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Richtiges Laden und Sichern von LKW

Richtiges Laden und Sichern (Teil 1)
Vorbereitung ist halbe Miete

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Lkw-Fahrer sind beim Be- und Ent­laden des Fahrzeugs und bei der Sicherung der Ladung einem hohen Unfall­risiko aus­ge­set­zt. Von der Lade­fläche stürzen, vom Gabel­sta­pler ange­fahren oder durch her­ab­fal­l­ende Ladung getrof­fen wer­den: Das sind typ­is­che Unfälle, die sog­ar tödlich enden kön­nen. Laden und Sich­ern sind gefährliche Tätigkeit­en, daher sind bes­timmte Regeln und Ver­hal­tensweisen zu beacht­en.

Informieren Sie sich als Fahrer vor Ort über die örtlichen Gegeben­heit­en und die all­ge­meinen betrieblichen Regelun­gen. Damit ver­mei­den Sie Missver­ständ­nisse. Klären Sie z um Beispiel fol­gen­des:

  • Wo befind­et sich die Ladestelle und wie führt der direk­te Weg dor­thin?
  • Welche Bere­iche sind für betrieb­s­fremde Fahrer tabu?
  • Gibt es San­itär- und Aufen­thalt­sräume für Lkw-Fahrer?
  • An welchen Stellen darf im Betrieb ger­aucht wer­den?

Denken Sie beim Be- und Ent­laden auch an die eigene Sicher­heit:

  • Sich­ern Sie den Lkw durch Anle­gen von Unter­legkeilen.
  • Nutzen Sie nur geeignete Auf­stiegshil­fen oder Leit­ern, um auf die Lade­fläche zu steigen.
  • Unter­sagt sind gefährliche Klet­ter­par­tien am Fahrzeu­gauf­bau.
  • Öff­nen Sie Heck­türen oder Bor­d­wände nur von ein­er sicheren Posi­tion aus. Rech­nen Sie immer mit her­ab­fal­l­en­der Ladung.

PSA muss sein

Bei allen Lade­tätigkeit­en beste­ht die Gefahr von Fußver­let­zun­gen, etwa durch den Trans­port von schw­eren Maschi­nen­teilen oder durch Ladegüter, die plöt­zlich um- oder her­ab­fall­en. Die Hände sind gefährdet, wenn die Ladung schar­fkantig ist oder eine raue Ober­fläche besitzt. Auch das Risiko, von einem rang­ieren­den Fahrzeug erfasst und gequetscht zu wer­den, ist nicht zu unter­schätzen. Sicher­heitss­chuhe, Hand­schuhe und Warn­weste gehören daher zur Grun­dausstat­tung eines jeden Lkw-Fahrers.

Andocken und Lkw sichern

Das rück­wärts Her­an­fahren an die Lader­ampe ist ein gefährlich­es Fahrmanöver und erfordert erhöhte Aufmerk­samkeit vom Fahrer – schließlich ist der Bere­ich hin­ter dem Fahrzeug für ihn nicht ein­se­hbar. In vie­len Betrieben wird das Rang­ieren durch unüber­sichtliche und schlecht beleuchtete Verkehrs­flächen sowie starken Fahrzeugverkehr erschw­ert. Deshalb gilt: Seien Sie aufmerk­sam, rang­ieren Sie vor­sichtig und lassen Sie sich not­falls ein­weisen.

Ist der Lkw sich­er an der Lader­ampe ange­dockt, sehen viele Lkw-Fahrer in der Betä­ti­gung der Fest­stell­bremse ihre Pflicht erfüllt. Das alleine ist aber nicht aus­re­ichend. Nur durch das zusät­zliche Anle­gen eines Unter­legkeils wird der Lkw wirk­sam gegen vorzeit­iges Wegziehen von der Lader­ampe gesichert. Aber aufgepasst! Wird die Lade­fläche mit Sta­plern befahren, entste­hen durch die Fahrbe­we­gun­gen Kräfte, die den Lkw in Bewe­gung set­zen kön­nen. In diesem Fall sind Unter­legkeile nach bei­den Rich­tun­gen anzule­gen.

Vorsicht auf der Rampe

Lader­am­p­en sind üblicher­weise als Beton­ram­p­en aus­ge­führt, an denen die Fahrzeuge seitlich oder rück­wärts her­an­fahren. Die Lücke zwis­chen Rampe und Lkw-Lade­fläche wird mit kraft­betätigten Lade­brück­en oder mobilen Lade­blechen geschlossen. Damit sie während des Belade­vor­gangs nicht von der Lade­fläche abrutschen, ist unbe­d­ingt darauf zu acht­en, dass sie min­destens zehn Zen­time­ter auf der Lade­fläche aufliegen.

Mobile Lade­bleche wer­den an die jew­eilige Ver­lade­po­si­tion gebracht und dort an die Lade­fläche angelegt. Je nach Größe und Aus­führung kön­nen Lade­bleche ein großes Gewicht besitzen. Tra­gen Sie daher schwere Lade­bleche zu zweit ober benutzen Sie Trans­porthil­fen. Der Aufen­thalt auf der Lader­ampe ist für alle Per­so­n­en gefährlich. Ins­beson­dere bei beengten Platzver­hält­nis­sen oder wenn der Fahrer plöt­zlich aus dem Lader­aum auf die Rampe tritt, beste­ht das Risiko, von einem vor­beifahren­den Gabel­sta­pler erfasst zu wer­den.

Vorbereitungen für das Be- und Entladen

Bevor mit der Be- oder Ent­ladung begonnen wer­den kann, hat der Fahrer einige Vor­bere­itun­gen zu tre­f­fen und dabei vor allem an die eigene Sicher­heit zu denken.

Laderaum öffnen

Beim Öff­nen des Lader­aumes ist fol­gen­des zu beacht­en:

  • Öff­nen Sie Heck­türen oder Bor­d­wände von ein­er Stelle aus, an der Sie nicht von abstürzen­der Ladung getrof­fen wer­den kön­nen.
  • Prüfen Sie durch Sichtkon­trolle oder durch Fest­stellen des Kraftaufwan­des beim Betäti­gen der Bor­d­wand­ver­schlüsse, ob Ladung gegen Heck­türen oder Bor­d­wände drückt.
  • Ladungs­druck kön­nen Sie durch Ent­laden von der gegenüber­liegen­den Fahrzeug­seite oder durch Abpack­en von Hand beseit­i­gen.
  • Sich­ern Sie Heck­türen gegen unbe­ab­sichtigtes Zuschla­gen durch Tür­fest­steller.
Laderaum prüfen

Nach dem Öff­nen des Lader­aumes ist dessen ord­nungs­gemäßer Zus­tand zu kon­trol­lieren, beispiel­sweise: Ist der Lade­bo­den unbeschädigt und frei von Verun­reini­gun­gen, wie Sand und Abrieb? Bei ver­schmutzter Lade­fläche nimmt der Reibbei­w­ert zwis­chen der Kon­tak­t­fläche Ladegut und Lade­bo­den beziehungsweise Antirutschmat­te und Lade­bo­den erhe­blich ab. Die max­i­male Rei­bungskraft wird nur erre­icht, wenn die Lade­fläche sauber und besen­rein ist. Also erst fegen, dann laden. Neben der Lade­fläche müssen auch die Zur­rpunk­te, Run­gen und Ein­steck­lat­ten sowie die Hil­f­s­mit­tel zur Ladungssicherung, wie Zur­rgurte und Klemm­bret­ter in tech­nisch ein­wand­freiem Zus­tand sein und sind daher ein­er Sicht­prü­fung zu unterziehen.

Ladearbeit ist Teamarbeit

Ver­ständi­gen Sie sich mit dem Lade­per­son­al über den Ablauf des Belade­vor­gangs und die erforder­lichen Maß­nah­men zur Ladungssicherung. Beispiel­sweise ist fol­gen­des zu klären beziehungsweise gemein­sam festzule­gen:

  • Wie hoch ist das Gesamt­gewicht der Ladung und ist die Schw­er­punk­t­lage bekan­nt?
  • Wo ist die Ladung auf der Lade­fläche, entsprechend dem Lastverteilungs­plan, zu posi­tion­ieren?
  • An welchen Stellen sind Antirutschmat­ten unterzule­gen?
  • Welche Hil­f­s­mit­tel zur Ladungssicherung sind in welch­er Zahl einzuset­zen?
  • Wo müssen sich Fahrer während der eigentlichen Beladung aufhal­ten?
  • Wer erteilt die Freiga­be für die Abfahrt von der Rampe?
Ladefläche besteigen und vorbereiten

Regelmäßig muss der Fahrer auf die Lade­fläche steigen. Fehlen geeignete Auf­stiegshil­fen oder ist die Leit­er nicht zur Hand, wird oft der Unter­fahrschutz zum Auf­steigen zweck­ent­fremdet. Diese Fahrzeug­bauteile sind aber zum Besteigen der Lade­fläche ungeeignet, wodurch es häu­fig zu Absturzun­fällen kommt. Benutzen Sie kon­se­quent die vorgeschriebe­nen Leit­ern und Tritte. Wartezeit kön­nen Sie nutzen, um die Lade­fläche für die Beladung vorzu­bere­it­en und beispiel­sweise die Antirutschmat­ten auszule­gen. Liegen sie nicht genau an der richti­gen Stelle, sind kleine Kor­rek­turen während der Beladung möglich. Wer jedoch Antirutschmat­ten im let­zten Moment unter das Ladegut schiebt, riskiert schmerzhafte Quetschun­gen an Fin­gern und Hän­den. Um Unfällen vorzubeu­gen und Zeit zu sparen, soll­ten Zur­rgurte, Ratschen und Kan­ten­schutzwinkel schon vor der Beladung entsprechend aus­gelegt wer­den.

Abstand halten

Hal­ten Sie sich während der Be- und Ent­ladung nicht im Gefahren­bere­ich von Gabel­sta­plern, Elek­tro­hub­wa­gen oder Kra­nen auf und ver­mei­den Sie den Aufen­thalt auf der Lade­fläche. Stim­men Sie die Abläufe frühzeit­ig mit dem Lade­per­son­al ab und geben Sie dem Sta­pler­fahrer, falls erforder­lich, Anweisun­gen aus sicher­er Ent­fer­nung. Begeben Sie sich während des Be- oder Ent­lade­vor­gangs an einen sicheren Ort. Vielle­icht ste­ht sog­ar ein Aufen­thalt­sraum zur Ver­fü­gung.

Dipl.-Ing. Dieter Bach­mann


Zwei Unfallbeispiele

Die fol­gen­den Beispiele zeigen, welche Unfälle sich beim Be- und Ent­laden ereignen kön­nen:

  • Matthias K. wollte seinen Lkw ent­laden und öffnete hierzu die Heck­tür. Plöt­zlich stürzte eine Palette auf ihn herab. Obwohl er schnell zur Seite sprang, wurde er getrof­fen und zog sich eine Schul­ter­prel­lung zu.
  • Schlim­mere Ver­let­zun­gen erlitt Mar­tin Z.: Zum Beladen seines Lkw legte er ein mobiles Lade­blech an. Beim Befahren mit einem Hand­hub­wa­gen rutschte das Lade­blech von der Lkw-Lade­fläche ab, worauf er mit dem Hand­hub­wa­gen zwis­chen Lkw und Lader­ampe stürzte. Er erlitt einen kom­plizierten Beck­en­bruch.

Prüfliste: Be- und Entladen

  • Informieren Sie sich vor Ort über die Gegeben­heit­en und beacht­en Sie die Sicher­heit­sregeln.
  • Stim­men Sie sich mit dem Lade­per­son­al über den Ablauf des Be- und Ent­lade­vor­gangs ab.
  • Tra­gen Sie die vorgeschriebene Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung, wie Sicher­heitss­chuhe, Hand­schuhe und Warn­weste
  • Vor­sicht beim Rang­ieren und Rück­wärts­fahren: Lassen Sie sich not­falls ein­weisen.
  • Sich­ern Sie den Lkw durch Anle­gen von Unter­legkeilen.
  • Nutzen Sie nur geeignete Auf­stiegshil­fen oder Leit­ern, um auf die Lade­fläche zu steigen.
  • Acht­en Sie darauf, dass Lade­brück­en und Lade­bleche min­destens zehn Zen­time­ter auf der Lade­fläche aufliegen.
  • Öff­nen Sie Heck­türen oder Bor­d­wände nur von ein­er sicheren Posi­tion aus. Rech­nen Sie immer mit her­ab­fal­l­en­der Ladung.
  • Nutzen Sie Wartezeit, um Zur­rgurte, Kan­ten­schutzwinkel und Antirutschmat­ten auf der Lade­fläche auszule­gen.
  • Hal­ten Sie Abstand von rang­ieren­den Trans­port­geräten oder begeben Sie sich in einen sicheren Bere­ich.

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