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Achtung, jetzt wird’s einfach!

Heute: Mit fetti­gem Essen zu wider­stands­fä­hi­ge­ren Beschäf­tig­ten

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Sie sitzen am Tisch in der Kantine. Auf Ihrem Teller liegt ein hand­tel­ler­gro­ßes, bluti­ges Rinder­steak. Zu allem Über­fluss häufen sich auch noch knusp­rige Pommes über dem Steak. Von Gemüse weit und breit keine Spur. Das ist aller­dings nicht Ihre Schuld, denn die Küche kann als Beilage kosten­de­ckend entwe­der nur Pommes oder Gemüse anbie­ten, auf keinen Fall beides zusam­men. Sie hätten natür­lich auch den ange­bo­te­nen „Fitness-Salat“ nehmen können, doch an der Kasse hätten Sie Ihre goldene Kredit­karte zücken müssen. Die Medi­zi­ner sind auf alle Fälle entsetzt, denn bei dem Brocken Fleisch auf Ihrem Teller handelt es sich um risi­ko­rei­ches, rotes Fleisch. Ihr äußerst kosten­be­wuss­tes Handeln lässt nur einen Rück­schluss zu: Ihr Gesund­heits­be­wusst­sein geht gegen null – oder doch nicht?

Weit gefehlt! Sie sind auf dem besten Weg uralt zu werden, auch wenn neben Ihnen der stän­dig unter Termin- und Erfolgs­druck stehende, drah­tige Leiter des betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments betre­ten sein blei­ches Haupt senkt. Seiner Meinung nach sind Ihre Chan­cen, die heutige Nacht zu über­le­ben, als äußerst gering einzu­stu­fen. Sie können ihn jedoch gelas­sen anlä­cheln. Schauen Sie verliebt auf das kalo­ri­en­rei­che Dessert und genie­ßen Sie einen großen Schluck aus Ihrer Cola­fla­sche. Nehmen Sie eine beson­ders lange Pommes zwischen Daumen und Zeige­fin­ger und beißen Sie herz­haft in den frit­tier­ten Kartof­fel­stab. Denn Sie wissen, was der Mann neben Ihnen nicht weiß:
Laut einer im Novem­ber 2011 veröf­fent­lich­ten Studie des Center of Cardio­cas­cu­lar Preven­tion in Lake­land (Quelle: JAMA. 2011;306(19):2120–2127.doi:10.1001/jama.2011.1654) können alle Menschen einen Herz­in­farkt erlei­den, und zwar völlig unab­hän­gig von deren Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten. Jeden kann es tref­fen. Das Blöde ist nur, dass die „fitten“ Kolle­gin­nen und Kolle­gen diesen Herz­in­farkt mögli­cher­weise nicht über­le­ben! Je mehr Risi­ko­fak­to­ren (erhöh­ter Blut­druck, Diabe­tes usw.) ein Mensch nämlich hat, so haben die Forscher aus Florida heraus­ge­fun­den, desto klei­ner ist die Gefahr, an einem Infarkt zu ster­ben. Vermut­lich liegt das daran, dass sich die weni­ger fitten Menschen aufgrund eines erhöh­ten Blut­drucks bereits mit Beta-Blockern und Chole­ste­rin­mit­teln voll­stop­fen oder sich durch die selt­same Nahrung bereits mit allen mögli­chen ande­ren Medi­ka­men­ten zu sich nehmen. Präven­tion mal anders…
Die ameri­ka­ni­sche Studie beschei­nigt jedem Menschen die glei­che Herz­in­farkt­chance und weil das so ist, lassen sich Steaks, Pommes und Cola weit­ge­hend als Herz­in­fark­t­ur­sa­che ausschlie­ßen. Sie können also das Rauchen aufge­ben, dem Alko­hol entsa­gen, sich mit Blähun­gen wegen des Verzehrs von Voll­korn­pro­duk­ten herum­quä­len, den Aufzug boykot­tie­ren, keuchend um den Block joggen und im Lauf eines Tages ein halbes Schwimm­bad leer trin­ken – es nützt alles nichts! Unter dem Strich bleibt die beruf­li­che Tätig­keit (und die tausend Termine in der Frei­zeit), und der damit verbun­dene Stress, die Herz­in­fark­t­ur­sa­che Nummer eins! Was können Sie dage­gen tun? Nichts!
Praxis­tipp: Selten gelingt es einem Unter­neh­men, den Arbeits­druck auf die Beschäf­tig­ten zu senken und Sie werden Ihren persön­li­chen Stress auch nicht in den Griff bekom­men. Das macht aber nichts, denn Sie müssen einfach Ihre Wider­stands­fä­hig­keit erhö­hen. Dazu ist eine syste­ma­ti­sche und effek­tive Stei­ge­rung der Risi­ko­fak­to­ren nötig. Schla­gen Sie dem Unter­neh­men in Ihrer Funk­tion als Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit vor, für ein „gehalt­vol­les“ Essen zu sorgen. Schla­gen Sie die Eröff­nung einer Kantine nach Art einer Fern­fah­rer­gast­stätte vor und lassen Sie das Unter­neh­men gleich­zei­tig flächen­de­ckend mit soge­nann­ten AED’s (Auto­ma­ti­sier­ter Exter­ner Defi­bril­la­tor) ausstat­ten. Dadurch räumen Sie den verant­wor­tungs­lo­sen, ernäh­rungs­be­wuss­ten und sport­lich akti­ven Mitar­bei­te­rIn­nen immer­hin eine geringe Über­le­bens­chance im Falle eines Herz­in­fark­tes ein.
Ihr
Heiko Mittel­sta­edt
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