi­gend für die Fortpflanzungs­fähigkeit und prä­na­tale Entwicklung.

Welche Berufe sind betroffen?

Arbeit­splätze und Arbeits­be­din­gun­gen, die zu ein­er gesund­heits­ge­fährden­den Bleibelas­tung führen, sind vor allem in der Met­al­lver­ar­beitung anzutr­e­f­fen, beispiel­sweise in Blei­hüt­ten oder indus­triellen Anla­gen. Gefahr beste­ht ins­beson­dere, wenn Blei in met­allis­ch­er Form direkt gesägt, geschlif­f­en oder poliert wird, wie beim Abbürsten und Abbren­nen blei­haltiger Kor­ro­sion­ss­chutzanstriche auf Eisen­trägern und Ähn­lichem. Auch Beruf­s­grup­pen mit Reini­gungs- und Instand­hal­tungsar­beit­en (Blei als Löt­ma­te­r­i­al für Rohre und Drähte) oder Restau­ra­toren in der Glas­malerei (Bleiein­fas­sung von Glas­fen­stern) müssen mit ein­er Bleiex­po­si­tion rech­nen. Durch die Staubbe­las­tung auf Baustellen kön­nen zudem Beschäftigte betrof­fen sein, die nicht selb­st direkt mit dem Met­all arbeiten.

Belastung verringern

Um die Bleibelas­tung am Arbeit­splatz zu min­dern, sollte zunächst geprüft wer­den, ob der Ein­satz von Blei oder blei­halti­gen Verbindun­gen durch eine Änderung des Arbeitsver­fahrens kom­plett ver­mieden wer­den kann. Ist das nicht möglich, müssen tech­nis­che Maß­nah­men am Arbeit­splatz wie geschlossene Sys­teme oder Absaugein­rich­tun­gen umge­set­zt wer­den. Gegebe­nen­falls ist das Tra­gen von Schutzk­lei­dung und Atem­schutz notwendig sowie die spezielle Reini­gung der Arbeit­sklei­dung. Beson­ders wichtig ist die sorgfältige Arbeit­shy­giene: Essen, Trinken und Rauchen in Arbeits­bere­ichen sind tabu. Zudem sollte auf eine strik­te Tren­nung von Arbeits- und Pausen­bere­ichen geachtet werden.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Eine entsprechende arbeitsmedi­zinis­che Vor­sorge kann dazu beitra­gen, frühzeit­ig chro­nis­chen Bleibelas­tun­gen vorzubeu­gen. Bei der Pflichtvor­sorge ist das Messen des Blut­bleispiegels anzu­bi­eten. Sin­nvoll ist das Bio­mon­i­tor­ing, mit dem der Betrieb­sarzt genaue Hin­weise über die indi­vidu­elle Belas­tungssi­t­u­a­tion erhält und Schad­stoffe im Kör­p­er quan­ti­ta­tiv nach­weisen kann. Dadurch ist er in der Lage, zu geziel­ten Maß­nah­men beziehungsweise Stan­dards der all­ge­meinen ‧Arbeit­shy­giene zu berat­en und wertvolle Präven­tion­sar­beit zu leisten.

 www.dgaum.de

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