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Hygiene am Arbeitsplatz: die Büroküche

Täglich grüßt der Kaffeefleck
Hygiene am Arbeitsplatz: die Büroküche

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„Diese Küche ist selb­streini­gend. Das heißt, jed­er reinigt selb­st, was er schmutzig gemacht hat.“ Lei­der ist es im Büroall­t­ag nicht so ein­fach, wie es dieser Spruch ver­muten lässt. Die Teeküchen in vie­len Unternehmen – ob klein oder groß – strahlen oft alles andere als hygien­isch rein. Oft über­wiegen ver­dor­bene Lebens­mit­tel im Kühlschrank, Kaf­feefleck­en auf der Arbeit­splat­te und Geschirrhandtüch­er, die ausse­hen, als hätte damit jemand einen Ölwech­sel gemacht.

Die Teeküche ist ein­er der Orte am Arbeit­splatz, an denen sich Keime beson­ders leicht ver­mehren. Ein Ort, der von vie­len Men­schen mehrmals täglich genutzt wird, für dessen Sauberkeit sich jedoch kaum jemand zuständig fühlt. Während am eige­nen Schreibtisch viele Mitar­beit­er noch bestrebt sind, für Sauberkeit und Ord­nung zu sor­gen, ist die Moti­va­tion in der Gemein­schaft­sküche deut­lich geringer. „Ich mache doch nicht den Dreck der anderen weg“ oder „Dafür haben wir doch eine Reini­gungs­fir­ma“ sind häu­fige Gründe, warum Mitar­beit­er nicht selb­st zum Reini­gungslap­pen und Putzmit­tel greifen.

Wofür eine soge­nan­nte Teeküche genutzt wird, ist sehr unter­schiedlich: Der eine Kol­lege holt sich pro Tag nur seine drei bis fünf Tassen Kaf­fee, eine andere Kol­le­gin schnip­pelt sich dort mor­gens ihr Obst und macht sich mit­tags ihr Essen in der Mikrow­elle warm. Je nach­dem, wie eine Büroküche aus­ges­tat­tet ist und genutzt wer­den kann, birgt sie ein unter­schiedlich großes Poten­zial an Verun­reini­gung und Keimbelastung.

Kaffeemaschine und Wasserkocher

Die Kaf­feemas­chine wird in der Teeküche trotz ihres Namens am häu­fig­sten genutzt. Ob Vol­lau­tomat, Kapsel‑, Pad- oder die klas­sis­che Fil­ter­mas­chine – Kaf­fee schmeckt nur aus ein­er regelmäßig gere­inigten und entkalk­ten Mas­chine gut. Während Kaf­feeflecke auf der Arbeit­splat­te noch gut sicht­bar sind, kön­nen sich in Kaf­feevol­lau­to­mat­en im Wasser­tank sowie im Milch­schlauch unbe­merkt Biofilme bilden, die aus Bak­te­rienkolonien beste­hen, welche für Men­schen schädlich sind.

Viele Kaf­feemaschi­nen zeigen an, wann sie gere­inigt beziehungsweise entkalkt wer­den wollen. Regelmäßige Reini­gungsin­ter­valle sor­gen für gesün­deren Kaf­fee­genuss und erhöhen zugle­ich die Lebens­dauer der Maschine.

Kühlschrank

Dank eines Kühlschranks in der Teeküche haben Mitar­beit­er die Möglichkeit, die Milch für den Kaf­fee, Getränke sowie die von zu Hause mit­ge­bracht­en Lebens­mit­tel während der Arbeit­szeit kühl zu lagern. Einige vergessen im Arbeitsstress jedoch ihre Plas­tik­dosen im Kühlschrank, sodass sich nach Tagen beziehungsweise Wochen nicht mehr erken­nen lässt, um welch­es Lebens­mit­tel es sich ein­mal gehan­delt hat. Gut, wenn die Schim­mel­sporen dank der Plas­tik­dose nicht auch noch auf andere Lebens­mit­tel über­greifen kön­nen. Eine Rau­maufteilung oder Beschrif­tung der Kühlschrank­in­halte sowie eine ein­fache Regel, wie zum Beispiel: „Jeden let­zten Fre­itag im Monat Kühlschrank leer­räu­men“ hil­ft, den Überblick zu behal­ten. Der leere Kühlschrank kann dann gere­inigt wer­den – inklu­sive der Griffe.

Schwämme, Lappen und Handtücher

Wenn der Spülschwamm so aussieht, dass Sie ihn nicht ein­mal anfassen möcht­en, wie soll denn damit noch etwas gere­inigt wer­den? Feuchte Schwämme und Lap­pen kom­men in der Teeküche mit vie­len Keimen in Verbindung und bieten den per­fek­ten Nährbo­den. Deshalb müssen sie regelmäßig aus­ge­tauscht wer­den. Da Papiere­in­wegtüch­er zum Abtrock­nen von Geschirr keine gute Wahl sind, soll­ten Sie zwar Geschirrtüch­er ver­wen­den, diese jedoch regelmäßig waschen und eben­falls austauschen.

Händehygiene trifft Küchenhygiene

Sich gründlich die Hände zu waschen ist die ein­fach­ste Meth­ode, um die Keimver­bre­itung zu stop­pen. Deshalb gehört Seife auch an das Spül­beck­en in der Teeküche. Eben­so wie auf der Büro­toi­lette hat ein Mehrweghand­tuch in der Teeküche nichts zu suchen. Ein­mal­handtüch­er sind viel hygien­is­ch­er. Zur gelebten Hän­de­hy­giene kommt die notwendi­ge Küchen­hy­giene. Wer sich sein Früh­stück oder Mit­tagessen auf der Arbeit­splat­te oder mit Hil­fe der Mikrow­elle zubere­it­et, sollte darauf acht­en, dass Essen­sreste, Spritzer und son­stige Verun­reini­gun­gen ent­fer­nt wer­den. Lebens­mit­telin­fek­tio­nen kön­nen zum Beispiel durch Sal­mo­nellen, Campy­lobac­ter oder Noroviren her­vorgerufen werden.


Schon gewusst?

  • Ein Wasserkocher sollte regelmäßig entkalkt wer­den – wegen der Energieerspar­nis. Ist näm­lich viel Kalk auf seinem Boden, dauert es deut­lich länger, das Wass­er aufzukochen.
  • Mögliche Keime im Wass­er wer­den durch den Kochvor­gang des Wasserkochers abgetötet. Sie kön­nen also unbe­sorgt Wass­er mehrmals aufkochen.

Sauberkeit bringt‘s

Eine Studie aus Flori­da fand her­aus, dass ein nicht sauberes Arbeit­sum­feld sich neg­a­tiv auf die kog­ni­tiv­en Fähigkeit­en der Arbeit­nehmer auswirkt. Anders aus­ge­drückt: In einem sauberen Arbeit­sum­feld sind die Beschäftigten leistungsfähiger!


Checkliste

Regelmäßig soll­ten Sie …

  • den Kühlschrank aus­sortieren und im leeren Zus­tand reinigen.
  • Arbeit­splat­ten, Arma­turen und Griffe von Geräten und Schränken abwischen.
  • Schwämme, Lap­pen und Geschirrtüch­er waschen oder bei Bedarf austauschen.
  • Kaf­feemas­chine, Wasserkocher, Mikrow­elle, Wasser­sprudler etc. abwischen.
  • gemein­sam genutzte Uten­silien wie Schere oder Flaschenöffn­er reinigen.

Außer­dem:

  • Müll kommt in geschlossene Behäl­ter, wird getren­nt und regelmäßig entsorgt.
  • Seife und Papiere­in­weghandtüch­er gehören in jede Teeküche – für regelmäßiges Händewaschen.

Wichtig:

  • Vere­in­baren Sie im Unternehmen, was „regelmäßig“ für jeden der einzel­nen Punk­te bedeutet.
  • Leg­en Sie Zuständigkeit­en fest und erstellen Sie einen Putz­plan, den Sie in der Teeküche aushängen.
  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und motivieren Sie so Ihre Kol­legin­nen und Kol­le­gen zum Mit­machen. Sie wer­den sich alle wohler fühlen.
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