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Fürsorge für Mitarbeiter im Ausland

Das unterschätzte Business-Kapital
Fürsorge für Mitarbeiter im Ausland

Foto: Celso Pupo – Fotolia.com
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Inter­na­tion­al SOS, der weltweit größte Anbi­eter von Präven­tion und Krisen­man­age­ment in Gesund­heits- und Sicher­heits­fra­gen für inter­na­tion­al agierende Unternehmen und Organ­i­sa­tio­nen, hat Mitte Novem­ber die ersten inter­na­tionalen Ergeb­nisse ein­er Bench­mark­ing-Studie über den Umgang von Fir­men mit ihren im Aus­land einge­set­zten Mitar­beit­ern veröf­fentlicht. Eine Detailauswer­tung auf europäis­che und deutschsprachige Unternehmen wird in den näch­sten Wochen erscheinen. Befragt wur­den mehr als 600 glob­al tätige Unternehmen.

Ergeb­nisse
Ein Ergeb­nis der inter­na­tionalen Auswer­tung ist, dass von 95 Prozent der Befragten ihre Mitar­beit­er auch in solche Län­der auf Geschäft­sreisen entsenden, die ein hohes Gefahren­poten­zial haben. Geset­zlosigkeit, Ter­ror­is­mus, poli­tis­che Insta­bil­ität, zivil­er Unge­hor­sam und Pan­demien sind dabei von den Mitar­beit­ern unter den Top 20 Risiken bei Aus­land­sreisen genan­nt wor­den. Der hohe Anteil an Reisen in Län­der mit hohem Sicher­heit­srisiko unter­stre­icht die Notwendigkeit, dass Unternehmen für die Sicher­heit und die medi­zinis­che Ver­sorgung Ihrer Mitar­beit­er im Aus­land vor­sor­gen müssen.
Die Studie belegt, dass trotz dieser hohen Anforderun­gen ein Drit­tel aller befragten Unternehmen nicht wis­sen, ob die Län­der, in denen sie operieren, geset­zliche Vor­gaben zur Für­sorgepflicht aufweisen. In Deutsch­land beste­ht nach § 618 BGB eine geset­zliche Für­sorgepflicht des Arbeit­ge­bers gegenüber seinen Arbeitnehmern.
Ein weit­eres inter­es­santes Resul­tat der Studie zeigt, dass sich unter den Top 20 der risiko­r­e­ich­sten Län­der mehrere auf­strebende Märk­te und Wach­s­tum­slän­der befind­en. So ste­ht Mexiko an der Spitze, aber auch die BRIC-Staat­en Indi­en (Top 5), Chi­na (Top 8), Rus­s­land (Top 14) und Brasilien (Top 16).
Unter den Top 10 der in der Studie genan­nten per­sön­lichen Risiken sind vier medi­zinis­ch­er Art: All­ge­meine Erkrankun­gen (Top 2), fehlen­der Zugang zu medi­zinis­ch­er Ver­sorgung nach west­lichem Stan­dard (7), Infek­tion­skrankheit­en (8) und reis­espez­i­fis­che Infek­tio­nen (9).
Moral oder Kosten?
Trotz möglich­er rechtlich­er Fol­gen und medi­zinis­ch­er Kosten durch Unfälle der Mitar­beit­er im Aus­land sind Unternehmen nach wie vor der Mei­n­ung, dass die Für­sorge ein moralis­ches The­ma ist. Sich um medi­zinis­che Ver­sorgung und die Sicher­heit der Geschäft­sreisenden zu sor­gen ist pop­ulär­er als die Ver­mei­dung von Kosten und möglichen geset­zlichen Nachspielen.
„Wir wollen Großun­ternehmen helfen, effek­tive Strate­gien zur Wahrnehmung ihrer Für­sorgepflicht einzuset­zen. Unsere Studie hat gezeigt, dass solche Maß­nah­men Hand in Hand gehen mit wirtschaftlichem Erfolg. Den­noch wird ihre Bedeu­tung auf den Chefe­ta­gen und bei wichti­gen Stake­hold­ern häu­fig sehr unter­schiedlich eingeschätzt“, erk­lärt Arnaud Vais­sié, CEO und Mit­be­grün­der von Inter­na­tion­al SOS. „Da sich unter den risiko­r­e­ich­sten Län­dern auch mehrere wichtige Wach­s­tum­slän­der und auf­strebende Märk­te befind­en, ist es drin­gend erforder­lich, auf die Maß­nah­men hinzuweisen, die Unternehmen ergreifen soll­ten, um ihre Angestell­ten zu schützen und ihre Geschäftsin­ter­essen zu wahren.“
Branchen­spez­i­fi­ka
Neben anderen Ergeb­nis­sen hat die Studie auch aufgezeigt, wie unter­schiedlich Unternehmen bes­timmter Branchen Risikoarten ein­schätzen. Zum Beispiel haben Unternehmen aus dem IT Sek­tor Zufall­skrim­i­nal­ität, Krankheit während eines Aus­land­saufen­thaltes, Verkehrsun­fälle und Ver­spä­tun­gen als bedeu­tende Risiken angegeben. Unternehmen der Bau- und Immo­bilien­wirtschaft sahen Geset­zlosigkeit, Gewaltver­brechen und organ­isierte Krim­i­nal­ität als wichtig­ste Risiko­fak­toren an. Stu­di­en­teil­nehmer aus dem Bere­ich “Energie und natür­liche Ressourcen” hinge­gen waren beson­ders besorgt wegen der Abgele­gen­heit der Ein­sat­zorte ihrer Mitar­beit­er, sprach­lich­er und kul­tureller Ver­ständi­gung­sprob­leme sowie der Gefahr von Verkehrsunfällen.
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