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DFG-MAK- und BAT-Werte-Liste 2018 Teil 2

BLW für Blei erneut abge­senkt

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Foto: © thongsee – stock.adobe.com
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Im ersten Teil dieses Beitrags (hier Link, in Sicher­heits­in­ge­nieur 10/2018) berich­te­ten wir über neue und geän­derte MAK-Werte. Im vorlie­gen­den Beitrag geht es um krebs­er­zeu­gende, keim­zell­mu­ta­gene oder fort­pflan­zungs­ge­fähr­dende (CMR) Stoffe sowie um die Biolo­gi­schen Beur­tei­lungs­werte (BAT, EKA, BLW und BAR). Bemer­kens­wert ist dabei, dass der Biolo­gi­sche Leit­wert (BLW) für Blei, der bis 2012 noch bei 400 µg/L lag, nunmehr von 300 auf 200 µg/L abge­senkt wurde.

Beson­dere Aufmerk­sam­keit in der Fach­welt „genie­ßen“ in jedem Jahr die Neube­wer­tun­gen und Umstu­fun­gen bei den krebs­er­zeu­gen­den Stof­fen und Keim­zell­mu­ta­ge­nen.

In diesem Jahr (2018) wurden zehn Stoffe hinsicht­lich ihrer krebs­er­zeu­gen­den Eigen­schaf­ten erst­mals einge­stuft bezie­hungs­weise neu bewer­tet.

Dabei wurde Kate­go­rie 3B für die vier Stoffe

  • Benzo­tria­zol [95–14‑7] (bisher ohne Kanzerogenitäts-Einstufung)
  • Bitu­men [8052–42‑4; 64741–56‑6; 64742–93‑4] (Destil­la­ti­ons­bi­tu­men, Air-Rectified-Bitumen, Guss­asphalt) (Neuauf­nahme)
  • Diiso­tri­de­cyl­phtha­lat [27253–26‑5] (Neuauf­nahme)
  • Ditri­de­cyl­phtha­lat [119–06‑2] (Neuauf­nahme)

verge­ben.

Kate­go­rie 4 wurde verge­ben für

  • α-Alumi­ni­um­oxid (Korund) [1302–74 ‑5] (Neuauf­nahme),
  • Dichlores­sig­säure [79–43‑6] und ihre Salze (bisher Kate­go­rie 3A),
  • Poly­te­tra­flu­or­ethen [9002–84‑0] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (Neuauf­nahme),
  • Titan­di­oxid [13463–67‑7] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (bisher Kate­go­rie 3A) und
  • Zirko­ni­um­di­oxid [1314–23‑4; 12036- 23–6] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (Neuauf­nahme).

Die Einstu­fung in Kate­go­rie 2 (krebs­er­zeu­gend im Tier­ver­such) wurde vom bishe­ri­gen Eintrag „Bitu­men [8052–42‑4] (Dampf und Aero­sol)“ in den neuen Eintrag „Bitu­men [64742–93‑4] (Oxida­ti­ons­bi­tu­men)“ über­nom­men.

Im oberen Kasten auf Seite 35 lesen Sie die wesent­li­chen Defi­ni­tio­nen für die hier maßgeb­li­chen Kate­go­rien.

Sechs Stoffe wurden in diesem Jahr hinsicht­lich ihrer krebs­er­zeu­gen­den Eigen­schaf­ten über­prüft und die bishe­rige Einstu­fung bestä­tigt:

  • Alumi­ni­um­si­li­kat­fa­sern (RCF): Kate­go­rie 2
  • N,N‑Dimethylformamid [68–12‑2]: Kate­go­rie 4
  • 1,4‑Dioxan [123–91–1]: Kate­go­rie 4
  • Ethy­len­oxid [75–21–8]: Kate­go­rie 2
  • Lindan [58–89–9]: Kate­go­rie 4
  • Vinyl­chlo­rid [75–01–4]: Kate­go­rie 1

Keim­zell­mu­ta­gene

Bei den Keim­zel­lemu­ta­ge­nen wurde in diesem Jahr nur Bitu­men [64742–93‑4] (Oxida­ti­ons­bi­tu­men) als Ersatz für die bishe­rige Posi­tion „Bitu­men [8052–42‑4] (Dampf und Aero­sol)“ in Kate­go­rie 3 B einge­stuft.

Die Keim­zell­mu­ta­ge­ni­tät von Ethy­len­oxid [75–21‑8] wurde über­prüft und die Kate­go­rie 2 bestä­tigt.

Im unte­ren Kasten auf Seite 35 lesen Sie die Defi­ni­tio­nen für diese Kate­go­rien.

Schwan­ger­schafts­grup­pen

33 Stoffe wurden in diesem Jahr hinsicht­lich ihrer Zuord­nung zu Schwan­ger­schafts­grup­pen erst­mals einge­stuft (neun Neuauf­nah­men), neu bewer­tet bezie­hungs­weise ohne Ände­rung über­prüft.

Dabei wurde die Zuord­nung zur Schwan­ger­schafts­gruppe B (eine frucht­schä­di­gende Wirkung ist nach den vorlie­gen­den Infor­ma­tio­nen bei Expo­si­tion in Höhe des MAK- und BAT-Wertes nicht auszu­schlie­ßen) für Azinphos-methyl [86–50‑0] (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe) neu verge­ben und für Chlo­rierte Biphe­nyle über­prüft und bestä­tigt.

Beide Einträge erhal­ten einen Hinweis hinsicht­lich der Möglich­keit einer Einstu­fung als Gruppe C („Voraus­set­zung für Schwan­ger­schafts­gruppe C siehe Begrün­dung“). Ein solcher Hinweis ist ange­zeigt, wenn zum Beispiel ein Schwel­len­wert für eine frucht­schä­di­gende Wirkung bekannt ist.

Die folgen­den elf Stoffe (davon sieben Neuauf­nah­men) wurden in die Schwan­ger­schafts­gruppe C (eine frucht­schä­di­gende Wirkung braucht bei Einhal­tung des MAK- und BAT-Wertes nicht befürch­tet zu werden) einge­stuft:

  • α-Alumi­ni­um­oxid (Korund) [1302–74- 5] (Neuauf­nahme)
  • Glut­ar­säure [110–94‑1] (Neuauf­nahme)
  • Kokos­nussöl [8001–31‑8] (Neuauf­nahme)
  • 4‑Methyl‑1,3‑dioxolan-2-on [108–32‑7] (Neuauf­nahme)
  • Monochlores­sig­säure [79–11‑8] (bisher nur Hinweis auf Abschnitt II b und ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • Natri­um­mo­nochlor­ace­tat [3926–62‑3] (Neuauf­nahme)
  • Natri­um­py­ri­thion [3811–73‑2; 15922- 78–8] (bisher Schwan­ger­schafts­gruppe B)
  • Poly­te­tra­flu­or­ethen [9002–84‑0] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (Neuauf­nahme)
  • Poly­te­tra­flu­or­ethen [9002–84‑0] (einat­em­bare Frak­tion) (Neuauf­nahme)
  • Titan­di­oxid [13463–67‑7] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (bisher ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • Zirko­ni­um­di­oxid [1314–23‑4; 12036- 23–6] (alveo­len­gän­gige Frak­tion) (Neuauf­nahme)

Die Zuord­nung zu dieser Gruppe wurde für die zwölf Stoffe

  • Acetyl­ace­ton [123–54‑6]
  • 1‑Butanthiol [109–79‑5]
  • 2‑Chlorethanol [107–07‑3]
  • Dime­th­oxy­me­than [109–87‑5]
  • Lindan [58–89‑9]
  • Metha­nol [67–56‑1]
  • Methyl­form­iat [107–31‑3]
  • N‑Methyl-2-pyrrolidon [872–50‑4] (Dampf)
  • Poly­ethy­len­gly­kole (PEG) (mitt­lere Molmasse 200 – 600) [25322–68‑3]
  • trans‑1,3,3,3‑Tetrafluorpropen [29118–24‑9]
  • 2,3,3,3‑Tetrafluorpropen [754–12‑1]
  • 1,1,1‑Trichlorethan [71–55‑6]

geprüft und unver­än­dert bestä­tigt.

Für die drei Stoffe

  • Bitu­men [8052–42‑4; 64741–56‑6; 64742–93‑4] (Destil­la­ti­ons­bi­tu­men, Air-Rectified-Bitumen, Guss­asphalt) (Neuauf­nahme)
  • Decy­lo­leat [3687–46‑5] (bisher nur Hinweis auf Abschnitt II b und ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)
  • iso-Decyloleat [59231–34‑4] (bisher nur Hinweis auf Abschnitt II b und ohne Schwan­ger­schafts­gruppe)

gab es eine Zuord­nung zur Schwan­ger­schafts­gruppe D (Stoffe, bei denen die vorlie­gen­den Daten für eine Einstu­fung in eine der Grup­pen A, B oder C nicht ausrei­chen).

Schwan­ger­schafts­gruppe D wurde für

  • Ethan­thiol [75–08‑1],
  • Ethyl­amin [75–04‑7] und
  • Methan­thiol [74–93‑1].

über­prüft und bestä­tigt.

Für alle Ände­run­gen in der Liste erar­bei­tet die Kommis­sion eine ausführ­li­che wissen­schaft­li­che Begrün­dung, die einige Monate nach der MAK-Liste in einer Ergän­zungs­lie­fe­rung zu der Lose­blatt­samm­lung „Toxikologisch-arbeitsmedizinische Begrün­dun­gen von MAK-Werten und Einstu­fun­gen“ [1] veröf­fent­licht wird und die seit Anfang 2012 auch im Inter­net kosten­los zur Verfü­gung steht.

Biolo­gi­sche Beur­tei­lungs­werte (BW)

Bei den biolo­gi­schen Werten gibt es in diesem Jahr keine Neuauf­nah­men von Stof­fen, es wird jedoch ein zusätz­li­cher neuer BAT-Wert von 25 mg/g Krea­ti­nin in Urin für die Probenah­me­zeit­punkte b) (Expo­si­ti­ons­ende bezie­hungs­weise Schich­tende) und c) (bei Lang­zeit­ex­po­si­tion: am Schich­tende nach mehre­ren voran­ge­gan­ge­nen Schich­ten) für N,N‑Dimethylformamid [68–12‑2] und den Para­me­ter „N‑Acetyl-S-(methylcarbamoyl)-L-cystein“ aufge­nom­men.

Fünf BAT-Werte (Biolo­gi­scher Arbeitsstoff-Toleranz-Wert) werden in diesem Jahr geän­dert:

  • Chlor­ben­zol [108–90‑7]: Der BAT-Wert wird von bisher 150 auf 80 mg/g Krea­ti­nin (Probenah­me­zeit­punkt: „Expo­si­ti­ons­ende bezie­hungs­weise Schich­tende“) abge­senkt; der bishe­rige Wert „25 mg/g Krea­ti­nin“ für den Probenah­me­zeit­punkt d) „vor nach­fol­gen­der Schicht“ wird gestri­chen;
  • Chlo­rierte Biphe­nyle: neuer Hinweis „Voraus­set­zung für Schwan­ger­schafts­gruppe C siehe BAT-Addendum; siehe auch Abschn. II a);
  • N,N‑Dimethylformamid [68–12‑2]: Der BAT-Wert für den Para­me­ter „N‑Methylformamid plus N‑Hydroxymethyl-N-methylformamid“ wird von bisher 35 auf 20 mg/L abge­senkt;
  • Metha­nol [67–56‑1]: Der BAT-Wert wird von bisher 30 auf 15 mg/L abge­senkt und ein neuer Probenah­me­zeit­punkt b) „Expo­si­ti­ons­ende bezie­hungs­weise Schich­tende“ einge­fügt;
  • 1,1,1‑Trichlorethan (Methyl­chlo­ro­form) [71–55‑6]: Der BAT-Wert wird von bisher 550 auf 275 μg/L abge­senkt.

EKA (Expo­si­ti­ons­äqui­va­lente für krebs­er­zeu­gende Arbeits­stoffe)

Bei den EKA-Tabellen gibt es zwei Ände­run­gen:

  • Cobalt [7440–48‑4] und Cobalt­ver­bin­dun­gen: Die EKA-Tabelle wird um den Faktor 2 nach unten erwei­tert (im Rahmen der Kommen­tie­rungs­frist geän­dert);
  • Penta­chlor­phe­nol [87–86‑5]: Die bishe­rige EKA-Tabelle wurde für beide Para­me­ter gestri­chen.

Die EKA-Tabelle für „Nickel [7440- 02–0] (Nickel­me­tall, ‑oxid, ‑carbo­nat, ‑sulfid, sulfi­di­sche Erze)“ wurde über­prüft und unver­än­dert bestä­tigt.

Biolo­gi­sche Arbeitsstoff-Referenzwerte (BAR)

Bei den Biolo­gi­schen Arbeitsstoff-Referenzwerten (BAR) gab es in diesem Jahr drei Ände­run­gen:

  • Alumi­nium [7429–90‑5]: Es wurde ein neuer BAR von 15 μg/g Krea­ti­nin in Urin für den Probenah­me­zeit­punkt c (bei Lang­zeit­ex­po­si­tion: am Schich­tende nach mehre­ren voran­ge­gan­ge­nen Schich­ten) einge­fügt (der BAT-Wert bleibt unver­än­dert);
  • Benzol [71–43‑2]: Der BAR für den Para­me­ter „S‑Phenylmerkaptursäure“ wird von bisher 0,5 auf 0,3 μg/g Krea­ti­nin abge­senkt;
  • Molyb­dän [7439–98‑7] und seine Verbin­dun­gen: Es wurde ein neuer BAR von 150 μg/L Molyb­dän in Urin (ohne Angabe für einen Probenah­me­zeit­punkt) einge­fügt (der BAT-Wert bleibt unver­än­dert).

Biolo­gi­sche Leit­werte (BLW)

Der BLW für Blei [7439–92‑1] und seine Verbin­dun­gen (außer Blei­ar­se­nat, Bleichro­mat und Alkyl­b­lei­ver­bin­dun­gen) (Para­me­ter: Blei) wurde für Frauen 45 Jahre und für Männer von bisher 300 auf 200 μg/l abge­senkt.

Die Defi­ni­tio­nen für BAR und BLW – die es im staat­li­chen Regel­werk (TRGS 903) nicht gibt – finden Sie im Kasten unten.

Welche Bedeu­tung hat die DFG-Liste für den Arbeits­schutz?

Die Deut­sche Forschungs­ge­mein­schaft über­gibt ihre MAK-Werte-Liste alljähr­lich im Juli dem Bundes­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozia­les (BMAS) als Bestand­teil ihrer Poli­tik­be­ra­tung.

Danach haben alle betrof­fe­nen und inter­es­sier­ten Kreise jeweils bis zum 1. Februar des folgen­den Jahres Gele­gen­heit, zu den Neue­run­gen Stel­lung zu nehmen und Kommen­tare einzu­rei­chen. Dabei geht es aller­dings ausschließ­lich um wissen­schaft­li­che Stel­lung­nah­men. Fragen der prak­ti­schen Umset­zung von neuen oder abge­senk­ten Grenz­wer­ten oder „schär­fe­ren“ Einstu­fun­gen werden hier­bei nicht berück­sich­tigt.

Die Kommis­sion disku­tiert die einge­reich­ten Stel­lung­nah­men im darauf­fol­gen­den Jahr, um ihre Vorschläge gege­be­nen­falls zu ändern oder zu ergän­zen, bevor diese endgül­tig verab­schie­det werden; oder erfor­der­li­chen­falls auch zurück­zie­hen. Dies ist in den zurück­lie­gen­den Jahren – auch in diesem Jahr hinsicht­lich der EKA-Tabelle für Cobalt [7440–48‑4] und Cobalt­ver­bin­dun­gen – bereits mehr­fach gesche­hen.

Die Betrach­tung der Möglich­kei­ten zur prak­ti­schen Umset­zung obliegt dem Ausschuss für Gefahr­stoffe (AGS), wenn er nach der endgül­ti­gen Annahme durch die Kommis­sion über die Aufnahme neuer oder geän­der­ter Grenz­werte in die TRGS 900 „Luft­grenz­werte“ bezie­hungs­weise TRGS 903 „Biolo­gi­sche Grenz­werte (BGW)“ oder geän­der­ter Stoff­be­wer­tun­gen in die TRGS 905 „Verzeich­nis krebs­er­zeu­gen­der, keim­zell­mu­ta­ge­ner oder repro­duk­ti­ons­to­xi­scher Stoffe“ beschließt.

Wenn die Über­nahme neuer oder geän­der­ter Grenz­werte in der Praxis Probleme berei­tet, wird der AGS auch hier­über bera­ten und gege­be­nen­falls passende Präven­ti­ons­maß­nah­men vorschla­gen, erfor­der­li­chen­falls auch spezi­elle Präven­ti­ons­pro­gramme aufle­gen.

Daraus ergibt sich, dass es auch für die betrieb­li­chen Prak­ti­ker von Bedeu­tung ist, sich schon früh­zei­tig mit den neuen Vorschlä­gen der DFG ausein­an­der zu setzen und falls erfor­der­lich im eige­nen Betrieb zu über­prü­fen, ob die neuen Werte einge­hal­ten werden können. Sollte dies offen­sicht­lich nicht möglich sein, soll­ten Sie früh­zei­tig mit den Tech­ni­schen Aufsichts­diens­ten, zum Beispiel der Unfall­ver­si­che­rung, Kontakt aufneh­men, um nach geeig­ne­ten Lösun­gen zu suchen. Dort wird man erfor­der­li­chen­falls dann auch den AGS einschal­ten.

Gelbe Seiten“ der MAK- und BAT-Werte-Liste

Auf den „Gelben Seiten“ der MAK- und BAT-Werte-Liste weist die DFG-Kommission alljähr­lich auf geplante Ände­run­gen bezie­hungs­weise Ergän­zun­gen für die jeweilige(n) Folgemitteilung(en) hin.

Lite­ra­tur

  • Hart­wig, Andrea (Hrsg.): „Gesund­heits­schäd­li­che Arbeits­stoffe – Toxikologisch-arbeitsmedizinische Begrün­dun­gen von MAK-Werten und Einstu­fun­gen“, Begrün­dun­gen MAK-Werte (DFG); derzeit letzte Aktua­li­sie­rung: 63. Liefe­rung 17. Januar 2018, Handbuch/Nachschlagewerk, 593 Seiten, ISBN 978–3–527– 34309–6; Wiley-VCH, Wein­heim, 249,– € inkl. Mehr­wert­steuer
    zzgl. Versand­kos­ten.

Autor: Dr. Ulrich Welz­ba­cher
Sankt Augus­tin
E‑Mail:

autor@gefahrstoffinformation.de


Kate­go­rie 2: Stoffe, die als krebs­er­zeu­gend für den Menschen anzu­se­hen sind, weil durch hinrei­chende Ergeb­nisse aus Langzeit-Tierversuchen oder Hinweise aus Tier­ver­su­chen und epide­mio­lo­gi­schen Unter­su­chun­gen davon auszu­ge­hen ist, dass sie einen Beitrag zum Krebs­ri­siko leis­ten. Andern­falls können Daten aus Tier­ver­su­chen durch Infor­ma­tio­nen zum Wirkungs­me­cha­nis­mus und aus In-vitro- und Kurzzeit-Tierversuchen gestützt werden.

Kate­go­rie 3A: Stoffe, die bei Tier oder Mensch Krebs erzeu­gen oder als krebs­er­zeu­gend für den Menschen anzu­se­hen sind, bei denen die Voraus­set­zun­gen erfüllt wären, sie der Kate­go­rie 4 oder 5 zuzu­ord­nen. Für die Stoffe liegen jedoch keine hinrei­chen­den Infor­ma­tio­nen vor, um einen MAK- oder BAT-Wert abzu­lei­ten (sog. „Mini­mal­kan­ze­ro­gene“).

Kate­go­rie 3B: Aus In-vitro- oder aus Tier­ver­su­chen liegen Anhalts­punkte für eine krebs­er­zeu­gende Wirkung vor, die jedoch zur Einord­nung in eine andere Kate­go­rie nicht ausrei­chen. Zur endgül­ti­gen Entschei­dung sind weitere Unter­su­chun­gen erfor­der­lich. Sofern der Stoff oder seine Meta­bo­li­ten keine geno­to­xi­schen Wirkun­gen aufwei­sen, kann ein MAK- oder BAT-Wert fest­ge­legt werden (soge­nannte „echte“ Verdachts­stoffe“).

Kate­go­rie 4: Stoffe, die bei Tier oder Mensch Krebs erzeu­gen oder als krebs­er­zeu­gend für den Menschen anzu­se­hen sind und für die ein MAK-Wert abge­lei­tet werden kann. Im Vorder­grund steht ein nicht-genotoxischer Wirkungs­me­cha­nis­mus, und geno­to­xi­sche Effekte spie­len bei Einhal­tung des MAK- und BAT-Wertes keine oder nur eine unter­ge­ord­nete Rolle („Mini­mal­kan­ze­ro­gene“ mit nicht-genotoxischem Wirkungs­me­cha­nis­mus).


Kate­go­rie 2: Keim­zell­mu­ta­gene, deren Wirkung anhand einer erhöh­ten Muta­ti­ons­rate unter den Nach­kom­men expo­nier­ter Säuge­tiere nach­ge­wie­sen wurde.

Kate­go­rie 3B: Stoffe, für die aufgrund ihrer geno­to­xi­schen Wirkun­gen in soma­ti­schen Zellen von Säuge­tie­ren in vivo ein Verdacht auf eine muta­gene Wirkung in Keim­zel­len abge­lei­tet werden kann. In Ausnah­me­fäl­len Stoffe, für die keine In-vivo-Daten vorlie­gen, die aber in vitro eindeu­tig muta­gen sind und die eine struk­tu­relle Ähnlich­keit zu In-vivo-Mutagenen haben.


Biolo­gi­sche Arbeitsstoff-Referenzwerte (BAR) beschrei­ben die zu einem bestimm­ten Zeit­punkt in einer Refe­renz­po­pu­la­tion aus nicht beruf­lich gegen­über dem Arbeits­stoff expo­nier­ten Perso­nen im erwerbs­fä­hi­gen Alter bestehende Hinter­grund­be­las­tung mit diesem Arbeits­stoff. Sie orien­tie­ren sich am 95. Perzen­til, ohne Bezug zu nehmen auf gesund­heit­li­che Effekte.

Der Biolo­gi­sche Leit­wert (BLW) ist die Quan­ti­tät eines Arbeits­stof­fes bezie­hungs­weise Arbeits­stoff­me­ta­bo­li­ten oder die dadurch ausge­löste
Abwei­chung eines biolo­gi­schen Indi­ka­tors von seiner Norm beim Menschen, die als Anhalt für die zu tref­fen­den Schutz­maß­nah­men heran­zu­zie­hen ist.


Weitere Infor­ma­tio­nen

  • Seit August 2012 stellt die Kommis­sion die aktu­elle Liste als Faksi­mile (pdf-Dokumente der gesam­ten Liste und
    einzel­ner Teile) ins Inter­net: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/book/10.1002/ 9783527818396, die durch­sucht und ausge­druckt werden kann.
  • Die gedruckte Fassung der Liste (326 Seiten, Soft­co­ver, ISBN 978–3–527–34536–6) kann beim Wiley-VCH-Verlag GmbH & Co. KGaA – Kunden­ser­vice Bücher – Post­fach 10 11 61, 69451 Wein­heim, Tele­fon 06201/606–0, E‑Mail: info@wiley-vch.de oder im Buch­han­del käuf­lich erwor­ben werden.
  • Unter https://onlinelibrary.‧wiley.com/doi/10.1002/ 9783527812127.oth besteht auch Zugang zu einer englisch­spra­chi­gen Version (letzte Ausgabe August 2017). Die jeweils aktu­elle Version erscheint alljähr­lich einige Wochen nach der deut­schen Ausgabe.
  • Seit 2017 gibt es auch eine spani­sche Version der Liste, die unter www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/ gremien/senat/arbeitsstoffe/mak_bat_werte_liste_ 2017_spanisch.pdf einge­se­hen und herun­ter­ge­la­den werden kann. Damit will die DFG insbe­son­dere latein­ame­ri­ka­ni­sche Länder im Arbeits­schutz unter­stüt­zen, die selbst über keine hinrei­chen­den Ressour­cen verfü­gen, um selbst entspre­chende toxi­ko­lo­gi­schen Ausar­bei­tun­gen vorzu­neh­men.
  • Seit Anfang 2012 können die (meist englisch­spra­chi­gen) Begrün­dun­gen im Inter­net unter der Adresse https://onlinelibrary.wiley.com/doi/book/ 10.1002/ 3527600418 eben­falls kosten­los einge­se­hen werden.
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