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Burnout – der moderne Arbeits­un­fall

Dekra Arbeitssicherheitsbarometer 2011
Burnout – der moderne Arbeits­un­fall

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Von der Tech­nik gehen immer weni­ger Gefah­ren aus; an die Stelle des klas­si­schen Unfalls bei der Arbeit treten innere Kündi­gung und Burnout. Bei der Vorstel­lung des Arbeits­si­cher­heits­ba­ro­me­ters 2011 forder­ten Dekra Exper­ten die Unter­neh­men auf, dem Arbeits- und Gesund­heits­schutz mehr Beach­tung zu schen­ken und ihn als Inves­ti­tion in die Zukunft zu begrei­fen.

Für das Dekra Arbeits­si­cher­heits­ba­ro­me­ter hat die Dekra bundes­weit über 600 Unter­neh­men per Online-Fragebogen zum Arbeits- und Gesund­heits­schutz in ihren Betrie­ben befragt.

Mark Thomä, Mitglied des Vorstands der Dekra SE und Leiter Dekra Indus­trial: „Die posi­tive Entwick­lung bei den Unfall­zah­len ändert nichts an der Tatsa­che, dass die Anzahl der Unfälle und Krank­hei­ten immer noch viel zu hoch ist. Die immer noch häufig als Kosten­fak­tor wahr­ge­nom­mene Risi­ko­prä­ven­tion muss zuneh­mend als lohnende Inves­ti­tion für das Unter­neh­men betrach­tet werden. Unter dem Strich rech­net sich Arbeits- und Gesund­heits­schutz immer.“ Einer­seits gibt es einen histo­ri­schen Tief­stand bei den Arbeits­un­fäl­len, ande­rer­seits gerät in den Betrie­ben das Thema Arbeits- und Gesund­heits­schutz aus dem Fokus. Dies führt dazu, dass der „Produk­ti­ons­fak­tor Mensch“ tenden­zi­ell vernach­läs­sigt und der immer komple­xe­ren Arbeits­welt zu wenig Rech­nung getra­gen wird. Die Folge ist ein Anstieg von Belas­tun­gen. Burnout und innere Kündi­gung sind dafür nur zwei Beispiele. Die Befra­gungs­er­geb­nisse machen folgen­des deut­lich: Das Manage­ment erkennt nicht die Produk­ti­vi­täts­re­ser­ven, die sich über verrin­gerte Unfall­zah­len und Krank­heits­tage – also eine gesunde und moti­vierte Beleg­schaft – verwirk­li­chen lassen. Die Betriebe werden im Arbeits­schutz meist nur aktiv, weil sie gesetz­li­che Vorschrif­ten befol­gen müssen (84 Prozent der Nennun­gen) und nicht, weil sie den wirt­schaft­li­chen Nutzen sehen (31 Prozent) oder aus „ethi­schen Grün­den“ (38 Prozent).
Die Unter­neh­men sehen im „Verhal­ten der Mitar­bei­ter“ selbst die größte Gefah­ren­quelle. Jeder Zweite (50 Prozent) nennt seine Beleg­schaft als Haupt­quelle für Unfall­ri­si­ken, gefolgt von „zuneh­men­den Druck auf die Mitar­bei­ter“ (20 Prozent) und „Unkennt­nis der Mitar­bei­ter“ (17 Prozent).
Viele Maßnah­men werden offen­bar als wirkungs­los empfun­den. So veran­stal­ten neun von zehn Unter­neh­men Schu­lun­gen zum Thema Arbeits- und Gesund­heits­schutz (89 Prozent), aber nur zwei Drit­tel (70 Prozent) glaubt an die Wirk­sam­keit der Maßnahme. An die Wirkung von ausge­häng­ten Betriebs­an­wei­sun­gen glaubt nicht einmal jeder zweite Befragte (45 Prozent) obwohl vier von fünf Firmen (79 Prozent) Anwei­sun­gen aushän­gen.
Die Führungs­kräfte unter­schät­zen die Unfall­ri­si­ken in ihren Unter­neh­men insge­samt. Vier von fünf (82 Prozent) der Unter­neh­men gehen davon aus, dass in ihrem Umfeld das Unfall­ri­siko „insge­samt gerin­ger“ ist als anderswo.
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