Gefahrstofflagerung: Die Kleinmengenregelung. TRGS 510 in der Praxis -
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TRGS 510 in der Praxis

Gefahr­stoff­la­ge­rung: Die Klein­men­gen­re­ge­lung

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In nahezu allen Betrie­ben, in denen Tätig­kei­ten mit Gefahr­stof­fen durch­ge­führt werden, müssen diese auch gela­gert werden. Meist sind dies klei­nere Mengen, für die sich im Betrieb „irgendwo“ ein Platz findet, aller­dings oft verbun­den mit der Unsi­cher­heit, ob die prak­ti­zierte Gefahr­stoff­la­ge­rung mit den Bestim­mun­gen des Gefahr­stoff­rechts über­ein­stimmt. Insbe­son­dere bei sehr klei­nen Mengen ist dies ein Thema, so dass der Eindruck entste­hen kann: je klei­ner die Mengen, desto größer das Problem. Wie gehen Betriebe am besten vor, dies beant­wor­tet der folgende Beitrag und die TRGS 510 praxis­nah.

Hinweis: Einen sehr praxis­na­hen Beitrag zur TRGS 400 „Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung für Tätig­kei­ten mit Gefahr­stof­fen“ ergänzt diesen Beitrag.

Gefahr­stoff­la­ge­rung – Erleich­te­run­gen durch TRGS 510

Dabei gibt es eine Tech­ni­sche Regel Gefahr­stoffe (TRGS), die TRGS 510 „Lagern von Gefahr­stof­fen in orts­be­weg­li­chen Behäl­tern“, die die Anfor­de­rung der Gefahr­stoff­ver­ord­nung (GefStoffV) für die Lage­rung von Gefahr­stof­fen konkre­ti­siert, und auch Erleich­te­run­gen für die Lage­rung von Klein­men­gen beinhal­tet. Für die (unge­üb­ten) Anwen­der ist aber nicht unbe­dingt auf den ersten Blick ersicht­lich,
  • welche Bestim­mun­gen für die Lage­rung von Klein­men­gen zutref­fen
  • und ob die Lager­men­gen über­haupt unein­ge­schränkt unter die Klein­men­gen­re­ge­lung fallen.
Einen Über­blick über die Vorge­hens­weise zur Beant­wor­tung dieser beiden Frage­stel­lung gibt die Abbil­dung „Vorschlag für eine Vorge­hens­weise für die Lage­rung von Gefahr­stoff­klein­men­gen“, die im folgen­den Text näher beschrie­ben und erläu­tert wird.

Aktu­elle Rechts­lage

Noch bis vor weni­gen Jahren gab es mehrere Regeln für die Lage­rung von Gefahr­stof­fen mit spezi­el­len Gefah­ren­ei­gen­schaf­ten (u.a. TRGS 514, TRGS 515, TRbF 20, TRG 280). Es war möglich, dass ein Unter­neh­mer, wenn sehr unter­schied­li­che Gefahr­stoffe gela­gert wurden, diese vier Tech­ni­schen Regeln (und u.U. noch andere) lesen (und verste­hen!!!) musste, um alle Bestim­mun­gen für die Lage­rung seiner Gefahr­stoffe zu kennen.
Dies hat sich in 2010 durch das Inkraft­tre­ten der TRGS 510 im Okto­ber grund­le­gend geän­dert. Sie enthält für alle Gefahr­stoffe Bestim­mun­gen für die Lage­rung in orts­be­weg­li­chen Behäl­tern, einschließ­lich der Anlage 9, die spezi­ell für die Lage­rung von Klein­men­gen gedacht war. Die TRGS 510 wurde in 2012 über­ar­bei­tet und die Klein­men­gen­re­ge­lung in den Text der TRGS inte­griert.
Hinweis: Viele bisher gültige Tech­ni­sche Regeln wie z.B. die TRbF 20 (Tech­ni­sche Regel für brenn­bare Flüs­sig­kei­ten – Läger) sind nicht mehr rechts­gül­tig.
Im Folgen­den werden ledig­lich die Bestim­mun­gen für das Lagern von Klein­men­gen erläu­tert. Für alle ande­ren Lager­vor­schrif­ten von Gefahr­stof­fen sei auf die inzwi­schen zahl­rei­che Lite­ra­tur verwie­sen.

Welche Fragen stel­len sich für den Anwen­der?

Für alle, die nur klei­nere Mengen an Gefahr­stof­fen lagern, sind folgende Frage­stel­lun­gen rele­vant:
  • Fallen die zu lagern­den Gefahr­stoffe unter die Klein­men­gen­re­ge­lung, wodurch der bauli­che und damit auch finan­zi­elle Aufwand gerin­ger ist?
  • Wenn kein geson­der­tes Gefahr­stoff­la­ger erfor­der­lich ist, wo dürfen dann die Gefahr­stoffe gela­gert werden und wo nicht?
  • Gibt es Zusam­men­la­ge­rungs­ver­bote?
  • Welche Schutz­maß­nah­men sind – trotz aller Erleich­te­rung – immer zu ergrei­fen?
Obwohl bei Einhal­tung der Klein­men­gen die Gefahr­stoffe nicht in einem Gefahr­stoff­la­ger gela­gert werden müssen, ist es trotz­dem notwen­dig sich damit zu befas­sen, was unter einem Gefahr­stoff­la­ger zu verste­hen ist.

Defi­ni­tion „Gefahr­stoff­la­ger“

In Kapi­tel 2 der TRGS 510 sind die Begriffs­be­stim­mun­gen zu finden; Absatz 2 lautet:
  • (2) Lager im Sinne dieser TRGS sind Gebäude, Berei­che oder Räume in Gebäu­den oder Berei­che im Freien, die dazu bestimmt sind, in ihnen Gefahr­stoffe zu lagern. Hierzu zählen auch Contai­ner oder Schränke.
Es ist zu beach­ten, dass der Begriff „Gefahr­stoff­la­ger“ in der TRGS 510 über­haupt nicht vorkommt. In der Praxis wird aber meist vom Gefahr­stoff­la­ger gespro­chen. Auch in diesem Arti­kel wird der Begriff Gefahr­stoff­la­ger verwen­det, wenn damit ein Lager „im Sinn der TRGS 510“ gemeint ist. Dies kann entwe­der ein Raum, ein Contai­ner oder ein Sicher­heits­schrank sein. In allen ande­ren Fällen wird vom Lager­ort gespro­chen.

Die Klein­men­gen­re­ge­lung

Als Klein­menge gilt eine Gesamt­net­to­masse von 1500 kg (man beachte, dass sich gegen­über der 1. Fassung der TRGS 510 die Klein­menge von insge­samt 50 kg netto auf 1500 kg erhöht hat!!). Wird mehr als diese Menge gela­gert, ist ein Gefahr­stoff­la­ger (Lager­raum, Gefahr­stoff­con­tai­ner oder Sicher­heits­schränke) erfor­der­lich.
Es ist jedoch nicht nur die Gesamt­net­to­men­gen­be­gren­zung zu beach­ten, sondern auch die für einzelne Gefah­ren­ei­gen­schaf­ten indi­vi­du­el­len Mengen­be­gren­zun­gen (siehe Kasten rechts oben). So ist es z.B. erlaubt, 1.000 kg brenn­bare Flüs­sig­keit außer­halb eines Gefahr­stoff­la­gers zu lagern, aber nur 20 kg extrem und leicht entzünd­bare Flüs­sig­kei­ten.
Es darf aber auch nicht die maxi­mal erlaubte Menge jedes Gefahr­stof­fes zusam­men mit ande­ren gela­gert werden, da die Summe aller erlaub­ten Einzel­men­gen die gesamt zuläs­sige Netto­menge von 1.500 kg um fast den Faktor 2 über­schrei­tet.
Aus den einzel­nen Zahlen ist erkenn­bar, dass die erlaubte Klein­menge in einem umge­kehr­ten Verhält­nis zu dem Gefah­ren­po­ten­zial steht oder anders gesagt: Von Gefahr­stof­fen mit hohem Gefah­ren­po­ten­zial dürfen nur geringe Mengen als Klein­menge an ande­ren Orten als in Gefahr­stoff­la­gern gela­gert werden. Daher muss auch ermit­telt werden, ob die einzel­nen maxi­mal erlaub­ten Mengen über­schrit­ten werden. Schon bei Über­schrei­tung einer Einzel­menge ist ein Gefahr­stoff­la­ger erfor­der­lich bzw. muss dieser Gefahr­stoff in einem Gefahr­stoff­la­ger gela­gert werden.
Es ist außer­dem noch zu berück­sich­ti­gen, dass die Klein­men­gen­la­ge­rung für jeden Brand(bekämpfungs)abschnitt bzw. jedes Gebäude gilt. Es sind also in einem Betrieb mehrere Orte mit Klein­men­gen­la­ge­rung zuläs­sig. Bei Über­schrei­tung der Klein­men­gen an einem Lager­ort ist es natür­lich möglich, die nicht mehr zuläs­si­gen Mengen in einen weite­ren Brand­ab­schnitt zu verbrin­gen. Diese Möglich­keit sollte aber nicht zu sehr stra­pa­ziert werden, da es bei Über­schrei­tung der Klein­men­gen meist sinn­vol­ler und siche­rer ist, ein Gefahr­stoff­la­ger einzu­rich­ten.
Ergibt sich bei der Ermitt­lung, dass die Klein­men­gen­re­ge­lung anwend­bar ist, stellt sich die Frage: Wo dürfen diese über­all gela­gert werden und wo nicht?

Nicht erlaubte Lager­orte

Das Lagern von Gefahr­stof­fen ist gene­rell verbo­ten in Verkehrs­we­gen, Pausen‐, Bereitschafts‐, Sanitär‐, Sani­täts­räu­men und Tages­un­ter­künf­ten. Dies gilt natür­lich auch für Klein­men­gen, egal wie gering!

Erlaubte Lager­orte

An allen ande­ren als den o.g. Orten dürfen die fest­ge­leg­ten Klein­men­gen an Gefahr­stof­fen gela­gert werden. Lager­orte für die Klein­men­gen sind meist die im Betrieb vorhan­de­nen allge­mei­nen Lager, in denen auch andere Mate­ria­lien gela­gert werden. Aller­dings gibt es Einschrän­kun­gen: Gefahr­stoffe dürfen gene­rell nicht zusam­men mit Arznei­mit­teln, Lebens‐ oder Futter­mit­teln einschließ­lich deren Zusatz­stoffe, Kosme­tika und Genuss­mit­teln in einem Raum gela­gert werden.
Auch der Arbeits­platz ist ein erlaub­ter Lager­ort, doch das will gut über­legt sein, denn: Gefahr­stoffe dürfen in Arbeits­räu­men nur gela­gert werden, wenn die Lage­rung mit dem Schutz der Beschäf­tig­ten verein­bar ist. Dies muss aus der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung hervor­ge­hen, was z.B. bei der Lage­rung von brenn­ba­ren flüs­si­gen Stof­fen durch­aus schwie­rig werden kann. In diesem Fall empfiehlt sich ein Sicher­heits­schrank, der ohne­hin bei klei­ne­ren Mengen verschie­de­ner Gefahr­stoffe in Erwä­gung gezo­gen werden sollte.
Auch bei den erlaub­ten Lager­or­ten gibt es wiederum Einschrän­kun­gen für bestimmte Gefahr­stoffe: giftige und sehr giftige sowie krebs­er­zeu­gende, erbgut­ver­än­dernde und frucht­bar­keits­ge­fähr­dende Stoffe der Kate­go­rien 1 oder 2 sowie Stoffe mit dem Sicher­heits­hin­weis P405 „Unter Verschluss aufbe­wah­ren“ müssen immer unter Verschluss gela­gert werden.

Zusam­men­la­ge­rungs­ver­bote

Gene­rell sind auch die Zusam­men­la­ge­rungs­ver­bote zu beach­ten. So ist z.B. die Zusam­men­la­ge­rung von pyro­pho­ren Stof­fen (selbst­ent­zünd­li­che Stoffe, die schon bei Raum­tem­pe­ra­tur mit Luft­sauer­stoff reagie­ren) sowie Stof­fen, die in Berüh­rung mit Wasser entzünd­li­che Gase bilden mit akut toxi­schen Stof­fen verbo­ten.
Hinweis: Dies ist erlaubt, sofern die Gesamt­la­ger­menge von 400 kg nicht über­schrit­ten wird und von den einzel­nen Stof­fen nicht mehr als 200 kg gela­gert werden.
Werden von den drei genann­ten Gefahr­stoff­ar­ten die maxi­ma­len Klein­men­gen „ausge­reizt“, dürfen diese nicht zusam­men gela­gert werden, da dann die 400 kg‐Grenze über­schrit­ten ist. Auch für die Zusam­men­la­ge­rung von Aero­sol­pa­ckun­gen mit oxidie­ren­den Stof­fen besteht ein Verbot. Es ist also zusätz­lich die 400 kg‐Grenze zu beach­ten. In der Praxis kommen diese oder andere Kombi­na­tio­nen sicher nicht so häufig vor; dennoch ist dies ein Aspekt, der nicht verges­sen werden sollte.
Wenn also nicht mehr als insge­samt 400 kg gela­gert und die indi­vi­du­el­len Mengen­be­gren­zun­gen beach­tet werden, ist man auf der siche­ren Seite. Bei mehr als 400 kg muss man schon genau hinschauen, welche Eigen­schaf­ten die einzel­nen Gefahr­stoffe haben. Handelt es sich nur um Gefahr­stoffe mit einem nied­ri­gen Gefah­ren­po­ten­zial (in der Spra­che der TRGS 510 „Gefahr­stoffe, die keine der vorge­nann­ten Eigen­schaf­ten haben“), sind weitere Über­le­gun­gen nicht erfor­der­lich. Ansons­ten muss man sehr sorg­fäl­tig in der Zusam­men­la­ge­rungs­ta­belle in Kapi­tel 7 der TRGS 510 recher­chie­ren und auch die vielen Anmer­kun­gen lesen. Gene­rell ist man hier gut bera­ten, die Stoffe gleich in ein oder mehrere Gefahr­stoff­la­ger zu verbrin­gen, denn die Zusam­men­la­ge­rungs­ver­bote gelten selbst­ver­ständ­lich auch für die Lage­rung im Gefahr­stoff­la­ger.

Schutz­maß­nah­men auch bei Lage­rung von Klein­men­gen

Trotz aller Erleich­te­run­gen: Auch bei der Lage­rung von Klein­men­gen an Gefahr­stof­fen müssen Mindest­stan­dards an Schutz­maß­nah­men einge­hal­ten werden. Diese sind teil­weise auch in der GefStoffV beschrie­ben und unab­hän­gig von den zu lagern­den Mengen (Diese Schutz­maß­nah­men gelten natür­lich auch für die Lage­rung von größe­ren Mengen). Einige der Schutz­maß­nah­men gelten für alle Gefahr­stoffe, andere nur für Gefahr­stoffe mit bestimm­ten Eigen­schaf­ten.
Die allge­mein gülti­gen Schutz­maß­nah­men sind sehr über­schau­bar:
  1. Es muss ein Gefahr­stoff­ver­zeich­nis für die gela­ger­ten Gefahr­stoffe vorhan­den sein, das außer­halb des Gefahr­stoff­la­gers bzw. getrennt vom Lager­ort aufzu­be­wah­ren ist.
  2. Alle Gefahr­stoffe in den Behäl­tern müssen eindeu­tig iden­ti­fi­zier­bar sein, d.h. sie müssen so gekenn­zeich­net sein, dass sie entwe­der die Origi­nal­kenn­zeich­nung des Herstel­lers haben oder den Vorga­ben der TRGS 201 „Einstu­fung und Kenn­zeich­nung bei Tätig­kei­ten mit Gefahr­stof­fen“ entspre­chen.
  3. Die Behäl­ter müssen so beschaf­fen sein, dass keine Gefahr­stoffe unge­wollt nach außen entwei­chen können; sie müssen für den Zeit­raum der Lage­rung verschlos­sen sein.
  4. Gefahr­stoffe dürfen auf keinen Fall in Behäl­tern gela­gert werden, die mit Lebens­mit­tel­be­häl­tern verwech­selt werden können.
All diese Maßnah­men sind im Prin­zip Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten, Grund­maß­nah­men nach der GefStoffV und ohne großen Aufwand zu reali­sie­ren.
Werden nur Stoffe gela­gert, die nicht akut toxisch oder chro­nisch schä­di­gend und außer­dem weder flüs­sig noch gasför­mig sowie nicht brenn­bar sind, müssen keine weite­ren Maßnah­men ergrif­fen werden.

Schutz­maß­nah­men für Gefahr­stoffe mit spezi­el­len Eigen­schaf­ten

Flüs­sige Stoffe

Für flüs­sige Stoffe gelten noch folgende Schutz­maß­nah­men: Sie sind auf Auffang­ein­rich­tun­gen zu stel­len, die mindes­tens den Raum­in­halt des größ­ten Gebin­des aufneh­men können. Dies gilt für alle Flüs­sig­kei­ten. Bei entzünd­ba­ren Flüs­sig­kei­ten muss zusätz­lich noch die maxi­male Gebin­de­größe (2,5 l in zerbrech­li­chen, max. 10 l in nicht zerbrech­li­chen Behäl­tern) einge­hal­ten werden. Außer­dem müssen bei Gefahr der Entste­hung einer explo­si­ons­fä­hi­gen Atmo­sphäre die Auffang­wan­nen geer­det werden; in unmit­tel­ba­rer Nähe dürfen sich keine Zünd­quel­len befin­den.

Druck­gas­kar­tu­schen und Aero­sol­pa­ckun­gen

Bei Druck­gas­kar­tu­schen und Aero­sol­pa­ckun­gen ist zusätz­lich zu beach­ten, dass sie keiner Erwär­mung von mehr als 50 °C ausge­setzt werden dürfen. Müssen Druck­gas­kar­tu­schen mit brenn­ba­ren Inhalts­stof­fen mit ange­schlos­se­ner Entnah­me­ein­rich­tung gela­gert werden, muss eine wirk­same Belüf­tung am Lager­ort vorhan­den sein, um die Bildung einer explo­si­ons­fä­hi­gen Atmo­sphäre zu vermei­den.

Was sonst noch alles zu beach­ten ist

Manch­mal liegt die Proble­ma­tik ja im Detail. So stellt sich beispiels­weise oft die Frage, ob bei Über­schrei­ten der jewei­li­gen Klein­men­gen alle Gefahr­stoffe in ein Gefahr­stoff­la­ger verbracht werden müssen. Dem ist nicht so: Es müssen dann nur die über­schrei­ten­den Mengen in ein Gefahr­stoff­la­ger gebracht und dann natür­lich die zusätz­li­chen Schutz­maß­nah­men durch­ge­führt werden.

Die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung

Auch wenn es sich nur um die passive Lage­rung von Klein­men­gen an Gefahr­stof­fen handelt, so muss dennoch eine Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung erstellt werden. Diese kann sich aber sehr einfach gestal­ten, wenn alle in der TRGS 510 zu beach­ten­den Maßnah­men auch umge­setzt sind. Ein (fikti­ves) Beispiel wird auf der vorher­ge­hen­den Seite gege­ben.

Zusam­men­fas­sung

Die Klein­men­gen­re­ge­lung bringt für viele Unter­neh­men etli­che Erleich­te­run­gen und ist im Allge­mei­nen leicht anwend­bar. Die zu ergrei­fen­den Maßnah­men sind im Prin­zip mini­mal und ohne­hin von der GefStoffV weit­ge­hend vorge­ge­ben. Dies gilt aller­dings haupt­säch­lich nur, wenn es sich über­wie­gend um Gefahr­stoffe mit gerin­gem Gefähr­dungs­po­ten­zial handelt. Von einer Lage­rung am Arbeits­platz ist – auch, wenn dies im Prin­zip ein erlaub­ter Lager­ort ist – abzu­ra­ten. Wenn die Gefahr­stoff­men­gen mehrere Hundert Kilo­gramm über­schrei­ten und Stoffe mit unter­schied­lich hohem Gefähr­dungs­po­ten­zial gela­gert werden, ist der Unter­neh­mer gut bera­ten, die Gefahr­stoffe in einem geeig­ne­ten Gefahr­stoff­la­ger unter­zu­brin­gen. In jedem Fall muss durch die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung nach­ge­wie­sen werden, dass die Lage­rung mit dem Schutz der Beschäf­tig­ten verein­bar ist.
Autorin
Dr. Clau­dia Carl
Sicher­heits­tech­nik Zentrum Hanno­ver
B.A.D Gesund­heits­vor­sorge und Sicher­heits­tech­nik

Maxi­male Lager­menge für Gefahr­stoffe mit bestimm­ten gefähr­li­chen Eigen­schaf­ten (Auszug aus TRGS 510, Kap. 4.3.1)
  • 1. Gase in Druck­gas­be­häl­tern mit einem Nenn­vo­lu­men ab 2,5 Liter,
  • 2. brenn­bare Flüs­sig­kei­ten,
  • a) 20 kg extrem und leicht entzünd­bare Flüs­sig­kei­ten, davon nicht mehr als 10 kg extrem entzünd­bare Flüs­sig­kei­ten,
  • b) 100 kg entzünd­bare Flüs­sig­kei­ten,
  • c) 1.000 kg brenn­bare Flüs­sig­kei­ten,
  • 3. 20 kg Gase in Druck­gas­kar­tu­schen,
  • 4. 20 kg Aero­sol­pa­ckun­gen (Netto‐ masse),
  • 5. 50 kg für Gefahr­stoffe, die einge­stuft sind als akut toxisch Kat. 1,2 oder 3 oder STOT Kat. 1 oder karzi­no­gen, Keimzell‐mutagen, repro­duk­ti­ons­to­xisch jeweils Kat. 1A oder 1B,
  • 6. 1 kg oxidie­rende Gefahr­stoffe Kat. 1 oder Verpa­ckungs­gruppe I nach Gefahr­gut­recht sowie die in Anlage 6 aufge­führ­ten Gefahr­stoffe,
  • 7. 50 kg oxidie­rende Gefahr­stoffe Kat. 2 oder 3, sofern diese nicht in Anlage 6 aufge­führt sind,
  • 8. 200 kg pyro­phore Gefahr­stoffe, gekenn­zeich­net mit H250,
  • 9. 200 kg Gefahr­stoffe, die mit Wasser entzünd­bare Gase frei­set­zen (H260, H261) sowie
  • 10. 1.000 kg Netto­la­ger­masse für Gefahr­stoffe, die keine der vorge­nann­ten Eigen­schaf­ten besit­zen.
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