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Gefährdungen und Lösungen für den Arbeitsschutz in Gießereien

Neue DGUV Branchenregel für Gießereien
Unfälle beim Umgang mit Schmelzen vermeiden

Das neue Regelwerk bietet Informationen für die rund 600 Eisen-, Stahl- und Nichteisen-Metallgießereien in Deutschland (Foto: © ZoomTeam – stock.adobe.com)
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Die neue DGUV Branchen­regel für Gießereien informiert Unternehmen über Gefährdun­gen und zeigt Lösun­gen für guten Arbeitss­chutz in der Prax­is. Sie bietet erst­mals einen umfassenden und kom­pak­ten Überblick für die ver­schiede­nen Arbeits­bere­iche und Tätigkeiten.

Die Arbeit in Gießereien ist mit spez­i­fis­chen Belas­tun­gen und Gefahren ver­bun­den. Beim Schmelzen herrschen hohe Tem­per­a­turen und es entste­hen Gase, Rauche und Stäube, oben­drein ist es laut. Die Arbeit erfordert nicht zulet­zt deswe­gen hohe Konzen­tra­tion. „Die Betriebe und Beschäftigten sind sich der Risiken sehr bewusst, den­noch geschehen manch­mal Unfälle”, sagt Katrin Moeller. „Treten beispiel­sweise bei Tätigkeit­en mit met­allis­chen Schmelzen feuer­flüs­sige Massen unkon­trol­liert aus, kann das zu schw­eren Brand­ver­let­zun­gen oder auch Brän­den in der Halle führen.” Die pro­movierte Inge­nieurin für Maschi­nen­bau sowie Gießere­it­ech­nik ist Auf­sichtsper­son der Beruf­sgenossen­schaft Holz und Met­all (BGHM) und leit­et das The­men­feld „Gießere­it­ech­nik” der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung (DGUV).

Ver­schiedene Gießver­fahren und Werk­stoffe berücksichtigt

Das neue Regel­w­erk bietet den rund 600 Eisen‑, Stahl- und Nichteisen-Met­all­gießereien in Deutsch­land erst­mals einen umfassenden und kom­pak­ten Überblick für die ver­schiede­nen Arbeits­bere­iche und Tätigkeit­en: Auf 140 Seit­en fasst es rechtliche Vor­gaben zusam­men, stellt arbeit­splatz- und tätigkeits­be­zo­gene Gefährdun­gen dar und zeigt branchen­spez­i­fis­che Lösun­gen für einen guten Arbeitss­chutz. Dabei berück­sichtigt es die ver­schiede­nen Gießver­fahren und Werk­stoffe. „So umfasst die Branchen­regel beispiel­sweise auch den Gieß­be­trieb Druck­gießerei”, sagt Katrin Moeller. „Bis­lang fan­den sich die entsprechen­den Vorschriften für die ver­schiede­nen Bere­iche in ver­schiede­nen Publikationen.”

Die Branchen­regel the­ma­tisiert den Umgang mit feuer­flüs­si­gen Massen eben­so wie die Tiegel- und Pfan­nen­wirtschaft oder Hitzear­beit. Der Betrieb von Schmelzöfen und die Beson­der­heit­en beim Schmelzen mit dem Induktions‑, Kupol‑, Licht­bo­gen- oder Tiegelschmel­zofen wer­den eben­falls behan­delt. Auch auf Gefahrstoffe in Gießereien, wie etwa Gase, Quarzs­taub oder met­all­haltige Stäube, geht der Leit­faden ein. Weit­ere Kapi­tel befassen sich mit der sicheren Her­stel­lung ver­loren­er For­men und Kerne sowie der Guss­nach­be­hand­lung. Ein weit­er­er Aspekt ist die Gefährdungs­beurteilung inko­härenter optis­ch­er Strahlung, die etwa von Gasstrahlern, Met­allschmelzen oder Licht­bö­gen emit­tiert wird. Auf Dauer kann sie die Augen schädigen.

Sozial­part­ner an der Erstel­lung beteiligt

In den neuen Leit­faden ist nicht nur das Erfahrungswis­sen aus der Beratung und Überwachung der Betriebe einge­flossen. Die Fach­leute der geset­zlichen Unfal­lver­sicherung haben außer­dem mit Vertretern der Arbeitnehmer‑, Arbeit­ge­ber- und Wirtschaftsver­bände, Fachkräften für Arbeitssicher­heit sowie Mit­gliedern der Selb­stver­wal­tung der BGHM zusam­mengear­beit­et. Die Branchen­regel richtet sich ins­beson­dere an Unternehmerin­nen und Unternehmer sowie weit­ere Führungskräfte, ist aber auch für Fachkräfte für Arbeitssicher­heit und Sicher­heits­beauf­tragte, den Betrieb­srat oder Betrieb­särztin­nen und ‑ärzte von großem Nutzen. Die DGUV-Regel 109–608 für die Branche Gießereien gibt es in der DGUV-Pub­lika­tions­daten­bank kosten­frei zum Herun­ter­laden: www.dguv.de/publikationen, Web­code: p109608. Als gedruck­tes Exem­plar kann sie kostenpflichtig bestellt oder von Mit­glieds­be­trieben kosten­frei über die zuständi­ge Beruf­sgenossen­schaft Holz und Met­all bezo­gen werden.

Umset­zung arbeitss­chutzrechtlich­er Vor­gaben leichtgemacht

Die Branchen­regeln der geset­zlichen Unfal­lver­sicherung set­zen kein eigenes Recht, son­dern fassen das beste­hende kom­plexe Arbeitss­chutzrecht für die Unternehmen ein­er bes­timmten Branche ver­ständlich zusam­men. Sie dienen Ver­ant­wortlichen als prax­is­be­zo­genes Präven­tion­swerkzeug: Sym­bole vere­in­fachen das Auffind­en von Infor­ma­tio­nen, konkrete Beispiele und Bilder ver­an­schaulichen die Hand­lungsan­weisun­gen. Check­lis­ten, Prüf­pro­tokolle und Hin­weise auf weit­er­führende Doku­mente erle­ichtern die kor­rek­te Umset­zung der arbeitss­chutzrechtlichen Vorgaben.

 

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