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Corona-Pandemie: Sicherheitstipps zur Luftqualität in Gasträumen

Sicherheitstipps zur Luftqualität in Gastraum und Café
Ist die Luft rein?

Umn eine Ansteckung mit dem Corona-Virus zu vermeiden, sollte die Luft in Restaurants und Cafés frei von oder zumindest arm an Viren sein. Foto: Antonioguillem - stock.adobe.com

Dank Imp­fun­gen und Coro­na-Tests ist die SARS-CoV-2-Pan­demie inzwis­chen bess­er in den Griff zu bekom­men. Am höch­sten bleibt das Ansteck­ungsrisiko laut Experten­mei­n­ung dabei weit­er­hin in Innen­bere­ichen. Ger­ade in Gas­träu­men sollte die Luft deshalb möglichst frei von Viren sein. Welche organ­isatorischen und tech­nis­chen Maß­nah­men sich zum Erhalt der Luftrein­heit anbi­eten und wie diese zu bew­erten sind, zeigt der fol­gende Überblick der Beruf­sgenossen­schaft Nahrungsmit­tel und Gast­gewerbe (BGN).

Es gibt ver­schiedene Ansätze, um die Luftqual­ität in Innen­räu­men zu verbessern. Einige von ihnen sind aus Sicht der BGN empfehlenswert, andere nur bed­ingt oder gar nicht geeignet.

Stoßlüften: Wirksam, aber nur bedingt praktikabel

Wer im Gas­traum keine tech­nis­chen Hil­f­s­mit­tel zur Ver­fü­gung hat, muss in regelmäßi­gen Zeitab­stän­den die Fen­ster öff­nen. Das ver­ringert die mögliche Viren­last in der Luft, hat aber auch Nachteile: Es zieht und wird kalt, zumin­d­est bei niedri­gen Außen­tem­per­a­turen. Dann ist Dauer­lüf­tung durch leicht geöffnete Fen­ster wed­er Gästen noch Mitar­beit­ern zuzu­muten. Bess­er eignet sich da schon das Stoßlüften, wobei auch hier in der kalten Jahreszeit der Wohlfüh­laspekt für die Gäste lei­det. Als Faus­tregel gilt: im Win­ter drei, im Früh­jahr und Herb­st fünf, im Som­mer zehn Minuten stoßlüften. Für einen schnellen Luftaus­tausch alle Fen­ster und Türen kom­plett öff­nen und zusät­zlich immer aus­giebig vor und nach der Nutzung lüften.

Desinfektion durch Kaltvernebelung: Ungeeignet für Gasträume

Derzeit wer­den Kaltvernebelungsan­la­gen stark bewor­ben, um in Restau­rants und Cafés die Ansteck­ung durch viren­haltige Raum­luft und kon­t­a­minierte Ober­flächen zu ver­ringern. Bei diesem Ver­fahren wer­den desin­fek­tion­s­mit­tel­haltige Wirk­stoffe wie Wasser­stoff­per­ox­id oder Chlor in Form von kle­in­sten Tröpfchen (Aerosolen) ungezielt in die Raum­luft vernebelt – dauer­haft bei Anwe­sen­heit von Gästen und Beschäftigten. So sollen SARSCoV-2-Viren, die infizierte Per­so­n­en ausat­men, direkt in der Luft abgetötet wer­den. Das ist prob­lema­tisch, denn die ver­wen­de­ten Desin­fek­tion­s­mit­tel sind nicht sel­ten Gefahrstoffe. Die wirken reizend auf die Schleimhäute in Augen und Atem­trakt. Zudem ist nicht sichergestellt, dass die gängi­gen Anwen­dungskonzen­tra­tio­nen Viren abtöten. Die BGN rät drin­gend von der Kaltvernebelung bei Anwe­sen­heit von Per­so­n­en ab.

Raumlufttechnische Anlagen: Frischluft hilft, Umluft kann schaden

Unver­brauchte Außen­luft in den Raum brin­gen und ver­brauchte Luft nach draußen abführen – so funk­tion­ieren Frischluftan­la­gen. Während der Pan­demie soll­ten sie möglichst großzügig betrieben wer­den. So wer­den poten­ziell freige­set­zte Viren nach außen ver­drängt und die Infek­tion­s­ge­fahr drin­nen ver­min­dert. Umluftan­la­gen bere­it­en einen Teil der Abluft durch Erwär­mung, Küh­lung oder Fil­terung auf und leit­en sie in den Raum zurück. Das ist in Coro­na- Zeit­en keine ide­ale Lösung. Die meis­ten Umluftan­la­gen befreien die Luft nicht von Viren, son­dern bewe­gen sie qua­si im Kreis – ein­schließlich der Viren­last, die so mit der Zeit anwach­sen kann. Solche Anla­gen während der Pan­demie also nur dann nutzen, wenn eine aus­re­ichende Umluftreini­gung durch Fein­fil­ter (min­destens Klasse F9 oder ISO ePM1 80 Prozent) oder UVC-Entkeimung gewährleis­tet ist.

Luftreiniger und ‑entkeimer: Ozon und Strahlung vermeiden

Wenn Gas­träume nicht mit genü­gend Außen­luft – die auch unge­filtert als viren­frei gilt – ver­sorgt wer­den, kön­nen Luftreiniger im Umluft­be­trieb (Sekundär­luftreiniger) helfen. Das Pro­duk­tange­bot ist vielfältig, empfehlenswert sind vor allem zwei Vari­anten: Fil­ternde Luftreiniger befreien die Raum­luft von Par­tikeln und damit auch von Viren. Mit HEPA-Fil­tern der Klassen H13 oder H14 hat die gefilterte Luft anschließend in punc­to Hygiene in etwa Außen­luftqual­ität. Eine Alter­na­tive kön­nen UV-C-Entkeimer sein. Sie zer­stören die DNA der Viren mit der UV-C-Strahlung und kön­nen so auch das Coro­n­avirus unschädlich machen. Damit das funk­tion­iert, muss die Strahlungs­do­sis vom Her­steller richtig bemessen sein. Wichtig zu wis­sen: Manche Mod­elle erzeu­gen aus dem Luft­sauer­stoff Ozon. Für Räume, in denen Per­so­n­en anwe­send sind, kom­men auss­chließlich ozon­freie Strahler in Frage.

Hin­ter­grund­wis­sen und weit­ere Infor­ma­tio­nen zu den ver­schiede­nen Lüf­tungsmöglichkeit­en hat die BGN in der Broschüre „Sichere Lüf­tung in Zeit­en der Coro­na-Pan­demie“ zusammengestellt.

Direk­tlink zum Down­load der BGN-Broschüre

www.bgn.de

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