Startseite » Fachbeiträge » Grippe-Impfung für Skep­ti­ker

Argumente

Grippe-Impfung für Skep­ti­ker

In Deutschland scheint es besonders viele Impfskeptiker zu geben. Foto: © popaye - Fotolia.com
Anzeige
Die jähr­li­chen Grip­pe­wel­len fordern zahl­rei­che Erkran­kun­gen und auch Todes­fälle, verur­sa­chen Krank­heits­kos­ten und beein­träch­ti­gen die Wirt­schaft. Fach­leute bekla­gen daher, dass sich nur ein Bruch­teil derje­ni­gen impfen lässt, für die die Grippe-Impfung empfoh­len ist. Ohne Zwei­fel stehen viele Menschen der Influenza-Impfung kritisch gegen­über. Doch hält die Skep­sis der Prüfung stand? Exper­ten des Deut­schen Grünen Kreu­zes e. V. haben die Argu­mente unter die Lupe genom­men.

Deut­sches Grünes Kreuz (dgk)

„Durch die Grippe-Impfung habe ich eine Erkäl­tung bekom­men.“
Es kommt immer wieder vor, dass sich Menschen kurz nach einer Grippe-Impfung erkäl­ten. Daher kann man zu der Annahme kommen, die Influenza-Impfung würde Erkäl­tun­gen trig­gern, also gera­dezu auslö­sen. „Das stimmt aber nicht. Der rich­tige Zusam­men­hang ist der, dass die Grippe-Impfung mit Beginn der kalten Jahres­zeit verab­reicht wird – also zeit­gleich mit dem natür­li­chen Anstieg der Erkäl­tungs­welle“, erklärt Dr. Joanna Diet­zel, Influenza-Expertin beim Deut­schen Grünen Kreuz e. V. „Das zeit­li­che Zusam­men­tref­fen beider Ereig­nisse ist also gar nicht unwahr­schein­lich.“
„Ich glaube, die Grippe-Impfung kann selbst eine Grippe auslö­sen.“
Eine ameri­ka­ni­sche Unter­su­chung hat erge­ben, dass 43 Prozent der Befrag­ten glau­ben, eine Influenza-Impfung könne manch­mal eine Grippe auslö­sen. Auch hier­zu­lande ist dies eine weit verbrei­tete Ansicht. Doch das ist unmög­lich. Der Influenza-Impfstoff für Erwach­sene besteht nur aus Bruch­stü­cken von abge­tö­te­ten Viren, die keine Erkran­kung mehr hervor­ru­fen können.
Wer nach der Grippe-Impfung unter Kopf- und Glie­der­schmer­zen, Müdig­keit oder Frös­teln leidet, hat sich durch die Impfung jeden­falls keine Grippe einge­fan­gen. „Diese Beschwer­den gehö­ren zu den norma­len Reak­tio­nen, die nach einer Impfung auftre­ten können und nach ein paar Tagen wieder verschwin­den“, so Diet­zel. „Sie zeigen, dass das Immun­sys­tem arbei­tet.“
„Die Grippe-Impfung wirkt nicht, ich habe trotz­dem eine Grippe bekom­men.“
Kann man trotz Impfung eine Grippe bekom­men? Klar: Zu einer Erkran­kung kann es kommen, wenn die Infek­tion mit Grip­pe­vi­ren kurz vor der Impfung statt­ge­fun­den hat, also während der Inku­ba­ti­ons­zeit geimpft wurde. Außer­dem kann man sich anste­cken, bevor der Impf­schutz voll aufge­baut ist, also bis zu 14 Tage nach der Impfung.
Beden­kens­wert ist jedoch, dass nicht jeder, der meint, eine Grippe zu haben, auch wirk­lich eine Influenza-Erkrankung hat. Oftmals handelt es sich „nur“ um starke Erkäl­tun­gen oder grip­pale Infekte, die durch ganz andere Erre­ger ausge­löst werden.
Aller­dings muss auch erwähnt werden, dass die Grip­pe­imp­fung keinen hundert­pro­zen­ti­gen Schutz bietet. Die Influenza-Viren verän­dern sich stän­dig, und so können sich auch Grip­pe­vi­ren ausbrei­ten, vor denen die Impfung nicht schützt.
Trotz­dem zahlt sich die Impfung eindeu­tig aus. Sie zeigt bei älte­ren Erwach­se­nen in der Regel eine Wirk­sam­keit von etwa 40 bis 60 Prozent. Das bedeu­tet: Wenn im Laufe einer Influ­enza­sai­son von 100 Unge­impf­ten zehn an Grippe erkran­ken, erkran­ken von 100 Geimpf­ten nur etwa vier bis sechs, also etwa nur die Hälfte. Bei jünge­ren Erwach­se­nen liegt die Wirk­sam­keit bei bis zu 80 Prozent. Und selbst dieje­ni­gen, die trotz der Impfung an Grippe erkran­ken, profi­tie­ren, denn die Infek­tion verläuft bei ihnen milder. Die gefürch­te­ten schwe­ren Kompli­ka­tio­nen wie beispiels­weise Lungen­ent­zün­dun­gen kommen dann kaum vor.
Tipp: Wer sich regel­mä­ßig jähr­lich impfen lässt, profi­tiert beson­ders
Wie gut der Schutz vor der Grippe durch die Impfung ist, kann jeder auch ein wenig selbst beein­flus­sen. „Menschen, die sich regel­mä­ßig gegen Influ­enza impfen lassen, stär­ken ihr Immun­sys­tem, eindrin­gende Viren werden schnel­ler erkannt,“ sagt Influenza-Expertin Diet­zel. Die jähr­li­che Impfung habe einen soge-nannten „Booster-Effekt“, das Immun­sys­tem bekomme einen „Schubs“, sich nicht nur gegen die aktu­el­len Impf-Viren zu rich­ten, sondern es könne sich auch an die Influenza-Viren der vergan­ge­nen Saisons erin­nern. Wer sich regel­mä­ßig gegen Grippe impfen lässt, so das Fazit, ist besser geschützt. Opti­ma­ler Zeit­punkt für die Impfung sind die Monate Okto­ber und Novem­ber, aber auch später ist die Impfung noch möglich und sinn­voll.
Anzeige

News­let­ter

Jetzt unse­ren News­let­ter abon­nie­ren

Meistgelesen

Jobs

Sicher­heits­be­auf­trag­ter

Titelbild Sicherheitsbeauftragter 11
Ausgabe
11.2019
ABO

Sicher­heits­in­ge­nieur

Titelbild Sicherheitsingenieur 11
Ausgabe
11.2019
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de