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Anstieg vor allem wegen Unfällen im Haushalt, Grund können Billigprodukte sein

Mehr tödliche Stromunfälle in Deutschland
Elektroprodukte sorgfältig auswählen

Billigprodukte können zu Sicherheitsproblemen führen. (Foto: © MaxSafaniuk – stock.adobe.com)
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Der Anstieg bet­rifft vor allem Stro­mun­fälle im Haushalt. Umso wichtiger ist es, bei Elek­tro­pro­duk­ten auf Sicher­heit­sze­ichen zu acht­en und vor­sichtig bei Bil­lig­pro­duk­ten im Inter­net zu sein.

Die Anzahl von Stro­mun­fällen mit tödlichem Aus­gang nimmt in Deutsch­land zu. Darauf weist der VDE (Ver­band der Elek­trotech­nik Elek­tron­ik und Infor­ma­tion­stech­nik e.V.) hin. Ver­glichen mit dem his­torischen Min­i­mum im Jahr 2016 mit 34 Todes­fällen stieg die Zahl im Jahr 2018 um 24 Prozent. Der Zuwachs auf 42 Per­so­n­en bet­rifft auss­chließlich Frauen. Star­ben im Jahr 2016 nur Män­ner, waren im Jahr 2018 acht Frauen unter den Todes­fällen, davon sechs im Haushalt. Bei den männlichen Todes­opfern ver­star­ben im Haushalt sieben Per­so­n­en und in Indus­trie und Gewerbe sechs Per­so­n­en. 21 waren der Kat­e­gorie „Son­stige“ zuzuord­nen. Hier sind alle Todes­fälle zusam­menge­führt, die bei der Erfas­sung wed­er Haushalt noch Indus­trie und Gewerbe zuzuord­nen waren. „Lei­der wer­den in den Toten­scheinen immer sel­tener die Orte angegeben, an denen sich der Todes­fall ereignet hat. Eine belast­bare Analyse mit Bezug auf den Ort ist damit kaum möglich. Eine Erk­lärung kön­nte allerd­ings die ver­mehrte Ver­wen­dung von Ladegeräten, auch im Badez­im­mer, sein. Auf jeden Fall sind in die Sta­tis­tik keine Suizide und Bahnopfer aufgenom­men wor­den“, erk­lärt Thomas Raphael, Unfall- und Blitzschutzex­perte beim VDE.

Bil­lig­pro­duk­te bergen Sicher­heit­srisiken

Ein Waf­feleisen für 10 Euro, eine Bohrmas­chine für 20 Euro, die seit eini­gen Jahren zu beobach­t­ende „geiz-ist-geil“-Mentalität der Ver­brauch­er gekop­pelt mit dem riesi­gen Ange­bot an Bil­lig­pro­duk­ten im Inter­net birgt erhe­bliche Sicher­heit­srisiken. Um Bil­lig pro­duzieren zu kön­nen, nehmen dubiose Her­steller Abstriche bei Sicher­heit und Qual­ität in Kauf. „Immer mehr im Inter­net verkaufte Bil­lig­pro­duk­te entsprechen nicht den europäis­chen Sicher­heits­stan­dards. Wir beobacht­en mit großer Sorge den Trend, dass vor allem Online-Bestel­lun­gen aus dem asi­atis­chen Raum häu­fig unseren Nor­men und Stan­dards nicht genü­gen und damit zu Fehlfunk­tio­nen, Kurz­schlüssen und Sicher­heit­sprob­le­men führen kön­nen“, schildert Ans­gar Hinz, CEO des VDE. Bei Pro­duk­ten, die keine Sicher­heit­sze­ichen wie das VDE Dreieck vor­weisen kön­nen, heißt es auf­passen. Daran ändert erst ein­mal auch die CE-Kennze­ich­nung nichts, mit der der Her­steller lediglich erk­lärt, dass sein Pro­dukt den Anforderun­gen der europäis­chen Richtlin­ien entspricht.

Unfal­lver­hü­tung und Ver­brauch­er­schutz gehen Hand in Hand

Ein Ziel des VDE ist der Ver­brauch­er­schutz und damit auch die Förderung der Unfal­lver­hü­tung. In der VDE Gruppe arbeit­en der VDE Auss­chuss Sicher­heits- und Unfall­forschung zusam­men mit den Nor­mung­sex­perten von VDE DKE und den Prüf­ex­perten des VDE Insti­tuts an Aufk­lärungskam­pag­nen, Sicher­heitsvorschriften und Nor­men. Die Prüfin­ge­nieure des VDE Insti­tuts testen jährlich über 100.000 Pro­duk­te auf ihre Sicher­heit – erst wenn die Tests bestanden sind, erhal­ten die Pro­duk­te das VDE Zeichen. „Auf diese Weise hat der VDE dazu beige­tra­gen, die Anzahl der Todes­fälle durch einen Stro­mun­fall erhe­blich zu reduzieren. 1970 betrug die Zahl der Stro­mun­fälle mit tödlichem Aus­gang noch über 250“, erk­lärt Raphael. Zusam­men mit seinen ehre­namtlichen Experten stellt sich der VDE der Auf­gabe, Unfälle und Schä­den ver­mei­den zu helfen und Risiken zu min­dern, die im Umgang mit elek­trotech­nis­chen Ein­rich­tun­gen, Ver­fahren und Dien­stleis­tun­gen im pri­vat­en, gewerblichen und indus­triellen Bere­ich entste­hen kön­nen.

Hin­weise zur Sta­tis­tik

In den Zahlen sind die Todes­fälle in Deutsch­land aller Alters­grup­pen und Nation­al­itäten enthal­ten. Wegen der lang­wieri­gen Daten­er­fas­sung und ‑auswer­tung ste­hen die Dat­en eines Kalen­der­jahres erst zwei Jahre später zur Ver­fü­gung. (Quelle: Sta­tis­tis­ches Bun­de­samt, DESTATIS, Todesur­sachen­sta­tis­tik, Kat­e­gorien W85 bis W87, ab 1990 inklu­sive neue Bun­deslän­der)

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