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Klares Bekennt­nis für den Umwelt­schutz

Health, Safety, Environment & Energy Management bei Bayer
Klares Bekennt­nis für den Umwelt­schutz

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Rund 6.000 Beschäf­tigte sind bei der Bayer AG am Stand­ort Berlin in Forschung, Entwick­lung, phar­ma­zeu­ti­scher Produk­tion, Infra­struk­tur und Verwal­tung tätig. Nicht nur aufgrund der Innen­stadt­lage wird hier Umwelt­schutz aktiv ange­gan­gen – das Enga­ge­ment spie­gelt auch das Selbst­ver­ständ­nis des Unter­neh­mens. Der folgende Beitrag gibt einen Einblick unter ande­rem in den Gewäs­ser­schutz und ins Abfall­ma­nage­ment vor Ort.

Health, Safety, Envi­ron­ment & Energy Manage­ment – kurz HSE² – hat für Bayer eine beson­dere Bedeu­tung: Das klare Commit­ment des Vorstands zu diesen Themen kommt sowohl in inter­nen Direk­ti­ven als auch durch eine aktive Betei­li­gung in Initia­ti­ven wie „Respon­si­ble Care“ (siehe Info­kas­ten) zum Ausdruck.

Gewäs­ser­schutz

Am Stand­ort Berlin fallen unter­schied­li­che Arten von Abwäs­sern an. Da es keine eigene Klär­an­lage gibt, werden diese – basie­rend auf einer Indi­rekt­ein­lei­ter­ge­neh­mi­gung – ins öffent­li­che Netz gelei­tet. Daraus erge­ben sich diverse Anfor­de­run­gen an den Gewäs­ser­schutz. Eine enge Zusam­men­ar­beit mit den Behör­den und Wasser­be­trie­ben hilft, die notwen­dige Trans­pa­renz und gegen­sei­ti­ges Vertrauen zu schaf­fen und aufrecht zu erhal­ten. Gerade im (äußerst selte­nen) Ereig­nis­fall ist so ein schnel­les Handeln möglich. Außer den Sani­tär­ab­wäs­sern werden alle Abwäs­ser in Tanks gesam­melt, bevor sie nach Bepro­bung und Frei­gabe entwe­der in das öffent­li­che Abwas­ser­netz abge­las­sen oder einer beson­de­ren Behand­lung zuge­führt werden. Eine eigene Analy­tik in einem akkre­di­tier­ten Labor sowie zusätz­li­che externe Messun­gen stel­len sicher, dass alle Vorga­ben und Grenz­werte einge­hal­ten werden.

Ein Sonder­fall sind hormon­hal­tige Abwäs­ser der Produk­tion: Da es derzeit keine Grenz­werte gibt, werden sie voll­stän­dig gesam­melt und verbrannt. Abwäs­ser aus der Kontrast­mit­tel­pro­duk­tion enthal­ten unter ande­rem iodhal­tige Verbin­dun­gen. Wegen der großen Mengen wurde dafür vor eini­gen Jahren ein beson­de­res Verfah­ren entwi­ckelt: Die Abwäs­ser werden aufkon­zen­triert, das Iod wird über eine spezi­elle Anlage als wert­vol­ler Rohstoff zurück­ge­won­nen und erneut in den Kreis­lauf einge­speist.

Abfall

Abfälle fallen in allen Unter­neh­men an. Sie stehen zwar am Ende der Wert­schöp­fungs­kette, dürfen aber nicht vernach­läs­sigt werden. Zum einen gibt es klare gesetz­li­che Vorga­ben, die einzu­hal­ten sind, zum ande­ren stel­len auch Abfälle einen erheb­li­chen wirt­schaft­li­chen Aspekt dar. Bei Bayer in Berlin gibt es daher seit vielen Jahren ein ausge­feil­tes Abfall­ma­nage­ment, das auch in vielen Audits immer wieder lobend hervor­ge­ho­ben wird. Es beginnt mit dem Sammeln von Abfäl­len in klar gekenn­zeich­ne­ten Contai­nern für die diver­sen Abfall­frak­tio­nen und endet in der elek­tro­ni­schen Nach­weis­füh­rung durch eine betriebs­in­terne IT-Lösung. Diese doku­men­tiert den Werde­gang von Abfäl­len bis zu den Anfall­stel­len im Betrieb und macht diesen damit nach­voll­zieh­bar.

Grund­sätz­lich gilt das Motto „Vermei­den vor Verrin­gern vor Verwer­ten vor Vernich­ten“. Das heißt über­setzt: Bereits in der Produkt­ent­wick­lung werden Prozesse so gestal­tet, dass Ressour­cen geschont und die Entste­hung von Abfäl­len vermie­den oder zumin­dest mini­miert wird. Darüber hinaus steht mit der „Rest­stoff­börse“ seit fast 20 Jahren ein Instru­ment zur Verfü­gung, das sehr wirkungs­voll zum verant­wort­li­chen Umgang mit gebrauch­ten Gütern beiträgt. Diese werden ande­ren Stand­or­ten oder Exter­nen ange­bo­ten und nach fest­ge­leg­ten Regeln abge­ge­ben bezie­hungs­weise verkauft oder Schu­len und Univer­si­tä­ten gespen­det. So wird einer­seits der gesetz­li­che Auftrag zur Abfall­ver­mei­dung erfüllt, ande­rer­seits lassen sich zum Teil erheb­li­che Erlöse erzie­len.

Inte­grier­tes Manage­ment­sys­tem

Für einen großen Stand­ort mit vielen Umwelt­schutz­the­men ist ein effek­ti­ves Umweltschutz-Managementsystem unab­ding­bar. Zu den Grund­vor­aus­set­zun­gen dieses Systems gehö­ren eine Über­sicht über alle umwelt­re­le­van­ten Anla­gen sowie eine (zentrale) Verwal­tung der notwen­di­gen Wartungs- und Prüf­ak­ti­vi­tä­ten. Ebenso ist ein Notfall­ma­nage­ment mit klar defi­nier­ten Prozes­sen und Zustän­dig­kei­ten für den Ereig­nis­fall nötig. Am Stand­ort Berlin unter­stützt eine eigene Werks­feu­er­wehr im Notfall.

Der Umwelt­schutz­an­spruch gilt auch für die Zusam­men­ar­beit mit den Liefe­ran­ten von Produk­ten oder Service­leis­tun­gen. Dieser Anspruch wird in einem „Code of Conduct“ fest­ge­schrie­ben, der Bestand­teil von Liefe­ran­ten­ver­trä­gen ist. Zur konti­nu­ier­li­chen Verbes­se­rung der Prozesse, aber auch zum Erfah­rungs­aus­tausch ist die aktive Mitar­beit in inter­nen und exter­nen Exper­ten­netz­wer­ken wie dem VDSI – Verband für Sicher­heit, Gesund­heit und Umwelt­schutz e.V. bei der Arbeit sehr wich­tig.

Effek­ti­ver Umwelt­schutz folgt klar defi­nier­ten Prozes­sen. Diese sind das Ergeb­nis einer syste­ma­ti­schen Opti­mie­rung und fort­lau­fen­der Verbes­se­rung. Grund­lage hier­für ist ein seit dem Jahr 2007 bestehen­des inte­grier­tes Manage­ment­sys­tem (ISO 14001, OHSAS 18001, ISO 50001). Seit 2015 wird es zerti­fi­ziert und jähr­lich einer inten­si­ven Über­prü­fung durch eine Zerti­fi­zie­rungs­ge­sell­schaft unter­zo­gen. Kern­stück ist der „PDCA“-Zyklus (engl. Abkür­zung für „Plan-Do-Check-Act“). Er wird auch in den zugrun­de­lie­gen­den Normen beschrie­ben. Die diver­sen gesetz­li­chen und unter­neh­mens­in­ter­nen Vorga­ben bilden die Basis (siehe Abbil­dung 1).

Umge­setzt werden diese Vorga­ben in Form von Standort-Regelungen, in denen die Prozesse und klar defi­nierte Verant­wort­lich­kei­ten beschrie­ben sind. Sie beinhal­ten beispiels­weise Anfor­de­run­gen zum Umgang mit Abfäl­len sowie Regeln zur Berück­sich­ti­gung von umwelt­re­le­van­ten Aspek­ten bei Ände­run­gen in einem Bereich. Die Einhal­tung dieser inter­nen Anwei­sun­gen wird durch interne und externe Audits regel­mä­ßig über­prüft. Even­tu­elle Abwei­chun­gen bezie­hungs­weise Befunde geben wert­volle Hinweise, wo und wie weiter verbes­sert werden muss.

Umwelt­schutz im PDCA-Zyklus

HSE²-Ziele werden jedes Jahr neu defi­niert. Sie gehen oft über die gesetz­li­chen Vorga­ben hinaus, um den konti­nu­ier­li­chen Verbes­se­rungs­pro­zess voran­zu­trei­ben. Die Ziele werden von den Fach­leu­ten vorge­schla­gen und vom Top-Management frei­ge­ge­ben. Sie bilden die Basis für die Ziel­ver­ein­ba­rung in den unter­schied­li­chen Manage­ment­ebe­nen. Als Hilfe­stel­lung werden konkrete Maßnah­men vorge­schla­gen, die in den einzel­nen Unter­neh­mens­be­rei­chen über­nom­men werden können, um so zum Gesamt­ergeb­nis beizu­tra­gen. So wurde zum Beispiel für das Jahr 2018 das Ziel defi­niert, die Menge der Labor­che­mi­ka­li­en­ab­fälle um drei Prozent zu redu­zie­ren. Das Ergeb­nis kann sich sehen lassen: Es gelang eine Verrin­ge­rung um 34 Prozent! Dieses uner­war­tet gute Resul­tat ist unter ande­rem auf viele Umwelt­schutz­ge­sprä­che zurück­zu­füh­ren, die der Umwelt­schutz­ko­or­di­na­tor in den entspre­chen­den Berei­chen geführt hat. Beson­ders beim verant­wort­li­chen Manage­ment kam die Botschaft an; die Vorge­setz­ten haben sich dafür einge­setzt, das Chemi­ka­li­en­ma­nage­ment deut­lich zu verbes­sern. So konn­ten, ausge­löst durch das „Abfall­ziel“, auch nennens­werte Einspa­run­gen bei der Beschaf­fung neuer Labor­che­mi­ka­lien reali­siert werden.

Am Ende des Jahres werden die tatsäch­lich reali­sier­ten HSE²-Ziele von den zustän­di­gen Fach­leu­ten und Beauf­trag­ten disku­tiert. Sie erar­bei­ten Vorschläge für korri­gie­rende oder weiter­füh­rende Maßnah­men, über die das Top-Management entschei­det. Alles wird in Form der Manage­ment­be­wer­tung doku­men­tiert. Basie­rend auf den Ergeb­nis­sen werden neue HSE²-Ziele defi­niert – der PDCA-Kreis schließt sich.

Mitar­bei­ter­be­tei­li­gung

Wie auch im Arbeits- und Gesund­heits­schutz ist die Einbin­dung der Beschäf­tig­ten essen­ti­ell für die erfolg­rei­che Umset­zung eines Umweltschutz-Managementsystems. Die Themen sind für alle drei Diszi­pli­nen diesel­ben:

  • Schaf­fung einer Kultur, in der HSE² ‑Themen ebenso disku­tiert werden wie aktu­elle Forschungs- oder Produk­ti­ons­fra­gen;
  • Sensi­bi­li­sie­rung der Beleg­schaft für diese Themen;
  • Einbin­dung der Perso­nal­ver­tre­tun­gen (zum Beispiel Betriebs­rat).

Bei Bayer gibt es für einen Teil der deut­schen Stand­orte sogar eine Gesamt­be­triebs­ver­ein­ba­rung, in der unter ande­rem die Benen­nung von Umwelt­schutz­ko­or­di­na­to­ren und ‑beauf­trag­ten gefor­dert wird. Hier hat man sich an die erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit der Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit (=„Sicher­heits­ko­or­di­na­to­ren“) und Sicher­heits­be­auf­trag­ten ange­lehnt. Auch am Stand­ort Berlin ist ein Netz­werk aus rund 35 Umwelt­schutz­be­auf­trag­ten entstan­den. Diese werden als Multi­pli­ka­to­ren von einem Koor­di­na­tor mit entspre­chen­den umwelt­re­le­van­ten Infor­ma­tio­nen versorgt. Sie moti­vie­ren viele Kolle­gin­nen und Kolle­gen, eigene Ideen zur Verbes­se­rung des Umwelt­schut­zes zu entwi­ckeln und umzu­set­zen. So wird zum Beispiel deut­lich mehr darauf geach­tet, welche Doku­mente wirk­lich ausge­druckt werden müssen – inner­halb eines Jahres ließ sich damit eine Papier­e­in­spa­rung von vier Prozent reali­sie­ren. Dass es für solche Ideen auch eine Prämie gab, war für viele Mitar­bei­ter eher neben­säch­lich. Im Vorder­grund stand viel­mehr, dass die eigene Initia­tive zu einem sicht­ba­ren Erfolg geführt hat. Letzt­lich kommt es aber auch hier auf die Vorge­setz­ten an: Sind sie offen für Umwelt­schutz­the­men und leben sie diese sogar selbst vor, sind deut­li­che Verbes­se­run­gen schon vorpro­gram­miert.

Seit zwei Jahren werden am Stand­ort Berlin Umwelt­schutz­the­men regel­mä­ßig in einem Gremium disku­tiert. Dazu wurde der bestehende Arbeits­schutz­aus­schuss (ASA) zu einem Arbeits- und Umwelt­schutz­aus­schuss erwei­tert. Als neue Teil­neh­mer kamen der Umwelt­schutz­ko­or­di­na­tor sowie Vertre­ter der Umwelt­schutz­be­auf­trag­ten hinzu.

Zusam­men­fas­sung

Umwelt­schutz­ma­nage­ment kann opti­mal in das Arbeits- und Gesund­heits­ma­nage­ment inte­griert werden. Sowohl Prozess­de­fi­ni­tio­nen, klare Zustän­dig­kei­ten und Einbin­dung der Beschäf­tig­ten sind bei allen Themen glei­cher­ma­ßen wich­tig. Ein effek­ti­ves Manage­ment­sys­tem, das vom Top-Management verant­wor­tet wird, führt dazu, dass Umwelt­schutz nicht als Kosten­fak­tor betrach­tet wird, sondern erheb­lich zum wirt­schaft­li­chen Erfolg eines Unter­neh­mens beiträgt.


Foto: © Matthias Lind­ner

Autor: Dr. Thomas Linz
Bayer AG,
Head of HSE-Berlin
VDSI-Vorstand für das Ressort „Umwelt­schutz“

thomas.linz@bayer.com


Respon­si­ble Care

Respon­si­ble Care ist eine frei­wil­lige Initia­tive der Chemi­schen Indus­trie, die eine stän­dige Verbes­se­rung von Gesund­heit, Sicher­heit und Umwelt in den Unter­neh­men zum Ziel hat. Mehr Infos unter www.vci.de/nachhaltigkeit/‧responsible-care/uebersichtsseite.jsp und www.bayer.de/de/position-‧zu-responsible-care.aspx.

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