Startseite » Sicherheit » Arbeitsschutzorganisation »

Sicherer Start ins Berufsleben

Junge Beschäftigte
Sicherer Start ins Berufsleben

Anzeige
Sta­tis­tiken zeigen, dass Beschäftigte zwis­chen 18 und 24 Jahren deut­lich mehr Arbeit­sun­fälle erlei­den als ältere Beschäftigte. Die Gründe hier­für sind vielfältig, doch es gibt zahlre­iche Maß­nah­men, um dem ent­ge­gen­zuwirken. Genau hier set­zt das Pro­gramm „Jugend will sich-er-leben“ an. Was es bietet, wie Betriebe ihre Beruf­san­fänger unter­stützen und für ihren sicheren Start ins Beruf­sleben sor­gen kön­nen, ver­rät der fol­gende Beitrag.

Das neue Aus­bil­dungs­jahr hat begonnen – und damit für zahlre­iche junge Men­schen ein neuer Lebens­ab­schnitt. Doch junge Beschäftige und damit auch Auszu­bildende sind am Arbeit­splatz einem vielfach höheren Risiko aus­ge­set­zt, einen Unfall zu erlei­den oder arbeits­be­d­ingt zu erkranken als ihre älteren Kol­legin­nen und Kol­le­gen. Die jun­gen Beruf­se­in­steiger ver­fü­gen (noch) nicht über die Ken­nt­nisse, sich sich­er im neuen Umfeld zu bewe­gen, sie müssen viele neue Ein­drücke ver­ar­beit­en und sich in der Arbeitswelt zurechtfind­en – gar nicht so einfach!

Damit der Aus­bil­dungsstart gesund und sich­er gelingt, unter­stützt das Präven­tion­spro­gramm „Jugend will sich-er-leben“ der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung (DGUV) schon seit mehr als 40 Jahren Betriebe dabei, Auszu­bildende für The­men rund um Arbeitssicher­heit und Gesund­heitss­chutz zu sensibilisieren.

Verschiedene Unfallschwerpunkte

Jedes Schul­jahr ste­ht unter einem bes­timmten Mot­to. 2017/2018 drehte sich alles um das The­ma „Wege­un­fälle“. Aus gutem Grund: „42,4 Prozent der tödlichen Straßen­verkehrsun­fälle in der Schüler-Unfal­lver­sicherung ent­fall­en auf Beruf­ss­chü­lerin­nen und Beruf­ss­chüler“, so Christoph Preuße von der Beruf­sgenossen­schaft Holz und Met­all (BGHM), der das Präven­tion­spro­gramm leit­et. „Das zeigt uns, wie enorm wichtig es ist, Azu­bis auf das The­ma aufmerk­sam zu machen.“

Wege­un­fälle kön­nen aus hefti­gen Emo­tio­nen, wie Stre­it oder Wut, aus Stress, Unacht­samkeit oder aber auch Ablenkung durch Smart­phones oder Mit­fahrern resul­tieren. „Junge Verkehrsteil­nehmer sind uner­fahrene Aut­o­fahrer, oft risikobere­it­er oder ungeduldiger“, so Preuße. „Doch nicht nur im Straßen­verkehr, son­dern auch im Betrieb kann es zu Unfällen kom­men, beispiel­sweise durch Stolpern, Rutschen, Stürzen, durch Impro­vi­sa­tion oder nicht bes­tim­mungs­gemäße Ver­wen­dung von Handwerkzeugen.“

Sicherer Umgang mit Arbeitsmitteln

Preuße rät Aus­bildern bzw. den ver­ant­wortlichen Kol­le­gen, die Beruf­se­in­steiger eng zu begleit­en, den Arbeit­sein­satz gut vorzu­bere­it­en und eine angemessene Einar­beitungszeit einzu­pla­nen. Dabei spielt der richtige und sichere Umgang mit den Arbeitsmit­teln eine wichtige Rolle. „Es muss geprüft wer­den, dass sichere Werkzeuge zur Ver­fü­gung ste­hen. Unter­weisun­gen sind vor jed­er neuen Arbeit notwendig – oft wird nicht bedacht, dass Azu­bis viele Tätigkeit­en zum ersten Mal machen. Eine Kon­trolle der Arbeit­en unter Arbeitss­chutz-Aspek­ten ist kein Mis­strauen, son­dern Aus­druck der Wertschätzung gegenüber der großen Her­aus­forderung, vor der Azu­bis stehen.“

Arbeitsschutz als Unternehmenskultur

Azu­bis lassen sich für Unfall­ge­fahren außer­dem beson­ders gut sen­si­bil­isieren, wenn sie spüren, dass Arbeitss­chutz gelebt wird und Teil der Unternehmen­skul­tur ist. Es ist gut, sicheres und gesun­des Ver­hal­ten für junge Beschäftigte nachvol­lziehbar und selb­stver­ständlich wer­den zu lassen. „Dadurch wer­den sie sich bewusst, dass auch sie eine Ver­ant­wor­tung für ihre Sicher­heit tra­gen und im Zweifel nach­fra­gen soll­ten. Vor­bildliche Betriebe stellen Azu­bis hierzu einen Pat­en oder Men­tor zur Seite. Das kön­nen Sicher­heits­beauf­tragte oder ältere Azu­bis sein. Manche Unternehmen bilden die Azu­bis selb­st zu Sicher­heits­beauf­tragten aus, damit der Arbeitss­chutz von Anfang an für sie im Fokus ste­ht. Zahlre­iche Ver­ant­wortliche, Aus­bilder und junge Beschäftigte machen bere­its seit vie­len Jahren vieles richtig und tra­gen dazu bei, Unfälle zu ver­hin­dern – dabei hil­ft ihnen auch das Präven­tion­spro­gramm ‚Jugend will sich-er-leben‘.“

Das Konzept

Im Rah­men von „Jugend will sich-er-leben“ (JWSL) stellt die DGUV sowohl Betrieben als auch Beruf­ss­chulen umfan­gre­iche Unter­richts- und Schu­lungs­ma­te­ri­alien zur Ver­fü­gung. Die Unter­weisungskonzepte für Betriebe enthal­ten ver­schiedene Mod­ule zum jew­eili­gen aktuellen Präven­tion­s­the­ma. So bekom­men Aus­bilderin­nen und Aus­bilder konkrete Vorschläge für Schu­lungsin­halte an die Hand gegeben. Zusät­zlich bein­hal­tet das Konzept Arbeits­blät­ter, Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen, Fak­ten und Statistiken.

Ergänzend dazu find­et ein jährlich­er Kreativwet­tbe­werb statt. Dieser richtet sich an die Beruf­ss­chulen. Es geht darum, als Klasse oder Schule einen kreativ­en Beitrag zum aktuellen Präven­tion­spro­gramm ideen­re­ich und ansprechend für andere Schü­lerin­nen und Schüler umzusetzen.

Ideen von Gleichaltrigen

„Dass Inhalte von jun­gen Men­schen für junge Men­schen erstellt wer­den, bildet einen ganz wichti­gen Fak­tor, um Auszu­bildende wirk­lich zu erre­ichen“, erk­lärt Preuße. „Denn wenn die Tipps von Gle­ichal­tri­gen und nicht von Lehrerin­nen, Lehrern oder Vorge­set­zten kom­men, ist die Ziel­gruppe dafür meist beson­ders empfänglich.“ Wenn Azu­bis sich selb­st ganz inten­siv zum Beispiel mit Wege­un­fällen beschäfti­gen, kann das dazu führen, dass sie Gefahren im Straßen­verkehr frühzeit­ig erken­nen und ihr Ver­hal­ten anpassen.


Wettbewerb mit Mehrwert

Das Präven­tion­spro­gramm „Jugend will sich-er-leben“ wurde 1972 ins Leben gerufen und erre­icht jährlich bis zu 800.000 junge Beschäftigte. Das Pro­gramm soll ihnen helfen, sich zu Beginn ihres Beruf­slebens mit den Risiken der Arbeitswelt ver­traut zu machen. Gle­ichzeit­ig erhal­ten sie Tipps für sicher­heits- und gesund­heits­be­wusstes Ver­hal­ten. Ein wesentlich­es Ele­ment ist der jährlich stat­tfind­ende Kreativwettbewerb.

Im kom­menden Schul­jahr wid­met sich JWSL dem Schw­er­punk­t­the­ma „Fehler und Fehlerkul­tur“. Hier­bei sollen die jun­gen Leute Näheres über den kon­struk­tiv­en Umgang mit Fehlern erfahren, dass und wie man aus ihnen ler­nen kann und einen pos­i­tiv­en Zugang dazu find­en. Lehrende an Beruf­ss­chulen sind eben­so wie Aus­bilderin­nen und Aus­bilder in Betrieben und Ein­rich­tun­gen dazu aufgerufen, ihre Azu­bis zum Mit­machen zu motivieren.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen unter www.jwsl.de

Christoph Preuße (BGHM), Leit­er des Präven­tion­spro­gramms „Jugend will sich-er-leben“.
Foto: © BGHM
Anzeige
Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abonnieren

Meistgelesen

Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 12
Ausgabe
12.2020
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 1
Ausgabe
1.2021
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de