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Stromunfälle: Erste Hilfe und Maßnahmen für den Notfall

Notfallkonzeption für die Personenrettung
Erste Hilfe und Notfallmaßnahmen bei Stromunfällen

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Bei der Durch­führung von Maß­nah­men für einen Not­fall kommt es neben der Ersten Hil­fe zusät­zlich auf die Sicher­heit des Ret­tungsper­son­als und auch auf die Eindäm­mung des Schaden­saus­maßes an. Ger­ade bei Stro­mun­fällen bedeutet dies fachkom­pe­tentes Han­deln. Regelkon­forme Maß­nah­men sind in den ver­schiedenar­ti­gen Nor­men und Infor­ma­tion­ss­chriften ver­ankert und müssen im Rah­men der Not­fal­lkonzep­tion zusam­menge­führt wer­den. Dieser Artikel informiert über die wesentlichen Inhalte ein­er Not­fal­lkonzep­tion hin­sichtlich der Per­so­n­en­ret­tung bei Stro­mun­fällen.

Das Arbeitss­chutzge­setz, die Betrieb­ssicher­heitsverord­nung sowie die DGUV Vorschrift 1 fordern schon lange eine Not­fallpla­nung für beru­fliche und betriebliche Tätigkeit­en. Für Arbeit­en an elek­trischen Anla­gen wird diese Forderung erst­ma­lig durch die nov­el­lierte Norm VDE 0105–100:2015 ergänzt.

Bevor man über Erste Hil­fe bei Stro­mun­fällen nach­denkt, sollte deut­lich klargestellt wer­den, dass die Unfal­lver­hü­tung Vor­rang hat. Die Erfordernisse von speziellen Not­fal­lkonzep­tio­nen für Stro­mun­fälle set­zten gewis­ser­maßen eine hohe gesellschaftliche Tol­er­anz risikobe­hafteter elek­trotech­nis­ch­er Arbeit­en voraus. Solche Arbeit­en soll­ten aus präven­tiv­er Sicht gar nicht erst durchge­führt wer­den. Deshalb ist es von Bedeu­tung, zu Beginn dieses Beitrags auf die Anwen­dung der Arbeitsmeth­o­d­en, Arbeitsver­fahren und Schutz­maß­nah­men der DGUV Vorschrift 3 sowie den elek­trotech­nis­chen Regeln ins­beson­dere der VDE 0105–100 „Betrieb von elek­trischen Anla­gen“ hinzuweisen. Das Not­fal­lkonzept für Stro­mun­fälle sollte bei kon­se­quenter Ein­hal­tung des elek­trotech­nis­chen Regel­w­erks nur ein Plan‑B bleiben.

Sicherheits- und Notabschaltung

Als erste Maß­nahme ist im Not­fallplan die Eigen­sicherung zu berück­sichti­gen. Bei Stro­mun­fällen bedeutet dies die Abschal­tung der Span­nungsquelle. Ist das auf­grund der Dringlichkeit beziehungsweise auf­grund eines hohen zeitlichen und organ­isatorischen Aufwands nicht möglich, muss die verun­fallte Per­son räum­lich von der Span­nungsquelle getren­nt wer­den. Die Abschal­tung der Span­nungsquelle ist bei Betrieb­smit­teln mit geringer Leis­tung und Anschlusssteck­er durch Ziehen des Steck­ers leicht möglich. Bei Betrieb­smit­teln mit Stark­stro­man­schluss sowie an elek­trischen Anla­gen gestal­tet sich die sichere und zuver­läs­sige Abschal­tung jedoch schwieriger. Gemäß dem elek­trotech­nis­chen Regel­w­erk wer­den für bes­timmte Anla­gen NOT-AUS-Ein­rich­tun­gen gefordert und ste­hen somit für den Bedi­ener und Nutzer zur Ver­fü­gung. Eine kurze Über­sicht bietet Tabelle 1.

Das Vorhan­den­sein beziehungsweise das Fehlen von NOT-AUS-Ein­rich­tun­gen (siehe Abbil­dung 1) bee­in­flusst maßgebend die Not­fall­maß­nah­men bei Arbeit­en an elek­trischen Anla­gen. Die NOT-AUS und NOT-HALT Funk­tio­nen kön­nen an Anla­gen vari­ieren. Deshalb ist die Infor­ma­tion­ser­mit­tlung hin­sichtlich der sicheren elek­trischen Abschal­tung für die Not­fallpla­nung enorm wichtig.

Die sichere Abschal­tung der elek­trischen Energie ist durch Span­nungsanzeigen, Sig­nal- und Meldeleucht­en oder auch durch mit­ge­führte Span­nung­sprüfer zu kon­trol­lieren. Arbeitsstellen an Leitun­gen, Kabeln und aus­gedehn­ten Schal­tan­la­gen in der Energiev­er­sorgung ver­fü­gen aber in der Regel nicht über einen nahe liegen­den Schal­ter, welch­er das Anla­gen­teil schnell und sich­er abschal­ten kann.

Hat die verun­fallte Per­son in ein­er solchen Sit­u­a­tion Kon­takt mit unter Span­nung ste­hen­den Teilen beziehungsweise befind­et sie sich in der Gefahren­zone von Hochspan­nung­steilen, muss sie vor der Durch­führung Erster-Hil­fe-Maß­nah­men von der Span­nungsquelle ent­fer­nt wer­den. Hier­bei ist sie außer­halb der jew­eili­gen Annäherungszone zu posi­tion­ieren. Ist dies aus zwin­gen­den Grün­den nicht möglich, muss sich die Lager­po­si­tion deut­lich außer­halb der Gefahren­zone befind­en (siehe Tabelle 2).

Später hinzuk­om­mendes Ret­tungsper­son­al ist über die Bedeu­tung und Gefahr der jew­eili­gen Zonen zu informieren. Die gewählten Schutz­ab­stände sind, soweit möglich, zu kennze­ich­nen und gegebe­nen­falls abzus­per­ren. Diese Vorgänge soll­ten eingeübt wer­den und sind eben­falls in das Not­fal­lkonzept einzu­binden.

Auf Eigensicherung achten

Her­steller elek­trotech­nis­ch­er Arbeitsmit­tel und Schutzaus­rüs­tun­gen bieten für Per­so­n­en­ret­tungs­maß­nah­men unter anderem Ret­tung­shak­en an, die in Schal­tan­la­gen oder an Arbeitsstellen bere­it­ge­hal­ten wer­den kön­nen. Ste­hen solche Gerätschaften im Not­fall nicht zur Ver­fü­gung, so sind bevorzugt isolierende Stan­gen einzuset­zen (siehe Abbil­dun­gen 2 und 3).

Andern­falls ist die Benutzung von möglichst isolieren­den Hand­schuhen oder isolieren­den Mate­ri­alien und das Anfassen der Per­son an der Klei­dung eine riskante, aber vielle­icht die einzig mögliche Vorge­hensweise, um den Verun­fall­ten ohne Vorhan­den­sein ein­er Sicher­heit­saus­rüs­tung zu ret­ten. Allerd­ings gilt, wie bei jed­er Anwen­dung von Not­fall­maß­nah­men: Die Eigen­sicherung hat Vor­rang. Für abgeris­sene beziehungsweise herun­tergestürzte Hochspan­nungs­freileitun­gen, die den Erd­bo­den kon­tak­tieren, gilt zum Beispiel ein Sicher­heitsab­stand von 20 m zur Gefahren­stelle. Eine Annäherung an die Gefahren­stelle kann nur durch fachkundi­ges Fest­stellen der Span­nungs­frei­heit erfol­gen.

Bei Annäherung an lufti­solierte Hochspan­nung­steile wie Freileitun­gen und Schal­tan­la­gen sind, wie bere­its zuvor beschrieben, die Gefahren­zo­nen gemäß der Tabelle 2 der DGUV Vorschrift 3 beziehungsweise der Tabelle 101 der VDE 0105–100 einzuhal­ten. Deshalb sind solche Annäherun­gen nur durch Elek­tro­fachkräfte oder durch elek­trotech­nisch unter­wiesene Per­so­n­en durchzuführen, welche bei Arbeit­en in der Nähe von aktiv­en Hochspan­nungsan­la­gen unmit­tel­bar an der Arbeit beteiligt oder gegebe­nen­falls zwecks Beauf­sich­ti­gung in der Nähe sind. Die sachgerechte Nutzung isolieren­der Stan­gen (siehe Abbil­dun­gen 2 und 3) in der jew­eili­gen zuläs­si­gen Span­nungsebene ver­hin­dert dabei ein Erre­ichen der Gefahren­zone.

Die zuvor dargestell­ten Schritte machen deut­lich, dass die Not­fallpla­nung primär das Vorhan­den­sein und die Benutzung von NOT-AUS-Schal­tun­gen (in Verbindung mit Span­nungsanzeigern, Sig­nal- oder Meldeleucht­en oder Span­nung­sprüfern) oder alter­na­tiv die Vorhal­tung von Ret­tungsmit­teln bein­hal­ten muss.

Maßnahmen für die Erste Hilfe

Nach erfol­gter Span­nungsab­schal­tung und sicher­er Lagerung der verun­fall­ten Per­son fol­gt als näch­ster Schritt die Erste-Hil­fe-Behand­lung. Bei Stro­mun­fällen sind zwei Ver­let­zungsarten vor­wiegend anzutr­e­f­fen:

  • Elek­trische Kör­per­durch­strö­mung mit eventueller Bewusst­losigkeit in Verbindung mit Herzkam­mer­flim­mern (und mit eventueller lokaler Nerven‑, Gewebe- oder Organ­schädi­gung)
  • Ver­bren­nun­gen durch Stör­licht­bö­gen

Ist die verun­fallte Per­son bewusst­los oder ver­sagt ihre Atmung, sollte unverzüglich eine Herz-Lun­gen-Wieder­bele­bung vorgenom­men und ein Notruf abge­set­zt wer­den. Die Herz-Lun­gen-Wieder­bele­bung ist solange fortzuset­zen, bis entwed­er das Bewusst­sein oder eine selb­ständi­ge Atmung ein­set­zt oder andern­falls der Ret­tungs­di­enst ein­trifft. Ste­ht ein Defib­ril­la­tor zur Ver­fü­gung, ist dieser ohne Unter­brechung der Herz-Lun­gen-Wieder­bele­bung beizubrin­gen und anzuwen­den.

Der Defib­ril­la­tor kann entwed­er die intak­te Funk­tion des Herzens fest­stellen oder gegebe­nen­falls durch einen Hochspan­nungsim­puls das Herzkam­mer­flim­mern zurück­set­zen. Die Aufrechter­hal­tung der Sauer­stof­fver­sorgung des Gehirns, welche durch den Blutkreis­lauf gewährleis­tet ist, kann jedoch nur durch die manuelle Herz-Lun­gen-Wieder­bele­bung gewährleis­tet wer­den. Deshalb ist diese bei den vor­bere­i­t­en­den Tätigkeit­en für den Ein­satz des Defib­ril­la­tors und gegebe­nen­falls im Nach­gang nach dem Hochspan­nungsim­puls unab­d­ing­bar.

Defibrillator in ESD-geschützten Bereichen?

Oft­mals beste­hen Bedenken, einen Defib­ril­la­tor in ESD-geschützten Bere­ichen einzuset­zen. Hier­bei sei erwäh­nt, dass die Anwen­dung eines Defib­ril­la­tors auch im Freien auf feucht­en Boden gefahr­los für den Bedi­ener erfol­gen muss. Die Ableitwider­stände von feucht­en Böden und ESD-Böden haben ähn­liche Wider­stands­bere­iche. Eine Anwen­dung von Defib­ril­la­toren ist also eben­so auf ESD-Fußbö­den möglich. Hier gilt es grund­sät­zlich den Anweisun­gen des Defib­ril­la­tors zu fol­gen. Das bedeutet, beim Abset­zen des Hochspan­nungsim­puls­es möglichst weit zurück zu treten und die Füße nahe beieinan­der zu hal­ten.

Nerven‑, Gewebe- oder Organ­schädi­gun­gen bedür­fen in den über­wiegen­den Fällen kein­er Behand­lung durch den Ers­thelfer. Blu­tende Wun­den sind soweit wie möglich abzu­binden beziehungsweise so abzudeck­en, dass die Blu­tung eingedämmt oder gestoppt wird.

Verbrennungen

Bei Ver­bren­nun­gen sind fol­gende Maß­nah­men in Bezug­nahme auf das Hand­buch DGUV Infor­ma­tion 204–007 „Anleitung zur ersten Hil­fe“ durchzuführen.

Bei schw­eren Ver­bren­nun­gen ist der Ret­tungs­di­enst zu alarmieren. Die bren­nende Klei­dung ist mit Wass­er oder einem Feuer­lösch­er zu löschen. Ver­bran­nte Klei­dung sollte soweit wie möglich ent­fer­nt wer­den. Einge­bran­nte oder mit der Haut verklebte Klei­dung ist jedoch am Kör­p­er zu belassen. Brand­blasen dür­fen nicht geöffnet wer­den, Brand­wun­den sollen möglichst gekühlt wer­den. Hierzu kön­nen Wass­er oder in ein Tuch eingewick­elte Kühlpads ver­wen­det wer­den. Die Anwen­dung von eiskaltem Wass­er beziehungsweise das direk­te Aufle­gen von Kühlpads ist zu ver­mei­den, da dies eine Unterküh­lung verur­sachen kann.

Das Kühlen darf allerd­ings nur bei kleineren Ver­bren­nun­gen an Armen und Beinen für wenige Minuten durchge­führt wer­den. Keines­falls soll­ten großflächige Ver­bren­nun­gen, vor allem an Brust, Bauch, Beck­en oder Rück­en, gekühlt wer­den, da es hier­durch eben­falls zu ein­er Unterküh­lung des Kör­pers kom­men kann, die unbe­d­ingt ver­mieden wer­den muss. Zur Ver­mei­dung ein­er Infek­tion sind nach der Wasser­be­hand­lung beziehungsweise Küh­lung die Brand­wun­den mit einem möglichst keim­freien Ver­band­tuch zu bedeck­en. Zum Erhalt der Kör­per­wärme sollte die betrof­fene Per­son außer­dem kom­plett zugedeckt wer­den. Hierzu kann die Ret­tungs­decke aus einem Ver­band­kas­ten mit der Sil­ber­seite nach innen ver­wen­det wer­den.

Bei schw­eren, großflächi­gen Ver­bren­nun­gen und bei Gesichtsver­bren­nun­gen sind Atem- und Kreis­lauf­störun­gen zu erwarten. Außer­dem kön­nen Organ­schä­den auftreten. Das Bewusst­sein und die Atmung müssen deshalb bis zum Ein­tr­e­f­fen des Ret­tungs­di­en­stes unter Beobach­tung des Ers­thelfers bleiben. Ver­sagt die Atmung, ist eine Herz-Lun­gen-Wieder­bele­bung durchzuführen.

Unfälle ohne nachhaltige Gesundheitsbeschwerden/Bagatellunfälle

Die vor­ge­nan­nten Unfall­fol­gen entste­hen nur bei schw­eren elek­trischen Unfällen. Häu­fig kommt es bei Stro­mun­fällen zu Kör­per­durch­strö­mungen ohne nach­haltige spür­bare Gesund­heitss­chä­den. In diesen Fällen ist keine Erste Hil­fe notwendig. Die Beruf­sgenossen­schaft Energie Tex­til Elek­tro Medi­enerzeug­nisse (BG ETEM) fordert aus medi­zinis­chen Grün­den eine ärztliche Unter­suchung und ein Elek­trokar­dio­gramm (EKG). Eine solche Unter­suchung ist bei Vor­liegen ein­er gefährlichen Kör­per­durch­strö­mung aus Sicht der Gesund­heitsvor­sorge zwin­gend notwendig.

Auf einen Arztbe­such kann verzichtet wer­den wenn:

  • Die betrof­fene Per­son kein­er­lei nach­haltige Gesund­heits­beschw­er­den äußert und
  • durch eine Elek­tro­fachkraft fest­gestellt wurde, dass keine gefährliche elek­trische Energie vor­lag.

Eine unge­fährliche elek­trische Energie ist gegeben bei:

  • Span­nungswerten ≤ 25 V AC oder
    ≤ 60 DC in trock­e­nen Bere­ichen
  • Span­nungswerten ≤ 12 V AC oder
    ≤ 30 DC in feucht­en Bere­ichen
  • Unter­schre­itung der max­i­malen Stromw­erte von 3 mA AC oder 12 mA DC (unab­hängig von der Span­nung­shöhe)
  • Unter­schre­it­en der Ladungswerte von 50 µC und 350 mJ bei kapaz­i­tiv­en beziehungsweise elek­tro­sta­tis­chen Ent­ladun­gen (unab­hängig von der Span­nung­shöhe)

Hin­weis: Die vor­ge­nan­nten Span­nungswerte basieren auf den Angaben der VDE 0100–410 zu Kleinspan­nun­gen SELV und PELV, welche ohne Basi­sisolierung betrieben wer­den dür­fen, und weichen somit aus Sicher­heits­grün­den von den Werten der DGUV Vorschrift 3 beziehungsweise VDE 0105–100 ab.

Der Wert der elek­trischen Ladung von
50 µC basiert auf der VDE 0140–1 sowie TRBS 2153 und ergänzt den Energiew­ert von 350 mJ der DGUV Vorschrift 3 beziehungsweise der VDE 0105–100. Hin­sichtlich der Energie- und Ladungswerte kön­nen bei kapaz­i­tiv­en beziehungsweise elek­tro­sta­tis­chen Ent­ladun­gen unter genauer Betra­ch­tung der elek­trotech­nis­chen Regeln (unter anderem der DIN EN 61010–1, VDE 0411–1) fol­gende Werte bezüglich der Bes­tim­mung von unkri­tis­chen Kör­per­durch­strö­mungen emp­fohlen wer­den:

  • elek­trische Ladung ≤ 45 µC (≈ 50 µC) bei Span­nun­gen bis 15 kV
  • elek­trische Energie ≤ 350 mJ bei Span­nun­gen über 15 kV

Grund­sät­zlich gilt, dass bei Auftreten von Gesund­heits­beschw­er­den unab­hängig von der Höhe der elek­trischen Energie ein Arzt aufge­sucht wer­den soll.

Abschließend sei auf die VDE 0105–100 ver­wiesen. Sie beschreibt im Kap. 4.9 und im Anhang B.7 die Notwendigkeit sowie die Gestal­tung von Not­fallplä­nen für Arbeit­en an elek­trischen Anla­gen. Not­fallpläne sind vom Anla­gen­be­treiber zu erstellen und umzuset­zen. Bei Arbeit­en an Kleinan­la­gen kann der Not­fallplan in Form von Not­fall­maß­nah­men in die betriebliche Gefährdungs­beurteilung inte­gri­ert wer­den.

Weit­er­hin wird in der VDE 0105–100 eine aus­re­ichende Zahl von Ers­thelfern, ins­beson­dere mit Ken­nt­nis­sen zu Not­fall­maß­nah­men und der Ersten Hil­fe bei elek­trischem Schlag und/oder Ver­bren­nun­gen, gefordert. Hierzu kön­nen die Min­destzahlen für Ers­thelfer gemäß der DGUV Vorschrift 1 §26 herange­zo­gen wer­den. Die VDE 0105–100 emp­fiehlt darüber hin­aus Anleitun­gen oder Merk­blät­ter zur Ersten-Hil­fe auszuhän­gen oder den arbei­t­en­den Per­so­n­en zur Ver­fü­gung zu stellen. Zur Erstel­lung dieser Doku­mente kön­nen die zuvor beschriebe­nen Aus­führun­gen als auch die nach­fol­gend benan­nten Quellen genutzt wer­den.

Quellen

  • DGUV Vorschrift 1 Grund­sätze der Präven­tion 10/2014, BG ETEM
  • DGUV Vorschrift 3 Elek­trische Anla­gen und Betrieb­smit­tel 01/1997 mit Durch­führungsan­weisun­gen vom 10/1996, BG ETEM
  • DGUV Infor­ma­tion 203–052 (BGI 8677) Elek­trische Gefahren an der Ein­satzstelle, 07/2011, BG ETEM
  • DGUV Infor­ma­tion 204–007 Hand­buch zur
    Ersten Hil­fe 01/2017, BG ETEM
  • Tech­nis­che Regeln für Betrieb­ssicher­heit (TRBS) 2153 Ver­mei­dung von Zündge­fahren
    infolge elek­tro­sta­tis­ch­er Aufladun­gen (GMBl. Nr. 15/16 vom 9. April 2009 S. 278)
  • DIN VDE 0100–410:2007–06; VDE 0100–410:2007–06 Erricht­en von Nieder­span­nungsan­la­gen – Teil 4–41: Schutz­maß­nah­men – Schutz gegen elek­trischen Schlag (IEC 60364–4–41:2005, mod­i­fiziert); Deutsche Über­nahme HD 60364–4–41:2007
  • DIN VDE 0100–460:2002–08; VDE 0100–460:2002–08 Erricht­en von Nieder­span­nungsan­la­gen – Teil 4: Schutz­maß­nah­men; Kapi­tel 46: Tren­nen und Schal­ten (IEC 60364–4–46:1981, mod­i­fiziert); Deutsche Fas­sung HD 384.4.46 S2:2001
  • DIN VDE 0100–537:1999–06; VDE 0100–537:1999–06 Elek­trische Anla­gen von Gebäu­den – Teil 5: Auswahl und Errich­tung elek­trisch­er Betrieb­smit­tel; Kapi­tel 53: Schalt­geräte und Steuerg­eräte; Abschnitt 537: Geräte zum Tren­nen und Schal­ten (IEC 60364–5–537:1981 + A1:1989, mod­i­fiziert); Deutsche Fas­sung HD 384.5.537 S2:1998
  • DIN VDE 0100–723:2005–06; VDE 0100–723:2005–06 Erricht­en von Nieder­span­nungsan­la­gen – Anforderun­gen für
    Betrieb­sstät­ten, Räume und Anla­gen
    beson­der­er Art – Teil 723: Unter­richt­sräume mit Exper­i­men­tiere­in­rich­tun­gen
  • DIN VDE 0105–100 VDE 0105–100:2015–10 Betrieb von elek­trischen Anla­gen – Teil 100: All­ge­meine Fes­tle­gun­gen
  • DIN EN 50110–1:2014–02; VDE 0105–1:2014–02 Betrieb von elek­trischen Anla­gen – Teil 1: All­ge­meine Anforderun­gen; Deutsche Fas­sung EN 50110–1:2013
  • DIN EN 60204–1:2014–10; VDE 0113–1:2014–10 Sicher­heit von Maschi­nen – Elek­trische Aus­rüs­tung von Maschi­nen – Teil 1: All­ge­meine Anforderun­gen
  • DIN EN 61140:2016–11; VDE 0140–1:2016–11 Schutz gegen elek­trischen Schlag – Gemein­same Anforderun­gen für Anla­gen und Betrieb­smit­tel (IEC 61140:2016); Deutsche Fas­sung EN 61140:2016
  • DIN EN ISO 13850:2016–05 Sicher­heit von Maschi­nen – Not-Halt-Funk­tion – Gestal­tungsleit­sätze (ISO 13850:2015); Deutsche Fas­sung EN ISO 13850:2015
  • DIN EN 61010–1:2011–07; VDE 0411–1:2011–07 Sicher­heits­bes­tim­mungen für elek­trische Mess‑, Steuer‑, Regel- und Laborg­eräte – Teil 1: All­ge­meine Anforderun­gen (IEC 61010–1:2010 + Cor. :2011); Deutsche Fas­sung EN 61010–1:2010

Informationsschriften und Regelwerke zur Erstellung eines Notfallplans für elektrotechnische Arbeiten

  • DGUV Infor­ma­tion 204–007 Hand­buch zur Ersten Hil­fe 01/2017, BG ETEM
  • DGUV Infor­ma­tion 203–052 (BGI 8677) Elek­trische Gefahren an der Ein­satzstelle, 07/2011, BG ETEM
  • DIN VDE 0105–100 VDE 0105–100:2015–10 Betrieb von elek­trischen Anla­gen – Teil 100: All­ge­meine Fes­tle­gun­gen

Lesen Sie auch zu den The­men Not­fall und Erste Hil­fe:


Autor: Dipl.-Ing. Falk Florschütz

Tech­nis­che Auf­sicht und Beratung (TAB)

Präven­tion­szen­trum Nürn­berg, BG ETEM

florschuetz.falk@bgetem.de

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