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Kürzer und besser

Novellierung der Erste Hilfe-Ausbildung
Kürzer und besser

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Da die Erste Hil­fe sich aus Erken­nt­nis­sen der Medi­zin speist, gab es in der Ver­gan­gen­heit immer wieder Änderun­gen in den Lehraus­sagen. Gle­ichzeit­ig wur­den aber auch die bis dahin beste­hen­den Aus­bil­dungskonzepte reformiert, um sie an neuere päd­a­gogis­che aber auch sozi­ol­o­gis­che Erken­nt­nisse anzu­passen. Mit Beginn des Jahres 2015 wird es zu ein­er weit­eren Nov­el­lierung der Erste Hil­fe-Aus- und ‑weit­er­bil­dung kommen.

Erste Hil­fe für Ver­let­zte oder Erkrank­te wurde wahrschein­lich schon immer geleis­tet – von Fam­i­lien­ange­höri­gen, Kam­er­aden auf Kriegss­chau­plätzen und im Arbeit­sum­feld. Bere­its sehr früh gab es Bestre­bun­gen, sowohl die Erste Hil­fe-Maß­nah­men an sich als auch die entsprechen­den Schu­lun­gen zu regle­men­tieren. Die explizite Auf­forderung, dass es für diese Auf­gabe auch ein­er Aus­bil­dung bedarf, geht auf Hen­ry Dunant, dem Begrün­der des Roten Kreuzes, zurück. Im Laufe der Zeit wurde an vie­len Stellen die Erste Hil­fe-Aus- und Weit­er­bil­dung als Pflichtschu­lung einge­führt, so auch im betrieblichen Arbeitsschutz.
Aktueller Stand
Für betriebliche Ers­thelfer sind derzeit zwei Kur­sarten von entschei­den­der Bedeu­tung. Per­so­n­en, die derzeit als Ers­thelfer einge­set­zt wer­den sollen, müssen zunächst eine Erste Hil­fe-Aus­bil­dung absolvieren, die als Grundlehrgang zu ver­ste­hen ist. Der zeitliche Umfang beträgt 16 Unter­richt­sein­heit­en (UE). In der Regel find­et dieser Basislehrgang an zwei (meist aufeinan­der fol­gen­den) Tagen statt. Inner­halb von zwei Jahren müssen die Teil­nehmer an ein­er Fort­bil­dung – ein soge­nan­ntes Erste Hil­fe-Train­ing – teil­nehmen. Dieser Lehrgang umfasst acht UE und wird zumeist an einem Tag durchge­führt. Gegen­stand der Kurse sind die von den Unfal­lver­sicherungsträgern fest­gelegten Inhalte.
Hin­ter­grund der Novellierung
Im Ver­gle­ich mit anderen europäis­chen Län­dern hat Deutsch­land die läng­ste und umfan­gre­ich­ste Erste Hil­fe-Aus­bil­dung. Müssen Lehrgang­steil­nehmer hierzu­lande 16 UE absolvieren, liegt der europäis­che Durch­schnitt bei zwölf UE. Gle­ichzeit­ig weisen ver­schiedene wis­senschaftliche Stu­di­en darauf hin, dass die Fülle – vor allem der im Erste Hil­fe-Grundlehrgang – in Deutsch­land ver­mit­tel­ten The­men nicht zwangsläu­fig die Qual­ität der Erstver­sorgung verbessert. Im Gegen­teil: Vieles deutet sog­ar darauf hin, dass das aktuelle The­men­spek­trum neg­a­tive Auswirkun­gen auf die mit­tel- bis langfristige Ver­füg­barkeit der Ken­nt­nisse bei den Lehrgang­steil­nehmern hat. Denn ins­beson­dere im Grundlehrgang wird bis­lang ein bre­ites Spek­trum an Ken­nt­nis­sen und Fer­tigkeit­en ver­mit­telt, die nicht unbe­d­ingt auf die Gefährdungssi­t­u­a­tion der entsprechen­den Ziel­gruppe zugeschnit­ten sind (Gießkan­nen­prinzip).
Kurskonzepte aus anderen europäis­chen Län­dern, aber auch aus den USA, weisen deut­liche kürzere Schu­lun­gen aus – bei zum Teil gle­ich­er oder höher aus­geprägter Bere­itschaft zur Hil­feleis­tung. Im Faz­it bedeutet dies: Eine län­gere Kurs­dauer kor­re­liert nicht zwangsläu­fig mit ein­er höheren/ besseren Ken­nt­nis­sen, Hand­lungssicher­heit und ‑bere­itschaft im Notfall.
Aus den zuvor dargestell­ten Grün­den haben sich die in der Bun­de­sar­beits­ge­mein­schaft Erste Hil­fe (BAGEH) zusam­me­nar­bei­t­en­den Hil­f­sor­gan­i­sa­tio­nen und die Unfal­lver­sicherungsträger deshalb dafür aus­ge­sprochen, die Erste Hil­fe-Aus­bil­dung zu novellieren.
Änderun­gen in der Aus- und Weiterbildung
Als wichtig­ster und bedeu­tend­ster Schritt ist die Vere­in­heitlichung der Kurs­dauer unter­schiedlich­er Kurstypen auf grund­sät­zlich neun Unter­richt­sein­heit­en zu nen­nen. Dem­nach wird ab dem kom­menden Jahr die Erste Hil­fe-Grun­daus­bil­dung von 16 UE auf neun UE reduziert und der Umfang der weit­er­hin in Zeitab­stän­den von zwei Jahren erforder­lichen Fort­bil­dung von acht UE auf neun UE erhöht. Damit wird eine seit vie­len Jahren beste­hende Regelung der Unfal­lver­sicherungsträger aufge­brochen und an die päda­go- gis­che Wirkungs­forschung angepasst. Das Spek­trum der rel­e­van­ten The­men hat sich dabei nur sehr ger­ingfügig geän­dert. Was sich ändert, ist die Gewich­tung, denn neben definierten oblig­a­torischen The­men ste­hen nun vor allem optionale The­men zur Ver­fü­gung, deren Auswahl sich an den Bedürfnis­sen der Lehrgang­steil­nehmer ori­en­tieren. Die Lehrgangsin­halte wer­den dementsprechend zukün­ftig primär ziel­grup­pen­spez­i­fisch und ‑ori­en­tiert vermittelt.
Ein weit­eres Novum bet­rifft die Ein­führung ein­er speziellen Erste Hil­fe-Fort­bil­dung in Bil­dungs- und Betreu­ung­sein­rich­tun­gen für Kinder – eben­falls im Umfang von neun UE. Haben sich die Fort­bil­dun­gen durch entsprechende Vor­gaben der Unfal­lver­sicherungsträger in der Ver­gan­gen­heit inhaltlich vor allem auf die Ver­sorgung von erwach­se­nen Not­fall­be­trof­fe­nen konzen­tri­ert, wer­den in dieser neuen ziel­grup­pen­spez­i­fis­chen Fort­bil­dung beson­ders die Inter­essen von Erziehern, Betreuern, Tage­sel­tern und Lehrern berück­sichtigt, da diese berufs­be­d­ingt vor allem mit (Klein-)Kindern zu tun haben. Erst­mals kön­nen dann u.a. auch fol­gende The­men behan­delt werden:
  • Maß­nah­men zur psy­chis­chen Betreu­ung für Kinder
  • All­ge­meinzu­s­tand erkrank­ter Kinder erken­nen und beurteilen
  • Herz-Lun­gen-Wieder­bele­bung bei Säuglin­gen und Kindern
  • Erken­nen und Ein­leit­en von Maß­nah­men bei häu­fi­gen Kinderkrankheiten
  • Erken­nen und Ver­sor­gen von Sportverletzungen
Die Erste Hil­fe-Fort­bil­dung in Bil­dungs- und Betreu­ung­sein­rich­tun­gen für Kinder fokussiert sich dabei auf die Sicherung der in der Grun­daus­bil­dung (Erste Hil­fe bei Erwach­se­nen) erwor­be­nen Kom­pe­ten­zen. Darauf auf­bauend wer­den spez­i­fis­che Erste Hil­fe-Maß­nah­men für Kinder ver­mit­telt und die Bewäl­ti­gung von Not­fall­si­t­u­a­tio­nen trainiert. Die Auswahl der hier­für zusät­zlich option­al zur Ver­fü­gung ste­hen­den The­men erfol­gt anhand des spez­i­fis­chen Bedarfs bzw. der Anforderun­gen der Teil­nehmer bzw. des Unternehmens. Eine spezielle Erste Hil­fe-Grun­daus­bil­dung für Bil­dungs- und Betreu­ung­sein­rich­tun­gen für Kinder wird es hinge­gen (weit­er­hin) nicht geben. Allen Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­ern in Kinder­be­treu­ung­sein­rich­tun­gen sei an dieser Stelle schon ein­mal aus­drück­lich emp­fohlen, im kom­menden Jahr expliz­it bei ein­er aus­bilden­den Stelle nach diesem Ange­bot zu fragen.
Mit der inhaltlichen und zeitlichen Aus­rich­tung der Schu­lung an sich wird auch eine Reformierung der Gebühren­er­stat­tung je Teil­nehmer durch die Unfal­lver­sicherungsträger ein­herge­hen. Die Unternehmen sind davon bei der Organ­i­sa­tion der Lehrgänge nicht betrof­fen, da eine Abrech­nung der Teil­nehmerge­bühren direkt zwis­chen der aus­bilden­den Organ­i­sa­tion und dem zuständi­gen Unfal­lver­sicherungsträger stat­tfind­et. Zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt sind die Gebühren­ver­hand­lun­gen jedoch noch nicht abgeschlossen.
Die Nov­el­lierung der Erste Hil­fe-Aus- und Fort­bil­dung ist zum aktuellen Stand nicht nur mit Vorteilen, son­dern auch mit Her­aus­forderun­gen ver­bun­den, die an dieser Stelle eben­falls Erwäh­nung find­en sollen.
Vorteile
Die Aus- und Weit­er­bil­dung von Erst- helfern kostet dem Unternehmen grund­sät­zlich Geld. Auch wenn die Teil­nehmerge­bühren von den Trägern der Unfal­lver­sicherung über­nom­men wer­den, muss der Betrieb die Beschäftigten freis­tellen und für die Fahrkosten aufkom­men. Da kün­ftig der Grundlehrgang nur noch neun Unter­richt­sein­heit­en umfasst, braucht das Unternehmen den betr­e­f­fend­en Mitar­beit­er für eine Schu­lung nur noch an einem Tag freizustellen. Vor allem diese Verän­derung wird mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahrschein­lichkeit in der Prax­is bei Unternehmern und Beschäftigten gle­icher­maßen auf pos­i­tive Res­o­nanz stoßen. Mit neun UE erfol­gt nicht zulet­zt eine stärkere Aus­nutzung der üblichen täglichen Arbeit­szeit von acht Stun­den der zur Schu­lung entsandten Beschäftigten. Mit der Kursverkürzung geht auch die Ver­min­derung der Fahrkosten­er­stat­tung durch den Betrieb für die Fahrt zum Schu­lung­sort einher.
Die Ver­mit­tlung der Aus­bil­dungsin­halte wird sich in Zukun­ft zudem stärk­er an der Prax­is und den Teil­nehmer­in­ter­essen aus­richt­en, sodass es zu ein­er deut­lichen Reduzierung der the­o­retis­chen und medi­zinis­chen Inhalte kom­men wird. Alle vorgegebe­nen The­men wer­den über­wiegend in prak­tis­ch­er Form ver­mit­telt. Ober­stes Ziel ist es dabei, den Lehrgang­steil­nehmern den Erwerb von Hand­lungskom­pe­tenz zu ermöglichen, die es ihnen erlaubt, in ähn­lichen Sit­u­a­tio­nen adäquat zu helfen. Der in der Ver­gan­gen­heit durch die aus­bilden­den Stellen bere­its beschrit­tene Wan­del hin zu ein­er prax­is­do­mi- nieren­den Schu­lung wird damit noch inten­siv­er forciert.
Die Erste Hil­fe-Fort­bil­dung ist zukün­ftig deut­lich ziel­grup­penori­en­tiert­er gestal­tet. Hier­für ste­hen optionale The­men zur Ver­fü­gung, die anhand des spez­i­fis­chen Bedarfs bzw. der Anforderun­gen der Teil­nehmer und des Unternehmens ver­mit­telt wer­den kön­nen. In diesem Zusam­men­hang ist zu beobacht­en, dass die aus­bilden­den Organ­i­sa­tio­nen die Gele­gen­heit nutzen (müssen), ihre Aus­bil­dungsleit­fä­den päd­a­gogisch und method­isch-didak­tisch zu überarbeiten.
Bei der Ver­sorgung von Per­so­n­en mit einem Kreis­lauf­still­stand hat in den ver­gan­genen Jahren die Bedeu­tung des soge­nan­nten automa­tisierten exter­nen Defib­ril­la­tor (kurz: AED oder Defi) zugenom­men. Viele Unternehmen haben sich im Inter­esse ihrer Beschäftigten und Kun­den schon Defib­ril­la­toren zugelegt. Auch an vie­len öffentlichen Orten wie Einkauf­szen­tren und Bahn­höfen sind Defib­ril­la­toren zu find­en. Auf­grund ihrer Kon­struk- tion kön­nen sie prob­lem­los auch von medi­zinis­chen Laien, d.h. Ers­thelfern angewen­det wer­den. Oft­mals beste­hen jedoch Äng­ste, Hem­mungen oder schlichtweg fehlende Erfahrun­gen in der Anwen­dung dieser Geräte. Wird die Ein­bindung eines AED in den Ablauf der Herz-Lun­gen-Wieder­bele­bung gegen­wär­tig nur vom Aus­bilder demon­stri­ert, erhal­ten die Lehrgang­steil­nehmer in der Fort­bil­dung die Gele­gen­heit, dies ab dem kom­menden Jahr aktiv im Rah­men des Train­ings der Herz-Lun­gen-Wieder­bele­bung selb­st zu üben.
Nicht zulet­zt erhofft sich die BAGEH durch die all­ge­meine Reduk­tion der Kurs­dauer des Grund­kurs­es in Zukun­ft größere Bevölkerung­steile zur Teil­nahme an ein­er (erst­ma­li­gen) Erste Hil­fe-Aus­bil­dung bewe­gen zu können.
Her­aus­forderun­gen
Mit der Nov­el­lierung wird eine jahre­lange und rou­tinierte Prax­is der Unternehmen durch­brochen. Viele von ihnen ken­nen die entsprechen­den Kur­sum­fänge. Nun gilt es alle, Unternehmen und Ers­thelfer über die Aspek­te der neuen Erste Hil­fe-Aus- und Weit­er­bil­dung umfassend zu informieren. Ein erster Schritt erfol­gt bere­its mit diesem Beitrag. Bei allen Vorteilen darf bei den Unternehmen und den bere­its aus­ge­bilde­ten betrieblichen Ers­thelfern nicht der Ein­druck entste­hen, dass eine Absenkung der Kurs­dauer des Grund­kurs­es zu ein­er Ver­min­derung der inhaltlichen Qual­ität und der Ver­sorgungsqual­ität im Not­fall führt. Die Lehrkräfte wer­den insofern ab dem kom­menden Jahr beson­ders gefordert sein, die gegebe­nen­falls dahinge­hen­den Bedenken ihrer Teil­nehmer durch eine lern­wirk­same, prax­is­na­he Kurs­gestal­tung, die den inhaltlichen The­men­vor­gaben/-wün­schen entspricht, zu zerstreuen.
In Anbe­tra­cht der wider Erwarten schnellen Übereinkun­ft der beteiligten Haup­tak­teure – auf der einen Seite die Unfal­lver­sicherungsträger und auf der anderen die BAGEH – stellt die Erste Hil­fe- Reform hohe Ansprüche an die Umstel­lung der existieren­den Aus­bil­dungskonzept durch die aus­bilden­den Stellen (z.B. Hil­f­sor­gan­i­sa­tio­nen, pri­vate Anbi­eter). Nicht nur, dass die beste­hen­den Lehrun­ter­la­gen über­ar­beit­et und angepasst wer­den müssen; auch die Lehrkräfte müssen im Rah­men von organ­isierten Fort­bil­dun­gen in die neuen Konzepte und Unter­la­gen eingewiesen wer­den. Dies nimmt Zeit in Anspruch und bedarf zum Teil auch päd­a­gogis­ch­er Überzeu­gungsar­beit. Aus diesem Grund wird gegen­wär­tig geprüft, ob vom 1. Jan­u­ar bis 30. Juni 2015 eine Über­gangs­frist zur Ein­führung der neun UE-Kurse möglich ist. Sollte dies der Fall sein, wäre es während dieser Zeit möglich, dass nebeneinan­der bei­de Kur­sange­bote (z.B. Grund­kurse mit 16 und mit neun UE) existieren. Diese Vari­ante soll weitest­ge­hend jedoch ver­mieden wer­den, um die Unternehmen nicht zu verwirren.
Die Teil­nahme an einem Erste Hil­fe-Kurs ist in der Bun­desre­pub­lik dezen­tral geregelt. Es gibt neben den Vorschriften der Unfal­lver­sicherungsträger noch eine Vielzahl geset­zlich­er und außerge­set­zlich­er Vorschriften, die die (verpflich­t­ende) Teil­nahme an einem Erste Hil­fe-Kurs für unter­schiedliche Ziel­grup­pen regeln (siehe Abb. S. 35). Fast alle existieren­den Vorschriften ori­en­tieren sich an den Vor­gaben und Empfehlun­gen der BAGEH, sodass in der Ver­gan­gen­heit der Erste Hil­fe-Grund­kurs mit 16 UE und das Erste Hil­fe-Train­ing mit acht UE zum bun­desweit­en Stan­dard gewor­den sind. Mit der Nov­el­lierung der Erste Hil­fe-Aus­bil­dung in Zusam­me­nar­beit mit den Unfal­lver­sicherungsträgern wird zum 1. Jan­u­ar 2015 nur ein erster – wenn auch sehr wichtiger Schritt – mit Sig­nal­wirkung getan. Immer­hin bilden die Unfal­lver­sicherungsträger pro Jahr ca. 1,5 Mio. Men­schen in Erster Hil­fe aus und weit­er. Dieser beachtliche Anteil zeigt, welche Bedeu­tung die geset­zliche Unfal­lver­sicherung hin­sichtlich der Ersten Hil­fe in unser­er Gesellschaft hat. Andere Aus­bil­dungs­bere­iche, wie das der Führerschein­be­wer­ber, unter­liegen der Län­der­ho­heit, sodass eine Änderung der lan­despez­i­fis­chen Regelun­gen über Inhalt und Umfang der Erste Hil­fe-Lehrgänge für Führerschein­be­wer­ber zum Jahreswech­sel 2014/2015 nicht ohne weit­eres zu erwarten ist. Ähn­lich­es gilt auch für andere betrof­fene Ziel­grup­pen. Dies bedeutet, dass es in ein­er (bis­lang unbekan­nten) Über­gangs­dauer – abseits der Regelun­gen der Unfal­lver­sicherungsträger – mehrere Arten von Erste Hil­fe-Grun­daus­bil­dun­gen in der Bun­desre­pub­lik geben kann. Die BAGEH ist gegen­wär­tig jedoch in Gesprächen mit unter­schiedlichen Inter­essensvertretern (z.B. Deutsch­er Verkehrssicher­heit­srat), um auch dort aktiv für eine Reform der Erste Hil­fe-Aus­bil­dung zu werben.
Faz­it
Die ab Jan­u­ar 2015 gel­tenden Änderun­gen in der Aus- und Weit­er­bil­dung von betrieblichen Ers­thelfern stellen einen wichti­gen Meilen­stein dar, da mit der zeitlichen Vere­in­heitlichung aller Erste Hil­fe-Kurse (neun UE) der Unfal­lver­sicherungsträger auch eine Verbesserung des Prax­is­bezuges zu den poten­ziellen Not­fall­si­t­u­a­tio­nen der Lehrgang­steil­nehmer ein­herge­ht. Umso bedeu­ten­der ist es, dass die BAGEH die Unfal­lver­sicherungsträger in einem zunächst ersten Schritt als gewichti­gen Part­ner bei diesem Schritt gewon­nen haben. Es ist deshalb davon auszuge­hen, dass von der bevorste­hen­den Nov­el­lierung eine Sig­nal­funk­tion aus­ge­hen wird, die auch bei anderen regelungsrel­e­van­ten Aus­bil­dungs­bere­ichen (z.B. für Führerschein- bewer­ber) zu ein­er Reform führen wird. Im Mit­telpunkt der im näch­sten Jahr begin­nen­den Reform ste­ht das Bestreben, die Wirk­samkeit der Ersten Hil­fe und die Moti­va­tion zur Hil­feleis­tung zu verbessern. Ob dies tat­säch­lich gelingt, kann nur mit ein­er langfristi­gen Wirkungs­forschung belegt werden.
Auch wenn die Teil­nehmerge­bühren von den Trägern der Unfal­lver­sicherung über­nom­men wer­den, muss der Arbeit­ge­ber für Fahrkosten aufkom­men. Vorteil: Durch die Kursverkürzung des Grund­kurs­es wer­den diese geringer.
Autor
Stef­fen Plun­tke Leit­er DRK Kom­pe­tenzzen­trum Bil­dung Berlin-Bran­den­burg, Fachautor
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