Stromunfälle: Erste Hilfe und Maßnahmen für den Notfall
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Notfallkonzeption für die Personenrettung

Erste Hilfe und Notfall­maß­nah­men bei Strom­un­fäl­len

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Bei der Durch­füh­rung von Maßnah­men für einen Notfall kommt es neben der Ersten Hilfe zusätz­lich auf die Sicher­heit des Rettungs­per­so­nals und auch auf die Eindäm­mung des Scha­dens­aus­ma­ßes an. Gerade bei Strom­un­fäl­len bedeu­tet dies fach­kom­pe­ten­tes Handeln. Regel­kon­forme Maßnah­men sind in den verschie­den­ar­ti­gen Normen und Infor­ma­ti­ons­schrif­ten veran­kert und müssen im Rahmen der Notfall­kon­zep­tion zusam­men­ge­führt werden. Dieser Arti­kel infor­miert über die wesent­li­chen Inhalte einer Notfall­kon­zep­tion hinsicht­lich der Perso­nen­ret­tung bei Strom­un­fäl­len.

Das Arbeits­schutz­ge­setz, die Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung sowie die DGUV Vorschrift 1 fordern schon lange eine Notfall­pla­nung für beruf­li­che und betrieb­li­che Tätig­kei­ten. Für Arbei­ten an elek­tri­schen Anla­gen wird diese Forde­rung erst­ma­lig durch die novel­lierte Norm VDE 0105–100:2015 ergänzt.

Bevor man über Erste Hilfe bei Strom­un­fäl­len nach­denkt, sollte deut­lich klar­ge­stellt werden, dass die Unfall­ver­hü­tung Vorrang hat. Die Erfor­der­nisse von spezi­el­len Notfall­kon­zep­tio­nen für Strom­un­fälle setz­ten gewis­ser­ma­ßen eine hohe gesell­schaft­li­che Tole­ranz risi­ko­be­haf­te­ter elek­tro­tech­ni­scher Arbei­ten voraus. Solche Arbei­ten soll­ten aus präven­ti­ver Sicht gar nicht erst durch­ge­führt werden. Deshalb ist es von Bedeu­tung, zu Beginn dieses Beitrags auf die Anwen­dung der Arbeits­me­tho­den, Arbeits­ver­fah­ren und Schutz­maß­nah­men der DGUV Vorschrift 3 sowie den elek­tro­tech­ni­schen Regeln insbe­son­dere der VDE 0105–100 „Betrieb von elek­tri­schen Anla­gen“ hinzu­wei­sen. Das Notfall­kon­zept für Strom­un­fälle sollte bei konse­quen­ter Einhal­tung des elek­tro­tech­ni­schen Regel­werks nur ein Plan‐B blei­ben.

Sicherheits‐ und Notab­schal­tung

Als erste Maßnahme ist im Notfall­plan die Eigen­si­che­rung zu berück­sich­ti­gen. Bei Strom­un­fäl­len bedeu­tet dies die Abschal­tung der Span­nungs­quelle. Ist das aufgrund der Dring­lich­keit bezie­hungs­weise aufgrund eines hohen zeit­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Aufwands nicht möglich, muss die verun­fallte Person räum­lich von der Span­nungs­quelle getrennt werden. Die Abschal­tung der Span­nungs­quelle ist bei Betriebs­mit­teln mit gerin­ger Leis­tung und Anschluss­ste­cker durch Ziehen des Steckers leicht möglich. Bei Betriebs­mit­teln mit Stark­stro­m­an­schluss sowie an elek­tri­schen Anla­gen gestal­tet sich die sichere und zuver­läs­sige Abschal­tung jedoch schwie­ri­ger. Gemäß dem elek­tro­tech­ni­schen Regel­werk werden für bestimmte Anla­gen NOTAUS‐Einrichtungen gefor­dert und stehen somit für den Bedie­ner und Nutzer zur Verfü­gung. Eine kurze Über­sicht bietet Tabelle 1.

Das Vorhan­den­sein bezie­hungs­weise das Fehlen von NOTAUS‐Einrichtungen (siehe Abbil­dung 1) beein­flusst maßge­bend die Notfall­maß­nah­men bei Arbei­ten an elek­tri­schen Anla­gen. Die NOTAUS und NOTHALT Funk­tio­nen können an Anla­gen vari­ie­ren. Deshalb ist die Infor­ma­ti­ons­er­mitt­lung hinsicht­lich der siche­ren elek­tri­schen Abschal­tung für die Notfall­pla­nung enorm wich­tig.

Die sichere Abschal­tung der elek­tri­schen Ener­gie ist durch Span­nungs­an­zei­gen, Signal‐ und Melde­leuch­ten oder auch durch mitge­führte Span­nungs­prü­fer zu kontrol­lie­ren. Arbeits­stel­len an Leitun­gen, Kabeln und ausge­dehn­ten Schalt­an­la­gen in der Ener­gie­ver­sor­gung verfü­gen aber in der Regel nicht über einen nahe liegen­den Schal­ter, welcher das Anla­gen­teil schnell und sicher abschal­ten kann.

Hat die verun­fallte Person in einer solchen Situa­tion Kontakt mit unter Span­nung stehen­den Teilen bezie­hungs­weise befin­det sie sich in der Gefah­ren­zone von Hoch­span­nungs­tei­len, muss sie vor der Durch­füh­rung Erster‐Hilfe‐Maßnahmen von der Span­nungs­quelle entfernt werden. Hier­bei ist sie außer­halb der jewei­li­gen Annä­he­rungs­zone zu posi­tio­nie­ren. Ist dies aus zwin­gen­den Grün­den nicht möglich, muss sich die Lager­po­si­tion deut­lich außer­halb der Gefah­ren­zone befin­den (siehe Tabelle 2).

Später hinzu­kom­men­des Rettungs­per­so­nal ist über die Bedeu­tung und Gefahr der jewei­li­gen Zonen zu infor­mie­ren. Die gewähl­ten Schutz­ab­stände sind, soweit möglich, zu kenn­zeich­nen und gege­be­nen­falls abzu­sper­ren. Diese Vorgänge soll­ten einge­übt werden und sind eben­falls in das Notfall­kon­zept einzu­bin­den.

Auf Eigen­si­che­rung achten

Herstel­ler elek­tro­tech­ni­scher Arbeits­mit­tel und Schutz­aus­rüs­tun­gen bieten für Perso­nen­ret­tungs­maß­nah­men unter ande­rem Rettungs­ha­ken an, die in Schalt­an­la­gen oder an Arbeits­stel­len bereit­ge­hal­ten werden können. Stehen solche Gerät­schaf­ten im Notfall nicht zur Verfü­gung, so sind bevor­zugt isolie­rende Stan­gen einzu­set­zen (siehe Abbil­dun­gen 2 und 3).

Andern­falls ist die Benut­zung von möglichst isolie­ren­den Hand­schu­hen oder isolie­ren­den Mate­ria­lien und das Anfas­sen der Person an der Klei­dung eine riskante, aber viel­leicht die einzig mögli­che Vorge­hens­weise, um den Verun­fall­ten ohne Vorhan­den­sein einer Sicher­heits­aus­rüs­tung zu retten. Aller­dings gilt, wie bei jeder Anwen­dung von Notfall­maß­nah­men: Die Eigen­si­che­rung hat Vorrang. Für abge­ris­sene bezie­hungs­weise herun­ter­ge­stürzte Hoch­span­nungs­frei­lei­tun­gen, die den Erdbo­den kontak­tie­ren, gilt zum Beispiel ein Sicher­heits­ab­stand von 20 m zur Gefah­ren­stelle. Eine Annä­he­rung an die Gefah­ren­stelle kann nur durch fach­kun­di­ges Fest­stel­len der Span­nungs­frei­heit erfol­gen.

Bei Annä­he­rung an luft­iso­lierte Hoch­span­nungs­teile wie Frei­lei­tun­gen und Schalt­an­la­gen sind, wie bereits zuvor beschrie­ben, die Gefah­ren­zo­nen gemäß der Tabelle 2 der DGUV Vorschrift 3 bezie­hungs­weise der Tabelle 101 der VDE 0105–100 einzu­hal­ten. Deshalb sind solche Annä­he­run­gen nur durch Elek­tro­fach­kräfte oder durch elek­tro­tech­nisch unter­wie­sene Perso­nen durch­zu­füh­ren, welche bei Arbei­ten in der Nähe von akti­ven Hoch­span­nungs­an­la­gen unmit­tel­bar an der Arbeit betei­ligt oder gege­be­nen­falls zwecks Beauf­sich­ti­gung in der Nähe sind. Die sach­ge­rechte Nutzung isolie­ren­der Stan­gen (siehe Abbil­dun­gen 2 und 3) in der jewei­li­gen zuläs­si­gen Span­nungs­ebene verhin­dert dabei ein Errei­chen der Gefah­ren­zone.

Die zuvor darge­stell­ten Schritte machen deut­lich, dass die Notfall­pla­nung primär das Vorhan­den­sein und die Benut­zung von NOTAUS‐Schaltungen (in Verbin­dung mit Span­nungs­an­zei­gern, Signal‐ oder Melde­leuch­ten oder Span­nungs­prü­fern) oder alter­na­tiv die Vorhal­tung von Rettungs­mit­teln beinhal­ten muss.

Maßnah­men für die Erste Hilfe

Nach erfolg­ter Span­nungs­ab­schal­tung und siche­rer Lage­rung der verun­fall­ten Person folgt als nächs­ter Schritt die Erste‐Hilfe‐Behandlung. Bei Strom­un­fäl­len sind zwei Verlet­zungs­ar­ten vorwie­gend anzu­tref­fen:

  • Elek­tri­sche Körper­durch­strö­mung mit even­tu­el­ler Bewusst­lo­sig­keit in Verbin­dung mit Herz­kam­mer­flim­mern (und mit even­tu­el­ler loka­ler Nerven‐, Gewebe‐ oder Organ­schä­di­gung)
  • Verbren­nun­gen durch Stör­licht­bö­gen

Ist die verun­fallte Person bewusst­los oder versagt ihre Atmung, sollte unver­züg­lich eine Herz‐Lungen‐Wiederbelebung vorge­nom­men und ein Notruf abge­setzt werden. Die Herz‐Lungen‐Wiederbelebung ist solange fort­zu­set­zen, bis entwe­der das Bewusst­sein oder eine selb­stän­dige Atmung einsetzt oder andern­falls der Rettungs­dienst eintrifft. Steht ein Defi­bril­la­tor zur Verfü­gung, ist dieser ohne Unter­bre­chung der Herz‐Lungen‐Wiederbelebung beizu­brin­gen und anzu­wen­den.

Der Defi­bril­la­tor kann entwe­der die intakte Funk­tion des Herzens fest­stel­len oder gege­be­nen­falls durch einen Hoch­span­nungs­im­puls das Herz­kam­mer­flim­mern zurück­set­zen. Die Aufrecht­erhal­tung der Sauer­stoff­ver­sor­gung des Gehirns, welche durch den Blut­kreis­lauf gewähr­leis­tet ist, kann jedoch nur durch die manu­elle Herz‐Lungen‐Wiederbelebung gewähr­leis­tet werden. Deshalb ist diese bei den vorbe­rei­ten­den Tätig­kei­ten für den Einsatz des Defi­bril­la­tors und gege­be­nen­falls im Nach­gang nach dem Hoch­span­nungs­im­puls unab­ding­bar.

Defi­bril­la­tor in ESD‐geschützten Berei­chen?

Oftmals bestehen Beden­ken, einen Defi­bril­la­tor in ESD‐geschützten Berei­chen einzu­set­zen. Hier­bei sei erwähnt, dass die Anwen­dung eines Defi­bril­la­tors auch im Freien auf feuch­ten Boden gefahr­los für den Bedie­ner erfol­gen muss. Die Ableit­wi­der­stände von feuch­ten Böden und ESD‐Böden haben ähnli­che Wider­stands­be­rei­che. Eine Anwen­dung von Defi­bril­la­to­ren ist also ebenso auf ESD‐Fußböden möglich. Hier gilt es grund­sätz­lich den Anwei­sun­gen des Defi­bril­la­tors zu folgen. Das bedeu­tet, beim Abset­zen des Hoch­span­nungs­im­pul­ses möglichst weit zurück zu treten und die Füße nahe beiein­an­der zu halten.

Nerven‐, Gewebe‐ oder Organ­schä­di­gun­gen bedür­fen in den über­wie­gen­den Fällen keiner Behand­lung durch den Erst­hel­fer. Blutende Wunden sind soweit wie möglich abzu­bin­den bezie­hungs­weise so abzu­de­cken, dass die Blutung einge­dämmt oder gestoppt wird.

Verbren­nun­gen

Bei Verbren­nun­gen sind folgende Maßnah­men in Bezug­nahme auf das Hand­buch DGUV Infor­ma­tion 204–007 „Anlei­tung zur ersten Hilfe“ durch­zu­füh­ren.

Bei schwe­ren Verbren­nun­gen ist der Rettungs­dienst zu alar­mie­ren. Die bren­nende Klei­dung ist mit Wasser oder einem Feuer­lö­scher zu löschen. Verbrannte Klei­dung sollte soweit wie möglich entfernt werden. Einge­brannte oder mit der Haut verklebte Klei­dung ist jedoch am Körper zu belas­sen. Brand­bla­sen dürfen nicht geöff­net werden, Brand­wun­den sollen möglichst gekühlt werden. Hierzu können Wasser oder in ein Tuch einge­wi­ckelte Kühl­pads verwen­det werden. Die Anwen­dung von eiskal­tem Wasser bezie­hungs­weise das direkte Aufle­gen von Kühl­pads ist zu vermei­den, da dies eine Unter­küh­lung verur­sa­chen kann.

Das Kühlen darf aller­dings nur bei klei­ne­ren Verbren­nun­gen an Armen und Beinen für wenige Minu­ten durch­ge­führt werden. Keines­falls soll­ten groß­flä­chige Verbren­nun­gen, vor allem an Brust, Bauch, Becken oder Rücken, gekühlt werden, da es hier­durch eben­falls zu einer Unter­küh­lung des Körpers kommen kann, die unbe­dingt vermie­den werden muss. Zur Vermei­dung einer Infek­tion sind nach der Wasser­be­hand­lung bezie­hungs­weise Kühlung die Brand­wun­den mit einem möglichst keim­freien Verband­tuch zu bede­cken. Zum Erhalt der Körper­wärme sollte die betrof­fene Person außer­dem komplett zuge­deckt werden. Hierzu kann die Rettungs­de­cke aus einem Verband­kas­ten mit der Silber­seite nach innen verwen­det werden.

Bei schwe­ren, groß­flä­chi­gen Verbren­nun­gen und bei Gesichts­ver­bren­nun­gen sind Atem‐ und Kreis­lauf­stö­run­gen zu erwar­ten. Außer­dem können Organ­schä­den auftre­ten. Das Bewusst­sein und die Atmung müssen deshalb bis zum Eintref­fen des Rettungs­diens­tes unter Beob­ach­tung des Erst­hel­fers blei­ben. Versagt die Atmung, ist eine Herz‐Lungen‐Wiederbelebung durch­zu­füh­ren.

Unfälle ohne nach­hal­tige Gesundheitsbeschwerden/Bagatellunfälle

Die vorge­nann­ten Unfall­fol­gen entste­hen nur bei schwe­ren elek­tri­schen Unfäl­len. Häufig kommt es bei Strom­un­fäl­len zu Körper­durch­strö­mun­gen ohne nach­hal­tige spür­bare Gesund­heits­schä­den. In diesen Fällen ist keine Erste Hilfe notwen­dig. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft Ener­gie Textil Elek­tro Medi­en­er­zeug­nisse (BG ETEM) fordert aus medi­zi­ni­schen Grün­den eine ärzt­li­che Unter­su­chung und ein Elek­tro­kar­dio­gramm (EKG). Eine solche Unter­su­chung ist bei Vorlie­gen einer gefähr­li­chen Körper­durch­strö­mung aus Sicht der Gesund­heits­vor­sorge zwin­gend notwen­dig.

Auf einen Arzt­be­such kann verzich­tet werden wenn:

  • Die betrof­fene Person keiner­lei nach­hal­tige Gesund­heits­be­schwer­den äußert und
  • durch eine Elek­tro­fach­kraft fest­ge­stellt wurde, dass keine gefähr­li­che elek­tri­sche Ener­gie vorlag.

Eine unge­fähr­li­che elek­tri­sche Ener­gie ist gege­ben bei:

  • Span­nungs­wer­ten ≤ 25 V AC oder
    ≤ 60 DC in trocke­nen Berei­chen
  • Span­nungs­wer­ten ≤ 12 V AC oder
    ≤ 30 DC in feuch­ten Berei­chen
  • Unter­schrei­tung der maxi­ma­len Strom­werte von 3 mA AC oder 12 mA DC (unab­hän­gig von der Span­nungs­höhe)
  • Unter­schrei­ten der Ladungs­werte von 50 µC und 350 mJ bei kapa­zi­ti­ven bezie­hungs­weise elek­tro­sta­ti­schen Entla­dun­gen (unab­hän­gig von der Span­nungs­höhe)

Hinweis: Die vorge­nann­ten Span­nungs­werte basie­ren auf den Anga­ben der VDE 0100–410 zu Klein­span­nun­gen SELV und PELV, welche ohne Basis­iso­lie­rung betrie­ben werden dürfen, und weichen somit aus Sicher­heits­grün­den von den Werten der DGUV Vorschrift 3 bezie­hungs­weise VDE 0105–100 ab.

Der Wert der elek­tri­schen Ladung von
50 µC basiert auf der VDE 0140–1 sowie TRBS 2153 und ergänzt den Ener­gie­wert von 350 mJ der DGUV Vorschrift 3 bezie­hungs­weise der VDE 0105–100. Hinsicht­lich der Energie‐ und Ladungs­werte können bei kapa­zi­ti­ven bezie­hungs­weise elek­tro­sta­ti­schen Entla­dun­gen unter genauer Betrach­tung der elek­tro­tech­ni­schen Regeln (unter ande­rem der DIN EN 61010–1, VDE 0411–1) folgende Werte bezüg­lich der Bestim­mung von unkri­ti­schen Körper­durch­strö­mun­gen empfoh­len werden:

  • elek­tri­sche Ladung ≤ 45 µC (≈ 50 µC) bei Span­nun­gen bis 15 kV
  • elek­tri­sche Ener­gie ≤ 350 mJ bei Span­nun­gen über 15 kV

Grund­sätz­lich gilt, dass bei Auftre­ten von Gesund­heits­be­schwer­den unab­hän­gig von der Höhe der elek­tri­schen Ener­gie ein Arzt aufge­sucht werden soll.

Abschlie­ßend sei auf die VDE 0105–100 verwie­sen. Sie beschreibt im Kap. 4.9 und im Anhang B.7 die Notwen­dig­keit sowie die Gestal­tung von Notfall­plä­nen für Arbei­ten an elek­tri­schen Anla­gen. Notfall­pläne sind vom Anla­gen­be­trei­ber zu erstel­len und umzu­set­zen. Bei Arbei­ten an Klein­an­la­gen kann der Notfall­plan in Form von Notfall­maß­nah­men in die betrieb­li­che Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung inte­griert werden.

Weiter­hin wird in der VDE 0105–100 eine ausrei­chende Zahl von Erst­hel­fern, insbe­son­dere mit Kennt­nis­sen zu Notfall­maß­nah­men und der Ersten Hilfe bei elek­tri­schem Schlag und/oder Verbren­nun­gen, gefor­dert. Hierzu können die Mindest­zah­len für Erst­hel­fer gemäß der DGUV Vorschrift 1 §26 heran­ge­zo­gen werden. Die VDE 0105–100 empfiehlt darüber hinaus Anlei­tun­gen oder Merk­blät­ter zur Ersten‐Hilfe auszu­hän­gen oder den arbei­ten­den Perso­nen zur Verfü­gung zu stel­len. Zur Erstel­lung dieser Doku­mente können die zuvor beschrie­be­nen Ausfüh­run­gen als auch die nach­fol­gend benann­ten Quel­len genutzt werden.

Quel­len

  • DGUV Vorschrift 1 Grund­sätze der Präven­tion 10/2014, BG ETEM
  • DGUV Vorschrift 3 Elek­tri­sche Anla­gen und Betriebs­mit­tel 01/1997 mit Durch­füh­rungs­an­wei­sun­gen vom 10/1996, BG ETEM
  • DGUV Infor­ma­tion 203–052 (BGI 8677) Elek­tri­sche Gefah­ren an der Einsatz­stelle, 07/2011, BG ETEM
  • DGUV Infor­ma­tion 204–007 Hand­buch zur
    Ersten Hilfe 01/2017, BG ETEM
  • Tech­ni­sche Regeln für Betriebs­si­cher­heit (TRBS) 2153 Vermei­dung von Zünd­ge­fah­ren
    infolge elek­tro­sta­ti­scher Aufla­dun­gen (GMBl. Nr. 15/16 vom 9. April 2009 S. 278)
  • DIN VDE 0100–410:2007–06; VDE 0100–410:2007–06 Errich­ten von Nieder­span­nungs­an­la­gen – Teil 4–41: Schutz­maß­nah­men – Schutz gegen elek­tri­schen Schlag (IEC 60364–4–41:2005, modi­fi­ziert); Deut­sche Über­nahme HD 60364–4–41:2007
  • DIN VDE 0100–460:2002–08; VDE 0100–460:2002–08 Errich­ten von Nieder­span­nungs­an­la­gen – Teil 4: Schutz­maß­nah­men; Kapi­tel 46: Tren­nen und Schal­ten (IEC 60364–4–46:1981, modi­fi­ziert); Deut­sche Fassung HD 384.4.46 S2:2001
  • DIN VDE 0100–537:1999–06; VDE 0100–537:1999–06 Elek­tri­sche Anla­gen von Gebäu­den – Teil 5: Auswahl und Errich­tung elek­tri­scher Betriebs­mit­tel; Kapi­tel 53: Schalt­ge­räte und Steu­er­ge­räte; Abschnitt 537: Geräte zum Tren­nen und Schal­ten (IEC 60364–5–537:1981 + A1:1989, modi­fi­ziert); Deut­sche Fassung HD 384.5.537 S2:1998
  • DIN VDE 0100–723:2005–06; VDE 0100–723:2005–06 Errich­ten von Nieder­span­nungs­an­la­gen – Anfor­de­run­gen für
    Betriebs­stät­ten, Räume und Anla­gen
    beson­de­rer Art – Teil 723: Unter­richts­räume mit Expe­ri­men­tier­ein­rich­tun­gen
  • DIN VDE 0105–100 VDE 0105–100:2015–10 Betrieb von elek­tri­schen Anla­gen – Teil 100: Allge­meine Fest­le­gun­gen
  • DIN EN 50110–1:2014–02; VDE 0105–1:2014–02 Betrieb von elek­tri­schen Anla­gen – Teil 1: Allge­meine Anfor­de­run­gen; Deut­sche Fassung EN 50110–1:2013
  • DIN EN 60204–1:2014–10; VDE 0113–1:2014–10 Sicher­heit von Maschi­nen – Elek­tri­sche Ausrüs­tung von Maschi­nen – Teil 1: Allge­meine Anfor­de­run­gen
  • DIN EN 61140:2016–11; VDE 0140–1:2016–11 Schutz gegen elek­tri­schen Schlag – Gemein­same Anfor­de­run­gen für Anla­gen und Betriebs­mit­tel (IEC 61140:2016); Deut­sche Fassung EN 61140:2016
  • DIN EN ISO 13850:2016–05 Sicher­heit von Maschi­nen – Not‐Halt‐Funktion – Gestal­tungs­leit­sätze (ISO 13850:2015); Deut­sche Fassung EN ISO 13850:2015
  • DIN EN 61010–1:2011–07; VDE 0411–1:2011–07 Sicher­heits­be­stim­mun­gen für elek­tri­sche Mess‐, Steuer‐, Regel‐ und Labor­ge­räte – Teil 1: Allge­meine Anfor­de­run­gen (IEC 61010–1:2010 + Cor. :2011); Deut­sche Fassung EN 61010–1:2010

Infor­ma­ti­ons­schrif­ten und Regel­werke zur Erstel­lung eines Notfall­plans für elek­tro­tech­ni­sche Arbei­ten

  • DGUV Infor­ma­tion 204–007 Hand­buch zur Ersten Hilfe 01/2017, BG ETEM
  • DGUV Infor­ma­tion 203–052 (BGI 8677) Elek­tri­sche Gefah­ren an der Einsatz­stelle, 07/2011, BG ETEM
  • DIN VDE 0105–100 VDE 0105–100:2015–10 Betrieb von elek­tri­schen Anla­gen – Teil 100: Allge­meine Fest­le­gun­gen

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Autor: Dipl.-Ing. Falk Flor­schütz

Tech­ni­sche Aufsicht und Bera­tung (TAB)

Präven­ti­ons­zen­trum Nürn­berg, BG ETEM

florschuetz.falk@bgetem.de

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